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A Gorgeous Machine

Interview von: arne mit Fabian, am: 09.01.2015 ]

Mit „Future City Girl“ wagen sich die Nürnberger an das Licht der Öffentlichkeit. Das Debüt erscheint sogar auf dem bandeigenen Songs For Somebody Records. Erfolg oder Misserfolg liegen demnach in mehrfacher Hinsicht in den Händen von A GORGEOUS MACHINE. Stilistisch setzt die Gruppe auf einen bauchgesteuerten Sound zwischen Alternative-Rock und -Metal. Sängerin Eva bedingt den Vorsatz „Female Fronted“ und bestimmt die Wirkung der neun Stücke. Verbindung zu den Tracks ist schnell hergestellt, weil die Debütanten im Songwriting auf Intuition und eingeführte Spielmuster setzen.

 

Musicscan: Eingangs: Eure eigene Band-Website und auch das Facebook-Profil geben nicht sonderlich viel über Euch und Euren bisherigen Werdegang preis. Nehmt Ihr Euch hier bewusst zurück oder gibt es nichts zu berichten?

A Gorgeous Machine: Für uns soll in erster Linie die Musik und das damit verbundene Artwork - v.a. das Future City Girl - im Mittelpunkt stehen. Wir als Einzelpersonen sehen uns nicht als so wichtig an. Schon alleine die Tatsache, ob du eine Band aus Nürnberg, Berlin oder Hamburg bist, kann den Eindruck eines Hörers beeinflussen. Des Weiteren wollen wir Vergleiche mit anderen Bands vermeiden, da auch dies den Blinkwinkel einengen kann. Unsere Musik soll wahrgenommen werden wie sie ist. Am Ende kommt es darauf an, ob ein Song dich anspricht, berührt und dir einfach gefällt.

Musicscan: Deshalb dann auch: Mit welchem Selbstverständnis tretet Ihr als Band an, was ist die Basis Eures Daseins? Wie würdet Ihr Euren bisherigen Weg vom Sound her beschreiben bzw. einordnen? Wo seid Ihr gestartet, wo steht Ihr heute, wie geht es wohl weiter, wohin wollt Ihr überhaupt?

A Gorgeous Machine: Die Basis unseres Daseins ist die Musik an sich. In diesem Kontext haben wir uns letztlich gefunden – die Musik ist der Grund, der uns zusammen hält, Spaß erleben lässt und kreative Impulse in uns auslöst. Eine stimmige Mannschaft in einer Combo zusammen zu bekommen, ist alles andere als selbstverständlich. Manchmal dauert es Jahre. Am Anfang standen als Ideen lediglich diverse Blaupausen. So läuft das Songwriting heute auch noch ab. Die Entwicklung des Sounds hat sich gerade im letzten Jahr mit der Aufnahme des Albums stark verändert. Nicht nur dass wir uns noch stärker als sonst mit unseren Zielvorstellungen auseinander gesetzt haben, sondern auch der erstmalige äußere Einfluss des Produzenten hat uns in einer gewissen Art und Weise geprägt, reflektieren lassen und uns Impulse für Veränderungen gegeben. Im nächsten Jahr wollen wir möglichst oft auf die Bühne und soweit es die Zeit zulässt auch wieder an neuem Material arbeiten. Wo uns die Reise hinträgt, hängt von vielen Faktoren ab. Wir sind selbst gespannt.

Musicscan: Als Genre-Bezeichnung führt Ihr „Female Fronted - Alternative/Metal“ an. Ist es heutzutage noch erforderlich, das „Female Fronted“ zu führen? Warum tut Ihr das? Man hört es doch eh. Oder gibt es im Umgang mit Euch irgendwie Vorbehalte aufgrund des „Female Fronted“?

A Gorgeous Machine: Damit wollen wir hier keine Genderdiskussion entfachen. Die Bezeichnung an sich haben wir aufgrund der Tatsache gewählt, da der Bereich härterer Musikgenres sehr wohl noch ein männergeprägter Haufen ist. Die harten Riffs und der weibliche Gesang sind nun mal prägende Merkmale.

Musicscan: Von Euren Show-Erfahrungen ausgehend: Welches Publikum findet einen Draht zu Euch? Wer kommt nach Gigs zum Merch-Tisch und outet sich als (neuer) Fan? Wer schaut verständnislos? Habt Ihr beim „Diehard-Metal-Publikum“ Probleme, weil Ihr nicht der „typischen“ Metal-Ästhetik gerecht werdet? Wen seht Ihr selbst als „Zielgruppe“ Eurer Songs?

