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Deserted Fear

Interview von: Daniel mit Fabian, am: 19.10.2014 ]

Kingdom Of Worms bietet einen sehr gediegenen Mix aus modernem Death Metal – zeigt sich in erster Linie im hohen technischen Anspruch – und räudigem Oldschool-Geboller aus Schweden. Nicht nur, dass man technisch kompetent ein reinrassiges Brett eingetütet hat, nein, die Melodien, die fetten Grooves, die Moshparts, die düstere Atmosphäre... Hier passt einfach alles! Wenn man Fan des alten Death Metal ist und einem die ollen Langrillen von Entombed und Dismember allmählich den Geist aufgeben, dann ist das hier das Mittel der Wahl.

 

Musicscan: Zunächst einmal danke, daß Ihr Euch die Zeit nehmt, ein paar Fragen zu beantworten! Und dann natürlich: Herzlichen Glückwunsch zum neuen Album! Zumindest was mich angeht eines der absoluten DM-Highlights des ausgehenden Jahres! Erzählt bitte ein wenig über die Entstehungsgeschichte des Albums!

Deserted Fear: Danke fürs Lob, schön zu hören! Die Entstehungsgeschichte ist eigentlich recht lang. Die ersten Riffs die heute auf KINGDOM OF WORMS zu hören sind, sind schon im Sommer 2012 entstanden, als Mahne und ich im Urlaub in Schweden waren und unsere Klampfen dabei hatten. Dann haben wir immer mal an neuem Zeug geschraubt, bis wir Anfang dieses Jahr das Album zusammen hatten. Das klingt jetzt aber doch alles länger als es letztendlich war, denn die Zeit verging wie im Flug, nach dem Release unseres ersten Albums MY EMPIRE Ende 2012 haben wir viel erlebt!

Musicscan: Ebenso zum Gesamtsound der Band passt das eher oldschoolig gehaltene Cover mit einer gehörigen Portion Tod. War es eine bewußte Entscheidung ein wenig weg zu gehen von „modernen“ Covern, Fotos oder mit Photoshop bearbeiteten Artworks?

Deserted Fear: Wir sind einfach Fans von solchen Artworks, findens cool wenn jemand mit ein paar Stiften sowas cooles aufs Papier bringt. Es hat also weniger damit zu tun in irgendein Schema zu passen und ein besonders „oldschooliges“ Artwork zu haben, sondern spiegelt einfach unseren eigenen Geschmack wieder. Es gibt aber auch Cover die anders gemacht sind und auch sehr schön sind, von daher kanns beim nächsten Album auch was ganz anderes sein.

Musicscan: Wo wir von Oldschool reden: Inwieweit war es eine bewußte Entscheidung mit dem Bandsound in Richtung Oldschool zu gehen? Momentan tut sich ja am DM-Markt einiges, vor allem scheint es immer extremer, vertrackter und technischer zu werden. Zwar erkennt man eindeutig, daß Ihr Stunden mit Euren Instrumenten verbracht habt, aber der Song als solcher steht immer im Vordergrund. Hört Ihr privat denn gerne Techdeath, oder schwört Ihr auf alte Recken wie Entombed und Dismember?

Deserted Fear: Das wir eher traditionelleren Death Metal spielen war eineEntwicklung. Wir haben im jetzigen Line up als Melodic Death Metal Band begonnen und als wir dann von Mahnes Kinderzimmer in den richtigen Proberaum gezogen sind, haben wir irgendwie alles bisherige Material über Bord geworfen und von vorn begonnen. Das was da raus kam war ne ganze Spur roher, die Melodische Komponente haben wir aber behalten. Unsere musikalischen Einflüsse sind mittlerweile ganz verschieden aber was Death Metal betrifft haben wir alle die selben Favoriten: Obituary, Dismember, Entombed, Entrails…

Musicscan: Zum Titeltrack 'Kingdom Of Worms' ist sogar ein Video erschienen. Wer hatte die Idee dazu und warum habt Ihr Euch auch hier entschieden einerseits in Richtung Metal zu gehen (die Damen), andererseits eine klassische Zombie-Geschichte zu verbraten? Macht es für Euch noch Sinn ein Video zu drehen, wo die Chancen für extreme Metalbands Airplay zu bekommen doch er gering erscheinen?

Deserted Fear: Ob es Sinn macht ein Video zu drehen sei mal dahin gestellt, wir hatten einfach Bock drauf! Die Idee zu dem Video ist gemeinsam gereift, Zombie und Kirche wären cool dachten wir. Alles was in dem Video noch so passiert, ist mit der Zeit durch Gespräche gekommen. Am Anfang hat man eine kleine Idee in die man sich immer mehr hinein steigert. Das war schon ein großes Projekt, was wahnsinnig viel Zeit und Handarbeit gekostet hat, umso glücklicher sind wir über das Ergebnis! Wir können sagen das wir alles fast 1:1 so umgesetzt haben wir es uns vorgestellt haben und das ohne überhaupt Ahnung von einem Videodreh zu haben. Das war definitiv eine Erfahrung fürs Leben!

Musicscan: Wie steht es mit den Texten? Vordergründig könnte man annehmen, daß sie sich vornehmlich um den Themenkreis „Splatter&Gore“ drehen. Ich könnte mir aber denken, daß es auch hier (ähnlich wie es Romero beispielsweise mit „Dawn Of The Dead“ vorgemacht hat) eine tieferliegende Dimension zu entdecken gibt?

Deserted Fear: Wenn du durch den Alltag gehst, in die Zeitung schaust, den Fernseher anschaltest oder dein Umfeld beobachtest, saugst du viel Scheiße auf und darum geht es in unseren Texten, um unsere Gesellschaft, Kriege, Politik oder Gewalt.

Musicscan: Wo wir schon bei Filmen sind: Gibt es außerhalb der Musik und bekannter Vorbilder für Euren Sound noch Inspirationsquellen? Literatur? Filme? Vielleicht auch solche, die nicht unbedingt ins Schema passen?

Deserted Fear: Hm, gute Frage inwieweit unsere außermusikalischen Interessen wie Basketball, Literatur und Miezen Einfluss auf unsere Musik haben und auch ob andere Bands wie Paramore oder Brian Adams unseren Sound beeinflussen...

Musicscan: Wen würdet Ihr in der aktuellen Metalszene als Vorbild sehen? Welche Bands haben Euch in letzter Zeit beeindruckt? Und da es die Gemeinde ein wenig zu spalten scheint: Was haltet ihr von Babymetal?

Deserted Fear: Bolt Thrower und Heaven Shall Burn fallen mir da spontan ein.Diese beiden Bands sind Live einfach ne Wucht und sehr authentisch, es macht einfach Spaß ihnen Live zuzusehen. Was ist Babymetal? Davon hab ich ja noch nie was gehört…ist das vielleicht auch besser so?

Musicscan: Vielleicht nicht die originellste Frage zum Abschluß, aber, wenn Ihr Gelegenheit hättet und Eure Traumband mit Musikern (tot wie lebendig) bestücken könntet: Wen würdet Ihr wählen und welcher Sound sollte entstehen?

Deserted Fear: Vocals: Dan Swanö (Edge of Sanity), Gitarre: Jeff Waters (Annahilator), Gitarre: Johan Jansson (Interment), Keyboard: Sven Karlsson (Soilwork), Bass: -K- (Arroganz) und Drums: Donald Tardy (Obituary). Hahaha, keine Ahnung wie das wohl klingen mag….

 
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