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Bloodstained Ground

Interview von: arne mit Thomas Gerber, am: 05.02.2015 ]

Die Spielwiese der Gruppe aus Zofingen ist als angeschwärzter Death Metal zu beschreiben, der roh und ruppig adressiert wird, dabei aber melodisch und zugänglich aufbereitet daher kommt. Die seit sieben Jahren aktiven BLOODSTAINED GROUND agieren auf ihrem „A Poem Of Misery“ mit Verständnis und Umsicht, wenn sie ihre brutalen Songs voran treiben. Tempo-seitig, aber auch was die kreierte Tiefe der Kompositionen anbelangt, setzen die Eidgenossen fesselnde Kompositionen, die sich jenseits der eingetretenen Pfade des Blackened-Death bewegen – und das nicht allein aufgrund des Einsatzes von Violine, Cello und Sitar.

 

Musicscan: Direkt zum Einstieg leicht provokativ: nun habt Ihr schon eine eigene Website, doch die Inhalte dort sind nur bedingt aktuell und was News anbelangt, verweist Ihr direkt auf Facebook. Woran liegt es, dass die Website eher stiefmütterlich behandelt wird, wo Ihr doch sonst eine professionelle Einstellung an den Tag legt?

Bloodstained Ground: Eine gerechtfertigte Frage! Leider können wir bei unserer aktuellen Homepage selber nur die News und Konzerte eintragen. Für den Rest wären ein wenig HTML Kenntnisse erforderlich, welche leider keiner von uns besitzt. Die Seite geht bald vom Netz und wir werden künftig nur noch Facebook verwalten. Evtl. kommt dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder einmal eine Homepage. Allerdings eine, die etwas einfacher zu verwalten ist.

Musicscan: Wie ist es grundsätzlich um Euer Verständnis der Band bestellt: ist Bloodstained Ground eher ein zeitintensives Hobby und besitzt so etwas wie Projekt-Charakter oder ist es eine richtige Gruppe, mit der Ihr „erreichen wollt, was geht“, um es flapsig zu formulieren?

Bloodstained Ground: Ich würde es mal als eine Mischung aus zeitintensives Hobby und „mal schauen was geht“ bezeichnen. Wir arbeiten alle Vollzeit und Einzelne von uns stecken gerade mitten im Studium oder beginnen demnächst damit, daher wird sich in naher Zukunft daran auch nichts drastisch ändern. Wir versuchen natürlich so viel Zeit wie irgendwie möglich in die Band zu investieren. Bis jetzt klappt das auch sehr gut. Wir schauen, dass wir die Proben mit ein bis zweimal pro Woche auf dem Minimum halten und dafür eher Zuhause noch üben.

Musicscan: In der Richtung der letzten Frage weiter: die Anzahl der Shows der Vergangenheit, aber auch die für 2015 geplanten, ist eher überschaubar. Woran liegt es, dass Ihr nicht so viel live auftretet? Bands etablieren sich doch heutzutage zunehmend über Live-Präsenz, oder nicht?

Bloodstained Ground: Wir haben uns Anfangs darauf geeinigt, die Anzahl Shows eher tief zu halten. Die Schweiz ist sehr klein und wir wollten da auch keine Übersättigung riskieren. Dafür wird man etwas weniger wahrgenommen. Es hat Vor-und Nachteile, werden künftig aber sicher häufiger auftreten. Vom Ausland kamen bis jetzt einfach auch noch nicht so die Angebote. Wir hoffen natürlich, dass sich das mit dem neuen Album ändert!

Musicscan: Gibt es in Bezug auf Konzerte eventuell Restriktionen, was die zusätzlichen Streichinstrumente (Violine, Cello und Sitar) anbelangt, oder lässt sich Euer Material problemlos auf die Bühne bringen?

Bloodstained Ground: Wir arbeiten mit Samples, die vom Drummer gesteuert werden. Haben allerdings die Option hin und wieder eine/n Gastusiker/in zu engagieren. Je nach Verfügbarkeit. Die Samples werden dann entsprechend für die Shows angepasst. Also einzelne Spuren entfernt etc.

Musicscan: Unterscheidet sich die Art und Weise, wie die Songs auf Euch selbst wirken, zwischen Proberaum/Studio und Live-Spiel? Falls ja, inwiefern? Der Charakter dürfte sich partiell schon ändern, wäre meine Vermutung…

Bloodstained Ground: Ich denke dass das ganze live deutlich wilder klingt. Die Produktion ist ja auch sehr sauber und kontrolliert geraten. Live wird da schon mal etwas härter in die Saiten gelangt! zudem kann ich mir vorstellen, dass man live etwas weniger Details wahrnimmt und der Sound somit etwas brutaler/direkter rüberkommt.