A Gorgeous Machine: Wir spielten bisher mit diversen Bands, aber die typische Metal-Ästhetik war hier noch nie von Relevanz. Verständnislose Blicke sind uns zumindest noch nicht aufgefallen. Bisher haben wir eigentlich immer einen guten Zugang zum Publikum gefunden. Mit Sicherheit bedienen wir kein „Diehard-Publikum“. Es war unsererseits aber auch nie gewollt, sich auf Biegen und Brechen davon abzugrenzen. Dadurch, dass unser Klangkostüm im Bereich Alternative/Metal relativ breit aufgestellt ist, spiegelt sich dies auch in den potenziellen Hörern wieder. Wir wollen keine genre-spezifische Zielgruppe, sondern diejenigen, denen es eben gefällt.

Musicscan: Wie fällt das Fazit der CD-Release-Show vom 11. Oktober aus, was ist besonders in Erinnerung geblieben von diesem Abend?

A Gorgeous Machine: Es war ein gelungener Abend mit vielen positiven Erlebnissen. Klar gab es Kleinigkeiten, die wir im Nachhinein hätten verbessern können, aber die gibt es ja schließlich immer. Besonders in Erinnerung geblieben ist der miserable Sound, den wir aber zum Glück noch vor Showbeginn korrigieren konnten. Die positiven Rückmeldungen und der Betrieb am Merch Stand entschädigte letztlich für die anfänglichen Schwierigkeiten und die auch nicht unstressige Vorbereitungszeit, so dass es für alle Beteiligten ein gelungener Abend wurde.

Musicscan: Es ist nicht sogleich offenbar, dass Ihr selbst die Platte veröffentlicht bzw. wenigstens ein Teil der Band hinter dem Label steht. Was hat Euch bewogen, selbst Verantwortung zu übernehmen? Gerade Gruppen, die noch im Aufbau befindlich sind und Ihren Namen unter die Leute bekommen müssen, profitieren ja gemeinhin davon, von einem Label Support und Anschub zu bekommen, was für Euch ausscheidet, weil Ihr sicher ohnehin schon das Euch Mögliche tut…

A Gorgeous Machine: Das war eine sehr bewusste Entscheidung. Erstens hatten wir einfach Bock drauf, das selber in die Hand zu nehmen. Und zweitens muss man ehrlicherweise auch dazu sagen, dass wir uns um alles andere nicht bemüht haben, eben aus dem ersten Grund. Wir sind zufrieden so wie es läuft und ob wir immer schon alles Mögliche tun ist unserer Meinung nach immer Ansichtssache, es geht immer mehr als mehr.

Musicscan: Apropos: Wenn man A Gorgeous Machine googelt, findet man nicht viel, außer Euren Band-Profilen. Woran liegt es, dass man noch nicht viel Notiz von Euch genommen hat? Wie viele Shows habt Ihr bereits absolviert? Was tut Ihr, um Leute auf Euch aufmerksam zu machen?

A Gorgeous Machine: Bisher haben wir noch nicht so viele Shows gespielt, mit Betonung auf "bisher". Im Grunde haben wir es ganz altmodisch gemacht: Wir haben im ersten Schritt geheiratet und kriegen dann unsere Kinder. Auch wenn wir schon länger im Netz sind, haben wir erst jetzt im Zuge der Veröffentlichung unseres Albums begonnen, uns umfänglicher zu präsentieren und bekannt zu machen. Letztendlich nutzen wir die klassischen Kanäle, insb. unsere Webseite, Facebook und Youtube. Dass wir uns im Legacy-Magazin präsentieren dürfen, stellt einen weiteren wichtigen Schritt für uns dar! Durch die Bemühungen haben wir tatsächlich schon Buchungsanfragen von Leuten erhalten, die auf irgendeine Art und Weise auf uns aufmerksam geworden sind.

Musicscan: Wie wichtig ist Bestätigung für Euch als Band? Welches Feedback bzgl. Future City Girl ist Euch bislang als passend und eher abstrus aufgefallen? Fühlt Ihr Euch und Euren Sound verstanden? Was würdet Ihr gerne über Euer Debüt lesen?

