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The Great Dischord

Storie von: arne, am 25.05.2015 ]

DIE ANGST VOR DEM UNBEKANNTEN. Die Schweden von THE GREAT DISCORD begreifen ihre Band als Gesamtkonzept, das erst im Zusammenspiel aller Elemente – Musik, Texte, Ästhetik und Auftritt – seine wahre Größe und Intensität erreicht. Hört man das Debüt des Quintetts und beschäftigt sich mit der Außendarstellung der Gruppe, kann man dem nur beipflichten und ist von „Duende“ schnell begeistert.

 
„Wir verstehen THE GREAT DISCORD als Plattform für Erfahrungen und Erlebnisse – sowohl was aufgenommene Sounds als auch unsere Präsentation auf der Bühne anbelangt,“ erzählen Sängerin Fia und Schlagzeuger Aksel. „Unsere Einflüsse sind vielfältig, wobei wir die metallischen Auswüchse betonen, weil sie am besten zu unseren Ideen passen. Mit den Songs loten wir Grenzen aus, indem wir auf die düsteren Aspekte des menschlichen Geistes abstellen. Wenigstens tun wir das gemessen an dem, was gemeinhin als düster oder negativ gilt. Bei uns verspürt man ein unbestimmtes Unbehagen und begegnet Missklängen. Alles steht miteinander in Verbindung und findet eine physische Entsprechung in der Bühnenpersönlichkeit von Fia. Diese Beschreibung mag vage und unpräzise klingen, doch darum geht es uns: um Ungewissheit und Unsicherheit. Denn das, was einen am meisten ängstigt, kennt man nicht.“

Der Ansatz der Musiker aus Linköping ist zwingend als ganzheitlich und spartenübergreifend zu beschreiben: „Sich um die Präsentation genauso wie um die Musik zu kümmern, hat im Metal eine lange Tradition,“ wissen die Schweden. „Das ist aufregend und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Wirkung unserer Band. Primär geht es uns darum, unsere Ideen und Empfindungen zu visualisieren, ohne dabei auf eine bestimmte Gruppe abzuzielen. Dennoch schätzen wir die Möglichkeit, über die Verbindung von Musik und Visuals ein tieferes Verständnis für unsere Kunst schaffen


zu können.“

Dem Quintett gelingt genau das, wobei die eigene Aura und die ausgeprägte Vielfältigkeit von „Duende“ in ihren Bann ziehen: „Unsere Songs repräsentieren die Musik, die in unseren Köpfen spielt,“ erklären die Sängerin und der Schlagzeuger. „Wir sind der Meinung, dass unser Band-Name gut dazu passt. Als Band sind wir in Bewegung, verändern uns permanent, klingen widersprüchlich und stehen für den Zusammenprall unterschiedlicher Facetten. Dabei entsteht keine einfache Musik, doch wir hoffen, dass uns die Leute ihre Aufmerksamkeit schenken.“ In jedem Fall werden sie gefühlsseitig angesprochen, wobei die schwermütige Konnotation die Rezeption bestimmt:

„Melancholie und Trauer sind Emotionen, die jeder Mensch verspürt,“ äußern Fia und Aksel. „Die Auslöser dafür mögen unterschiedlich sein, doch stets behält man einen Teil für sich und schottet sich ab. Wer sich nicht gut fühlt oder leidet, muss eine Strategie finden, damit umzugehen. Wir haben in der Musik unseren Ausweg gefunden. „Duende“ ist das Ergebnis unserer Gefühlsverarbeitung, die weder zielgerichtet noch bewusst gesteuert erfolgt. Man hört unser Verständnis gefühlsechter, ehrlicher Musik. Unser Lebensumfeld ist zu großen Teilen durch Leid, Gewalt und Morbidität geprägt. Doch es gibt auch Stimmen und Dinge, die motivieren, durch zu halten und die dazu animieren, mit allem zu Recht zu kommen – so hoffnungslos die Lage auch erscheint.“

 
 Links:
  facebook.com/thegreatdiscord
 
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