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Continuum

Storie von: arne, am 21.05.2015 ]

Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Gitarrist hat Chase Fraser bereits bei Decrepit Birth, Animosity und Son Of Aurelius unter Beweis gestellt. Mit CONTINUUM hat er 2009 ein weiteres Outlet etabliert, das nun mit „The Hypothesis“ Veröffentlichungsreife erreicht. Extrem, technisch und komplex angelegter Death Metal ist gesetzt und wird auf dem halbstündigen Debüt konsequent adressiert.

 
Die Band aus der Bay Area hat sich nach der Kontinuums-Hypothese benannt, einer 1878 aufgestellten und als unergründlich bzw. nicht fassbar geltenden mathematischen Fragestellung. Die Verbindung zwischen Mathematik und dem durchgeplanten, kalkulierten TechDeath ist schnell hergestellt. Das Schicksal einiger Wissenschaftler, die sich an der Lösung der Hypothese versuchten und scheiterten, bleibt den Musikern hoffentlich erspart – der Selbstmord: „Eine Antwort oder die Lösung der unergründlichen Frage kann ich nicht liefern, zumindest jetzt noch nicht“, erwidert Chase Fraser im Gespräch. „Der Band-Name ist als Hinweis darauf zu verstehen, dass die Menschheit vieles nicht weiß oder nicht fassen kann. In unserem Universum, ja selbst im Alltag, gibt es viele Unbekannten. Die Menschheit stellt sich gerne als Krone der Schöpfung und allwissend dar, wobei das Selbstbewusstsein in meinen Augen viel zu stark ausgeprägt ist. Etwas mehr Demut täte den Menschen bisweilen gut.“

Die Band bietet dem Frickler und Produzenten die Möglichkeit, sich handwerklich zu verausgaben: „Ich habe volle Kontrolle über das Songwriting und bezüglich der übergeordneten Ausrichtung von CONTINUUM,“ benennt Chase die Vorzüge dieses Outlets: „Vielleicht mag das Ergebnis ähnlich dem anderer Bands, an denen ich mitwirkt habe, klingen, doch für mich sind die Unterschiede gewaltig. Viele der Riffs, die ich hier spiele, stellen das Maximum dessen dar, was ich als Gitarrist zu leisten im Stande bin. Mich permanent heraus zu fordern und dabei neue Dinge zu lernen, ist das, was mir CONTINUUM bietet.“ Die Stoßrichtung und die Ziele der Band haben sich seit ihrer Gründung nicht verändert, wie der Kalifornier erzählt: „Als Gitarrist gehe ich permanent an meine Leistungsgrenze und will die Arrangements gleichzeitig auch auf einem genau so hohen Level umsetzen. Im Death Metal existieren weder Regeln noch Grenzen. Also kann ich tun und lassen, was ich will, um mich von anderen Gruppen zu differenzieren und als Musiker glücklich zu sein. Ich finde es beachtlich und toll, dass sich die Death Metal-Szene auch heute noch weiter entwickelt und nicht stagniert. Sicherlich gibt es auch schlechte Bands und Veröffentlichungen, doch immer wieder treten Gruppen auf den Plan, die das Genre mit frischen Ideen und Mut in zuvor unbekannte Territorien führen.“

Auf konkrete Beispiele angesprochen, muss der Gitarrist nicht lange überlegen: „Tief beeindruckt haben mich insbesondere The Faceless“, äußert Chase Fraser. „Sie vermischen Death Metal mit Industrial und Black Metal, wie es vor ihnen keine andere Gruppe


getan hat. Dadurch verschieben sie die Grenzen und erweitern die Möglichkeiten für andere Musiker. Derzeit gibt es zahlreiche The Faceless-Klone, doch das ist verständlich. Die Leute imitieren immer das, was neuartig und erfolgreich ist – vielleicht künftig ja auch einmal uns. Was ganz aktuelle Veröffentlichungen anbelangt, bin ich ein großer Fan von Soreption und ihrem neuen Album. Psycroptic finde ich ebenfalls herausragend, doch von ihnen habe ich auch nichts anderes erwartet. In Montreal habe ich kürzlich ein Konzert von The Black Crown Initiate gesehen und war davon überrascht, dass sie live noch besser klingen als auf Platte. Um die nähere Zukunft des Death Metal muss man sich keine Sorgen machen. Daran arbeiten auch wir mit.“

Der Gitarrist ist mit Haut und Haar Teil seiner Szene und ein Vollblut-Musiker: „Ich bin wirklich schon lange mit dabei und bis heute ein eingefleischter Fan geblieben. Für die Chance, mit so vielen fabelhaften Bands zusammen spielen und touren zu dürfen, bin ich unsagbar dankbar. Sicherlich ist die Death Metal-Szene heute nicht mehr das, was sie 1991 gewesen ist, doch so ist es nun einmal. Es ist härter geworden, mit einer neuen Gruppe aufzufallen, weil es inzwischen tausende Death Metal-Bands gibt. Ich vertraue darauf, dass es hinreichend viele Hörer gibt, die gute Qualität und neue Ansätze zu schätzen wissen. Bei ihnen rechne ich mir mit CONTINUUM gute Chancen aus. Wir schreiben qualitativ hochwertigen, wieder erkennbaren Death Metal, der Hörer zum Nachdenken anregt – sowohl musikalisch als auch philosophisch.“

Noch konkreter lässt sich „The Hypothesis“ wie folgt zusammen fassen: „Wir spielen einen klaren, brutalen und präzis umgesetzten Death Metal,“ so benennt der Kreativ-Kopf die Essenz des Band-Sounds. „Unser Album ist technisch ausgerichtet, folgt dabei aber keinen Trends. Es gibt keine schwachen Riffs oder unnötigen Parts. Alles greift stimmig ineinander, kommt kompakt und zielgerichtet daher. Das ist mir besonders wichtig.“ Um Chase Fraser herum hat sich inzwischen eine feste Band-Konstellation herausgebildet, wodurch sich der Sound der Kalifornier künftig vielleicht ändern wird:

„Ich kann ausschließen, dass unsere nächste Platte eine Symphonie sein wird,“ witzelt der Gitarrist. „CONTINUUM sind eine Death Metal-Band und werden es bleiben. Daneben sehe ich für unsere Entwicklung keine Restriktionen. Wir müssen uns nicht einmal neu erfinden, um anders und interessant zu klingen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Primär geht es mir darum, mich weiter zu fordern und als Gitarrist besser zu werden.“

 
 Links:
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