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Sylosis

Storie von: arne, am 19.12.2014 ]

Der Album-Titel „Dormant Heart“ kann sich nicht auf die Herzen der Musiker beziehen, denn diese stehen weder still noch ruhen sie sich aus. SYLOSIS entwickeln ihren vierten Longplayer mit viel Leidenschaft und Emotion. Das britische Quartett tritt variantenreich und spannend in Erscheinung, wenn es seinen ganzheitlichen Heavy-Sound kreiert, der gut dosierte Härte und melodische Eingängigkeit songdienlich miteinander verbindet.

 
„Alben spät am Jahresende zu veröffentlichen, ist kein optimaler Zeitpunkt“, erwidert Gitarrist/Sänger Josh Middleton darauf angesprochen, dass die Veröffentlichung der Platte geschoben wurde. „Wir haben uns selbst in diese Lage gebracht. Am Ende sind wir so lange mit dem Mixen beschäftigt gewesen, dass es nötig wurde, mit dem Release bis zum nächsten Jahr zu warten. Die so gewonnene Zeit nutzen wir nun, um „Dormant Heart“ bestmöglich zu bewerben und die Neugier der Fans anzuheizen.“ Mit stetig besser werdenden Platten, einem eigenständigen Stil und intensiven Tour-Aktivitäten haben sich SYLOSIS längst eine treue Anhängerschaft aufgebaut: „Als Band sind wir aber weder ein Überflieger, was den Zuspruch angeht, noch sind wir über Nacht reich und berühmt geworden. Alles entwickelt sich gemächlich und die Anzahl an Fans wächst kontinuierlich“, nimmt der Frontmann den Faden auf.

„Der überwiegende Teil der Leute, versteht schnell, worum es uns geht. Wir halten an unserer Marschroute fest und lassen uns von Trends und Hypes nicht beeinflussen. Unsere Fans schätzen das. Als Musiker sind wir stark vom klassischen Bay Area-Thrash beeinflusst. Als Sänger verehre ich Phil Anselmo und Chuck von Death. Warum etliche Leute ihren Stil als MetalCore ansehen, kann ich nicht nachvollziehen. In meinen Augen screamen sie nur, und überhaupt kann ich mit jeglichem Core nichts anfangen. Deshalb höre ich es lieber, wenn uns Leute als melodischen Death Metal beschreiben. Das stört mich nicht, auch wenn ich selbst die Parallelen nicht wirklich sehe. Meinem Verständnis nach spielen wir schellen, thrashigen Metal, der melodisch aufgeladen ist und den wir auf eigene Art und Weise ausgestalten. Scheinbar deckt sich unser Selbstbild aber nicht damit, wie wir von den Leuten wahrgenommen wird.“ Wichtiger als diese stilistische Feinheit sollte es für SYLOSIS sein, eine faire Chance zu erhalten, denn in dem Fall können sie mit ihren stimmigen Metal-Songs punkten.

„Wir lassen uns nicht von externen Faktoren beeinflussen, sondern halten uns an das, was wir kennen und schätzen, und gehen unseren Weg damit weiter. Was mich motiviert, ist der Wettbewerb mit anderen Gruppen. Zeiten, in denen wenige Bands aktiv sind, die mich begeistern, sind demnach abträglich für meine Kreativität. In diesen Phasen suche ich umso intensiver nach Bands, die mich begeistern und antreiben. In den letzten Jahren sind es aber nur Black Breath gewesen, die mich so richtig umgehauen haben. Mit höheren Ansprüchen, wird es schwerer, originelle Acts zu finden. Also ist es an uns, die Musik


zu schreiben, die wir gerne hören wollen und die niemand sonst bietet.“ Das neue Album „Dormant Heart“ belegt, dass Josh seinen Worten Taten folgen lässt und auf das Erreichte völlig zu Recht stolz sein kann. „Es ist sicher nicht vermessen, für uns in Anspruch zu nehmen, dass wir einen Sound entwickelt haben, den man uns zurechnen kann. Wir haben uns eine komfortable Position erarbeitet, von der aus wir uns natürlich weiterentwickeln wollen. Mit der Veröffentlichung von „Dormant Heart“ wird genau das passieren, denke ich. Mehr Leute werden Notiz von uns nehmen, weil es unser bislang reifstes und eigenständigstes Album ist.“

Die Bedeutung des klassischen Metal für das Songwriting setzt der SYLOSIS-Frontmann niedriger als vermutet an: „Als traditionell orientierte Band würde ich uns nicht beschreiben. Natürlich finden sich in unseren Songs klassische Einflüsse, was das Metal-Verständnis anbelangt. Hinsichtlich der epischen und melodischen Schlagseite sind aber auch Verweise in Richtung Cult Of Luna oder zu noch progressiveren Gruppen nötig, die für uns genauso wichtig sind. Ich kenne keine andere Band, die solche Einflüsse so miteinander kombiniert, wie wir es tun. Dennoch ist es nicht unser Anspruch, zwingend originell klingen zu wollen. Deshalb erscheint mit „Dormant Heart“ kein revolutionäres Album. Es basiert auf denselben Einflüssen wie seine Vorgänger, klingt dabei aber doch anders.“ Im Songwriting entkoppeln sich die Briten bewusst von gängigen Album-Zyklen, um sich fortwährend heraus zu fordern und besser zu werden: „Wir schreiben kontinuierlich neue Stücke und ich kann mich an keine Phase erinnern, in der wir einmal damit aufgehört hätten“, so der Gitarrist und Sänger.

„Als zuletzt das Material für „Monolith“ fertig gestellt war, haben wir direkt weiter gearbeitet. Einige der Tracks finden sich nun auf „Dormant Heart“. Das beständige Arbeiten nimmt uns den Druck, den definierte Arbeitsphasen oder Deadlines verursachen können. Wir müssen nichts überstürzen, sondern können in aller Ruhe arbeiten. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass nun unser bislang dunkelstes Album entstanden ist. Die Hinwendung zu dunkleren Sounds spüre ich schon eine geraume Zeit lang. Nun ist sie nur noch offensichtlicher. Was die Atmosphäre und Stimmungen angeht, haben wir uns vom Black Metal inspirieren lassen, ohne musikalisch in diese Richtung zu gehen. Es geht mehr um die Attitüde. „Dormant Heart“ beinhaltet die düstersten und schwersten Songs, die wir bis heute geschrieben haben, doch auf Melodien haben wir deshalb nicht verzichtet.“

 
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