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Dioramic

Storie von: arne, am 27.10.2014 ]

BESSER SPÄT ALS NIE! Das Erscheinen des Drittwerks von DIORAMIC ist nicht als selbstverständlich anzusehen. Nach personellen Aderlässen stand das Outlet aus Rheinland-Pfalz am Rande der Auslösung. Umso grandioser glückt die Rückkehr mit „Supra“.

 
„Nachdem Anton (Drums) und Jochen (Bass) die Band verlassen hatten, stand Arkadi (Gitarre) erst mal mit vielen Ideen alleine da“, erzählt Bassist Max Nicklas. „Aus seinem engsten Freundeskreis hat er sich dann Jungs geschnappt, um seine Ideen umzusetzen – zunächst unter dem Bandnamen „Supra“. Als dann doch mehr und mehr „DIORAMIC-Songs“ zusammen kamen, haben wir uns dann entschieden, doch als DIORAMIC weiterzumachen. Man hat sich zehn Jahre einen Namen erarbeitet, das wollten wir nicht einfach so aufgeben.“

Als Schlagzeuger ist inzwischen Paul von WAR FROM A HARLOTS MOUTH mit von der Partie. An der Entstehung des neuen Albums war er aber ebenso wenig wie die übrigen Neuzugänge beteiligt: „Tatsächlich wurden die Songs teilweise schon 2006 geschrieben. Die Basics sind bereits 2011 in alter Besetzung aufgenommen worden, der Gesang dann 2012 in einer Übergangsbesetzung. Wenn man nun hört, wie lange das Album bis zur Fertigstellung gebraucht hat, denken vielleicht manche, dass die Songs gereift sind und es über die Jahre zu Änderungen gekommen ist,“ so Max. „Seit der ursprünglichen Komposition wurde aber so gut wie nichts mehr verändert.“

Auf „Supra“ sind dennoch wertige, spannende Stücke zu hören, die nicht leicht zu greifen und weniger mit Stil-Bezeichnungen als vielmehr mit Verweisen auf Gruppen wie MUSE, DREDG, COHEED AND CAMBRIA und TRAILOF DEAD zu fassen sind: „Wir machen das, was für uns einen Sinn ergibt,“ gibt sich der Bassist bescheiden. „Wir orientieren uns dabei nicht unbedingt an modernen


Bands, sondern eher an kompositorischen Strukturen der Klassik oder Romantik. Das Genre ist tatsächlich schwer zu beschreiben, aber wenn uns jemand klassifizieren möchte, sind Vergleiche nicht der schlechteste Weg. Wir selbst sagen oft, dass es eine Mischung aus MESHUGGAH und MUSE sein könnte.“

Wirkungsseitig erschaffen DIORAMIC Stücke zwischen fordernder Musikalität und einem Hang zu Kitsch und Pathos; gewissermaßen einen „Kompromiss“ aus Kopflastigkeit/Komplexität und Eingängigkeit/Anmut. Max Nicklas stimmt dieser Charakterisierung zu: „Das trifft den Nagel auf den Kopf. Ein Song muss stimmig und interessant sein und beim Hörer/Komponisten vor allem Emotionen hervorrufen. Ähnlich wie bei einem Film müssen die einzelnen Bestandteile hochwertig und aufeinander abgestimmt sein. Die Kunst ist es dann, alles so zusammen zu fügen, dass etwas Neues und Frisches entsteht. „Supra“ ist definitiv intensiv, jedoch kann jeder, der sich darauf einlässt, etwas mit den Songs anfangen. Musiker dürften tendenziell schneller Zugang finden.“

Auf vielfältige Überraschungen und ein ausgeprägt poppiges Moment sollte man dabei gefasst sein: „Unsere Aufmerksamkeitsspannen können riesig sein, wenn es um etwas geht, was uns interessiert. Das Songwriting beginnt impulsiv und vom Moment inspiriert, wie ein ungeplanter Funke, der ein Feuer entfacht. Letzten Endes muss man das Feuer jedoch kontrollieren, sonst nimmt es Überhand. Konkret bedeutet das für die Musik von DIORAMIC: 1/4 Zufall und 3/4 Planung.“

 
 Links:
  dioramic.de
 
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