Musicscan: Auf Facebook bezieht Ihr Euch auf die Gruppen Behemoth, In Flames, At the Gates, Turbonegro, Hate, Hypocrisy, Fleshgod Apocalypse, Vader, Immortal – sowohl was Einflüsse anbelangt als auch was Vergleiche in Bezug auf Bloodstained Ground anbelangt. Dazu: was konkret beeindruckt Euch am Sound oder dem Auftreten dieser Gruppen, was hab Ihr Euch bei Ihnen abgeschaut? Inwieweit bzw. woran macht Ihr einen Einfluss in Euren Songs fest?

Bloodstained Ground: Wir haben uns ursprünglich als klassische Melodic Deathmetal Band gegründet. Durch die Vorlieben der einzelnen Musiker kamen dann im Laufe der Jahre ständig neue Einflüsse hinzu. An Turbonegro gefällt uns halt das rockig, dreckige. Behemoth, mit ihren unglaublich starken Kompositionen und natürlich das Auftreten, welches passend zur Musik ein Gesamtkunstwerk ergibt. At the Gates ist diejenige Band, welche uns in den Anfängen sehr stark beeinflusst hat und so versuchen wir die Melodic Death Wurzeln auch nie ganz zu vergessen.

Musicscan: Zusätzlich: was kennzeichnet in Euren Augen den Sound von Bloodstained Ground, wo liegen die Trademarks, die Euch von anderen absetzen? Nachspielen kann ja jeder, doch das scheint nicht Euer Weg zu sein…

Bloodstained Ground: Das erste Album „the human parasite“ war noch ein sehr klassisches Melodic Death Album. Auch da schon irgendwie eigen. Jedoch noch nicht da wo wir hinwollten. Beim neuen Album „a poem of misery“ warfen wir alle gängigen Strukturen über den Haufen und wollten etwas komplett Eigenes erschaffen. Was uns abhebt sind bestimmt die interessanten Kompositionen, die hohe Intensität der Songs, sowie auch die passende Bühnenoptik. Zudem weiss man bei unseren Songs nie so recht was einem als nächstes Erwartet.

Musicscan: Was ich an Reviews gelesen habe, scheint A Poem Of Misery insgesamt sehr wohlwollend aufgenommen worden zu sein. Sicherlich habt Ihr auch verfolgt, was alles geschrieben worden ist: was hat Euch überrascht? Inwieweit haben sie Eure eigenen Eindrücke und Erwartungen bestätigt? Und fühlt Ihr Euch im großen und ganzen so verstanden, wie Ihr Eure Songs intendiert habt?

Bloodstained Ground: An dieser Stelle auch Dir vielen Dank, für das tolle Review. Wir sind sehr überrascht wie positiv das Album aufgenommen wird! das hat uns natürlich sehr gefreut und bestätigt einem auch auf dem richtigen Weg zu sein. Einzelne sind eher auf die Kompositionen, andere eher auf den lyrischen Inhalt eingegangen. Es ist sehr interessant zu sehen, wie andere deine eigenen Songs aufnehmen.

Musicscan: Über Euer Zweitwerk hinweg ist eine entdeckungsfreudige Grundhaltung deutlich. Wie weit geht das bei Euch? Müsst Ihr Euch gelegentlich selbst einbremsen, oder gibt es im Songwriting keine Restriktionen und Ihr versucht alle Ideen umzusetzen, die sich einstellen?

Bloodstained Ground: Es wäre schön alle Ideen umsetzen zu können! Daher mussten wir teilweise schon etwas bremsen. geschrieben wurden auch noch ein paar Songs mehr. In denen die dann auch aufgenommen wurden, haben wir alles auf den Punkt gebracht und die vielen Einflüsse zu einem Ganzen zusammengefügt. Ich empfinde es als sehr wichtig viele Einflüsse zulassen zu können und sich selbst nicht zu fest einzuschränken!

Musicscan: In dieser Richtung weiter gedacht: gibt es schon Ansätze oder Ideen, wie sich der Sound von Bloodstained Ground ausgehend von A Poem Of Misery weiter entwickeln wird? In der Annahme, dass Ihr Euch mit dem finalen Album nach der Fertigstellung intensiv beschäftigt habt, gibt es ja vielleicht schon Überlegungen, was Ihr künftig anders angehen oder zusätzlich umsetzen wollt?

Bloodstained Ground: Ja, da sind schon einige Ideen vorhanden! Verraten will ich an dieser Stelle aber noch nicht zu viel! Der Stil wird bestimmt beibehalten und wir versuchen uns auch weiter noch mal zu steigern.

Musicscan: In aller Kürze zum Schluss: welche Pläne stehen für 2015 auf dem Plan?

Bloodstained Ground: Primär werden wir uns auf die nächsten Shows konzentrieren, neues Merchandise produzieren und evtl. sogar mit dem Songwritig vom nächsten Album beginnen. Wir werden bestimmt nicht untätig sein!

 
 Links:
  facebook.com/BloodstainedGroundBAND
 
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