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Nightrage

Storie von: arne, am 26.04.2015 ]

Fällt der Name NIGHTRAGE, denkt man unweigerlich an MeloDeath. Seit rund 15 Jahren fungiert das Outlet um Gitarrist Marios Iliopoulos als relevante Konstante seiner Spielart. Auf seinem sechsten Longplayer „The Puritan“ setzt das griechisch-schwedische Trio einmal mehr auf zugespitzte Vehemenz und die erprobten Trademarks.

 
Ohne Veränderungen geht es bei dieser Gruppe aber nicht. Mastermind Marios Iliopoulos fasst im Gespräch zunächst die Entwicklungen seit Erscheinen des letzten Albums im Jahr 2011 zusammen: „Es ist wirklich wieder eine Menge passiert. In Support von „Insidious“ haben wir in den USA mit Firewind und Arsis getourt, waren anschließend in Südkorea, Europa und Griechenland unterwegs und haben später als Headliner Touren in Japan und Russland gespielt. Es war unsere dritte und letzte Platte für Lifeforce Records, und auch im Line-Up haben sich Wechsel ergeben. Einigen Mitgliedern ging der Fokus verloren. NIGHTRAGE besaßen nicht mehr ihre oberste Priorität, was ein Problem darstellt, wenn man eine tourende Band ist und sich aus diesem Grund Schwierigkeiten mit den Tour-Planungen ergeben.“ Dass junge Musiker nach einer gewissen Zeit ihr Leben verändern wollen, ist aber normal. Marios kennt das bereits aus der Vergangenheit:

„Die Band darf darunter aber nicht leiden,“ entgegnet er. „Jeder muss mit offenen Karten spielen. Mehr fordere ich gar nicht. Für die verbleibenden Musiker ist es wichtig, zu wissen, woran sie sind. Es geht ohne Drama und Streit, solange man ehrlich zueinander ist. Personelle Veränderungen hat es bei uns immer wieder gegeben. Damit weiß ich umzugehen. NIGHTRAGE sind dadurch nicht zu stoppen. Wichtig ist mir lediglich, dass die jeweilige Besetzung ein gutes Team bildet, das auf dasselbe Ziel hinarbeitet. Als Gruppe haben wir uns im neuen Line-Up und mit „The Puritan“ ein Stück weit neu erfunden. Dennoch sind wir als NIGHTRAGE erkennbar. Es muss doch einen Grund dafür geben, dass die Band nach all den Problemen und widrigen Zeiten nach wie vor besteht. Unsere Langlebigkeit und unser Durchhaltewillen werden sich auszahlen. Davon bin ich überzeugt. Ronnie Nyman ist als Sänger eine tolle Verstärkung. Wir haben uns von Beginn an blind verstanden. Als Bassist ist weiterhin Anders Hammer dabei. Die Konstellation als Trio hat sich als die beste für uns erwiesen, also behalten wir sie vorerst bei. Für Konzerte und Touren arbeiten wir mit einem Session-Drummer und einem Aushilfs-Gitarristen.“

Als treibende Kraft und schließende Klammer im Zeitverlauf fungiert ohnehin nur der umtriebige Grieche: „NIGHTRAGE ist die Band, die mir die Möglichkeit bietet, all meine musikalischen Ideen und Ziele umzusetzen,“ weiß auch Marios Iliopoulos. „Nach all den Jahren bin ich immer noch so inspiriert und kreativ wie zu Beginn. Songs schießen geradezu aus mir heraus. Zudem hilft mir die Gruppe dabei, die Fragen zu beantworten, mit denen ich mich herum schlage. Im Alltag kämpfe


ich mit Allerweltsproblemen, Wut und Traurigkeit – so wie jeder. Die Liebe zur Musik und die Kreativität, die in mir ist, helfen mir dabei, damit umzugehen. Egal, ob es mir gut oder schlecht geht, die Musik ist mein Begleiter. Ich selbst bin aber ebenfalls überrascht, dass die NIGHTRAGE nach 15 Jahren immer noch besteht. Das muss ich ehrlicherweise zugeben. Andererseits ist meine Mission noch nicht beendet. Emotional und mental bin ich fest mit NIGHTRAGE verbunden.“

Der klar umrissene, typische Sound der Gruppe gibt Orientierung und steht für Verlässlichkeit. Losgelöst von personellen Fragestellungen pflegt das Trio einen markanten MeloDeath: „Es stimmt, dass Trends für uns keine Rolle spielen und wir unser Ding durchziehen“, bestätigt Marios. „Mir geht es um aufregende, frische und melodische Songs, die zu 100 Prozent Metal sind. Wir sind stolz darauf, eine Metal-Band zu sein und das soll man auch hören. Das bedeutet nicht, dass wir engstirnig aufgestellt wären, doch bei uns dreht sich alles um den Metal. Wir werden weder uns noch unsere Fans enttäuschen. Unsere Songs repräsentieren den Stil, den wir über alles schätzen. Das Feedback der Hörer und Presse zeigt uns, dass wir respektiert und verstanden werden. Das ist eine schöne Bestätigung dafür, dass wir mit unseren Vorlieben nicht so verkehrt liegen. Leidenschaft und Authentizität sind uns wichtiger als flüchtiger Zuspruch. Wir wählen nicht den einfachsten Weg und verzichten auf kommerzielle Tricksereien. Die Leute bekommen es ohnehin schnell mit, wenn man sich verstellt und nicht man selbst ist. Wo wir stehen würden, wenn wir in der Vergangenheit andere Entscheidungen getroffen hätten, weiß ich nicht abzuschätzen. Ich kenne nur diesen einen Weg und spiele meinen Metal. Das reicht mir voll und ganz.“

Die Songs von „The Puritan“ sind Beleg dieser geerdeten, bescheidenen Attitüde: „Musikalisch ist das Album geradlinig angelegt und stellt auf die transportierten Gefühl ab, nicht auf komplexe Arrangements oder den technischen Aspekt. Die Lyrics sind ebenfalls aufrichtig und harmonieren gut mit der Musik. Erst die Kombination aus beidem lässt die Stücke wirken, denn Texte und Musik gehören für uns zusammen. Gefühlsseitig wollten wir dieses Mal noch tiefer als auf den früheren Alben graben. „The Puritan“ kann als Essenz all dessen gelten, was NIGHTRAGE als Band bis heute durchlebt haben. Alle bekannten Elemente finden sich auf der Platte und mehr noch. Zusätzlich hinzugefügt haben wir weitere rohe, melodische Sounds. Und auch am Gesang haben wir sehr lange gefeilt, bis er perfekt zu den Stücken gepasst hat.“

 
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