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Wrvth

Storie von: arne, am 02.06.2015 ]

Der TechDeath von WRATH OF VESUVIUS – kurz WRVTH – zeichnet sich durch eine breite Sound-Basis aus. Atmosphärische Düster-Parts zählen bei den Kaliforniern ebenso zum gebotenen Spektrum wie fast schon sakrale Drone- und Ambient-Klänge. Die Songs des selbstbetitelten Drittwerks erlangen so beachtliche Tiefe und extreme Durchschlagskraft zugleich.

 
Das Quintett belegt in seinen Stücken versierte Fingerfertigkeiten und ausgeprägte Songwriter-Fähigkeiten. Schlagzeuger Joseph Serrano zufolge ist das kein Zufall: „Als Band aus Kalifornien muss man versiert sein und professionell arbeiten. Anders geht es gar nicht, denn alle Gruppen in unserem Umfeld sind so unterwegs. Hier gibt es so viel Talent und Qualität; es ist unglaublich. Man ist gezwungen, sich eine eigene Nische zu suchen, um sich von den anderen abzusetzen. Die Professionalität hilft dabei, Ruhe zu bewahren, wenn mal etwas nicht so läuft, wie man es erwartet oder plant. Dass wir viele Dinge selbst auf die Beine stellen und organisieren, ist ebenfalls hilfreich. So sind wir weniger auf andere angewiesen und können unsere Geschicke zu einem guten Teil alleine steuern.“

Das Label Unique Leader stellt die Kalifornier unter das Banner eines „metaphysischen, überirdischen Death Metal“, womit sich Joseph durchaus anfreunden kann: „Damit wird meiner Ansicht nach auf das kathartische Moment unserer Musik angespielt, das auf der neuen Platte besonders ausgeprägt und offensichtlich ist und bis in spirituelle Sphären hinein reicht. Unsere teils weit ausufernden Sounds besitzen fast schon eine himmlische Aura. Egal, wer unsere Hörer sind, an was sie glauben und was sie interessiert: unsere Songs wirken auf sie. Die tief sitzende Emotionalität unserer Musik ist dafür verantwortlich. Über Genre-Bezeichnungen lässt sich vielleicht streiten, nicht jedoch über vertonte Gefühle, die sich nachempfinden lassen und die unabhängig von ihrem stilistischen Kontext stehen.“

Das neue Album belegt gegenüber den früheren Veröffentlichungen der Gruppe einen enormen Entwicklungssprung: „Man findet nach wie vor die WRVTH-typische Essenz in den einzelnen Songs, doch wir haben einen merklichen Schritt nach vorne gemacht“, stimmt der Schlagzeuger zu. „Hörer, die unseren Weg schon länger verfolgen, werden die Veränderungen nachvollziehen und als logisch empfinden. In vielen Fällen haben wir Feinheiten geschliffen und so insgesamt die Effektivität unserer Stücke gesteigert.“ Auf dem dritten Album des Quintetts wirkt sich das viele Touren von WRATH OF VESUVIUS merklich aus. Die Variabilität im Songwriting präsentiert sich deutlich erweitert, die individuellen Fähigkeiten ausgebaut:

„Das Touren spielt die entscheidende Rolle, wenn es um unsere qualitativen Entwicklungssprünge geht“, denkt auch Joseph Serrano. „Unsere ersten Veröffentlichungen sind erschienen, noch bevor wir überhaupt eine erste Tour gespielt haben. In den zurück liegenden zwei Jahren hat sich für uns eine Menge verändert, was sich


nun auf der selbstbetitelten Platte wider spiegelt. Die vielen Gigs, aber auch alle Bands und die ganzen Leute, denen wir begegnet sind, haben uns auf die eine oder andere Art und Weise inspiriert. Wir haben das uns Mögliche aus uns heraus geholt.“ Wachsende Erfahrung und Reife führen zumeist zwar zu besseren Songs, doch damit einher gehen bei tourenden Bands gelegentlich auch ein Ermüdungs- und Gewöhnungseffekt:

„Deshalb ist es so wichtig, seine Leistung immer wieder kritisch zu hinterfragen und aus einer möglichst objektiven Perspektive heraus zu betrachten“, greift der Schlagzeuger den Faden auf. „Anfangs ist alles aufregend und fantastisch. Einer Korrektur oder Überprüfung bedarf es da noch nicht. Das kommt erst mit der Zeit, nach den ersten Höhepunkten und mit einsetzender Routine. Spätestens wenn man konkrete Erwartungen hat und seine Ansprüche spezifisch formuliert, braucht man so etwas wie die angesprochene Rückkopplungsschleife. Sie verlängert den Arbeitsprozess, doch am Ende zahlt sich der Umweg aus.“ WRATH OF VESUVIUS wissen längst, dass sie Technik nur bis zu einem gewissen Punkt hin bemühen können, um ihre Hörer nicht zu verlieren: „Irgendwann bedeutet Technik einfach nichts mehr, wenn der Kontext nicht stimmt“, so Joseph. „Die Leute wollen sich in Songs zurechtfinden und etwas für sich mitnehmen. Wer das als Band nicht beachtet, hat schlechte Karten. Deshalb schreiben wir nicht gleich eingängige Stücke, doch wir versuchen, unseren Tracks stets ein Feeling und Substanz mitzugeben. Der Song-Aufbau erfolgt durchdacht, wobei wir nicht von Riff zu Riff, sondern von Akkord zu Akkord denken. Variabilität und Spannung sind uns ebenfalls wichtig.“

Für die Selbstbetitelung ihres neuen Albums haben sich die Kalifornier aus mehreren Gründen entschieden: „Es war uns wichtig, WRVTH als Gütesiegel zu etablieren“, erzählt der Drummer. „Zudem wollten wir den einzelnen Song-Titeln mehr Raum geben, das Gesamtbild herzustellen, und außerdem die Hörer stärker einbinden. Sie sollen sich mit den Tracks beschäftigen, um heraus zu finden, worum es uns geht.“ Jenseits der Verortung im breit interpretierten TechDeath fällt es schwer, den Finger darauf zu legen, was das Quintett treibt. Joseph Serrano stört das nicht: „Ich bin davon überzeugt, dass wir eine Band sind, die ihren Sound immer weiter entwickeln und verändern wird. Dennoch denke ich, dass wir uns bereits als Gruppe etabliert haben, die ihren Weg geht und einen Genre übergreifend angelegten Stil verfolgt. Die Einflüsse, die wir einbinden, sind nicht zwingend nur auf den Death Metal beschränkt, und das zeichnet uns aus.“

 
 Links:
  facebook.com/WrathofVesuvius
 
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