A Gorgeous Machine: Wir sitzen 3 Jahre im Bunker und schreiben Songs die wir so stark finden, dass wir entscheiden, das Zeug muss auf eine Platte. Die ganze Aktion dauerte fast ein Jahr, Abende und Wochenenden werden schlichtweg aufgefressen. Aber wenn irgendein Mensch den du noch nie gesehen hast deine Platte kauft und sich ein Autogramm als Wertanlage wünscht, dann war es das wert. Die Bestätigung unserer Band ist uns in einer gewissen Weise natürlich wichtig, nur muss man da selektieren von wem man diese bekommt. In vielen Fällen ist das Feedback nicht objektiv oder viel zu übertrieben. Heutzutage wird oftmals viel zu schnell über etwas geurteilt. Zwischen dem persönlichen Geschmack und dem eigentlichen musikalischen Konzept gilt es zu unterscheiden. Ein häufiges Feedback über das Album Future City Girl ist, dass das Gesamtwerk in sich meist stimmig erlebt wurde. Über unser Album würden wir gerne die ehrliche Meinung anderer darüber lesen wollen, unabhängig vom eigenen Geschmack, sondern vielmehr aus dem Blickwinkel der musikalischen Überzeugungskraft.

Musicscan: Beschreibt doch mal bitte das Gefühl, mit dem Ihr Future City Girl veröffentlicht habt. Und wenn Ihr jetzt einen selbstkritischen Blick auf das, was Ihr abgeliefert habt, werft, was gibt es über die Platte zu sagen? Was ist Euch gut geglückt, worüber ärgert Ihr Euch inzwischen vielleicht? Wo wollt Ihr ansetzen, um Euren Sound künftig weiter zu entwickeln?

A Gorgeous Machine: Wenn man das erste Mal eine eigene Scheibe in der Hand hält, ist das schon ein tolles Gefühl. Es steckt ja auch verdammt viel Arbeit und Herzblut darin. Im Nachhinein würden wir mit Sicherheit vieles verändern, angefangen von der pre-production über die studio time bis zur post-production. Es sind viele Kleinigkeiten gewesen, aber man lernt ja nie aus. Nach unserer Meinung ist uns eine stimmige CD geglückt. Geärgert haben wir uns vor allem innerhalb des Produktionszeitraumes. Es ist schon etwas anderes, ob man ohne Druck im Proberaum Songwriting betreibt oder ob man zusammen effektiv mit diversen Timelines zusammen arbeiten muss. Im Laufe des Prozesses sind wir auch das eine oder andere Mal an einander geraten, was uns als Band am Ende aber nur noch mehr zusammengeschweißt hat. Jetzt geht es für uns erst einmal darum, weitere Shows zu spielen – weniger um die Entwicklung des Sounds. Ich denke das ist aber auch nichts, was man erzwingen kann. Wir wollen ja nicht klingen wie XY, sondern wie wir und das braucht eben seine Zeit.

Musicscan: Grundsätzlich scheint Euer Songwriting eher bauchgesteuert abzulaufen und auf einer Art „Fan-Perspektive“ zu basieren. Trifft es diese Umschreibung? Was ist Euch wichtig, wenn Ihr Songs schreibt? Was müssen Ideen haben, um von Euch zu Songs weitergeführt zu werden und dann auch den Weg auf eine Platte zu finden? Was sind die Trademarks von A Gorgeous Machine, wie Ihr sie seht?

A Gorgeous Machine: In jedem Song steckt ein Teil eines jeden von uns. Und je mehr Songs wir schreiben, desto besser wird der Workflow und das hört man den Songs an. Wichtig ist uns vor allem, dass es demokratisch abläuft und wir alle zusammen daran gestalten. Dabei steuert jeder seine Ideen mit bei und der Prozess kann sich durchaus lange hinziehen. Manchmal klappt das wie von alleine, manchmal wird auch heftig diskutiert. Erst wenn wir am Ende alle zufrieden sind, ist das Lied mehr oder minder fertig. Mehr oder minder, da wir nach ein paar Mal Spielen in der Regel immer noch Feinheiten verändern. Die Songs auf der Platte müssen ein abgestimmtes Gesamtwerk bilden und natürlich auch den wachsenden eigenen Ansprüchen genügen. Das Trademark ist einfach ehrliche Musik ohne großen Schnick Schnack. Wichtig ist uns die nicht immer einfache Gratwanderung aus interessanter, innovativer und gleichzeitig eingängiger Musik. Jedes Lied sollte seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte haben, ohne dabei zu stark aus dem Gesamtkonzept zu fallen.

 
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