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Revocation

Storie von: arne, am 15.10.2014 ]

Die Bostoner gehen zum fünften Mal über die lange Distanz. „Deathless“ präsentiert REVOCATION als extreme Metal-Kombo, die ausgewiesen technisch agiert, dabei aber auf Nachvollziehbarkeit und einen stimmigen Gesamt-Sound achtet. Melodische Akzente, erinnerbare Momente und satte Heavy-Grooves lockern das beinharte Album ansprechend auf.

 
Dabei ist es nur zuträglich, dass das Quartett um Gitarrist und Sänger Dave Davidson sein Spiel nicht festlegt. Wahlweise agieren die Musiker traditionell bis klassisch oder modern-verfrickelt. Elemente aus dem Death, Thrash und Heavy Metal fließen ergebnissteigernd zusammen und verbinden sich auf variable, spannende Art und Weise. „Mir sagt extremer Metal mehr zu“, äußert Dave darauf angesprochen, dass die deutschsprachige Wikipedia-Seite REVOCATION als extremen Metal-Act charakterisiert, während die englische von technischem Death Metal spricht:

„Sicherlich weist unsere Musik eine technische Komponente und auch einen gewichtigen Einfluss aus dem Death Metal auf, doch darüber hinaus arbeiten wir viele Elemente weiterer Sub-Genres mit ein. Ich sehe uns musikalisch nicht auf den Death beschränkt. Aus diesem Grund passt meiner Meinung nach extremer Metal besser.“ Gemessen an der bisherigen Evolution des Band-Sounds und den Songs von „Deathless“ ist das nur allzu gut nachvollziehbar: „In den letzten 16 Jahren haben sich mein Spiel und meine Vorlieben verändert“, holt der Gitarrist und Sänger aus.

„Das wird auch künftig so sein. Die Anfangstage von REVOCATION sind dem Thrash Metal verschrieben gewesen, weil wir von Bands wie Exhorder, Dark Angel und Megadeth besessen waren. Death Metal habe ich parallel gehört, doch erst mit den Jahren ist das gekippt. Inzwischen höre ich mehr Death als Thrash, aber ebenso Black Metal, der mich gerade in der letzten Zeit zunehmend interessiert. Die musikalische Entwicklung von REVOCATION spiegelt das wider. Unser Sound ist dunkler und schwergewichtiger geworden. Unsere Platten unterscheiden sich auch sonst voneinander, wobei der melodische Aspekt, den wir bewusst fortführen, so etwas wie ein roter Faden ist. Unabhängig von der Frage nach der stilistischen Ausrichtung ist mir wichtig, dass wir mit jedem neuen Song und jedem Album, die wir fertig stellen, reifen und erfahrener werden. Es ist unser Ziel, immer wieder neue Elemente und einen partiell anderen Sound zu präsentieren.“

Mit dem fünften Longplayer „Deathless“ gelingt das scheinbar spielend leicht und überaus souverän: „Inzwischen haben wir schon eine Menge Songs geschrieben, so dass uns der Songwriting-Prozess als solcher leichter fällt“, erklärt Dave Davidson. „Wenn man hart an etwas arbeitet, wird man mit der Zeit unweigerlich besser. Das Training bzw. Proben zahlt sich aus; auch in der Musik. Für mich ist es nur logisch, dass die neuen Tracks so pointiert und knackig klingen. Nicht zuletzt deshalb sind wir mit „Deathless“ sehr zufrieden.“ Auf Nachfrage bestätigt der Frontmann, dass REVOCATION längst praktisch all ihre Ideen umsetzen können:


„Wenige Stellen waren schon noch herausfordernd und hier und dort zeitintensiv, doch das Arrangieren verlief insgesamt flüssig und problemlos. Im Songwriting profitiere ich davon, dass ich heute besser organisiert bin und es nicht mehr so chaotisch wie früher zugeht. Riffs sammle ich auf dem Computer, was mir dabei hilft, schneller ganze Songs entwickeln zu können. Es hat eine Weile gedauert, bis ich ein Ablagesystem gefunden habe, das meinen Arbeitsstil unterstützt, doch heute habe ich es. Auf die Gruppe ausgeweitet teilen wir den Wunsch, über die Grenzen dessen, was wir schon erreicht haben, hinaus zu gehen. Wir bringen gleichlaufende Vorlieben und Erwartungen ein, so dass wir uns gegenseitig bestens verstehen und alle an einem Strang ziehen.“

Hinsichtlich der Herangehensweise an neues Material gibt es eine klare Reihenfolge, wie Dave erzählt: „Für mich steht die Technik am Anfang. Egal, ob man ein Riff oder ein Solo anschaut – man muss beide adäquat umsetzen. Zudem will ich sie so hören, wie ich sie mir vorher vorstelle. Ohne die richtige Technik geht das nicht. Daran schließt sich direkt der Sound-Fluss an, der nicht minder wichtig ist. Songs müssen sich entwickeln und dabei nachvollziehbar bleiben. Wenn das Feeling nicht stimmt, funktioniert es nicht. Also muss man darauf achtgeben. Beim Arbeiten muss man akzeptieren, dass nicht immer alles direkt passt. Manchmal ist es sinnvoll, abzuschalten oder zu schlafen und am nächsten Tag mit frischen Ohren weiter zu machen. So halte ich es wenigstens.“

Der fünfte Longplayer von REVOCATION bietet neben handwerklichen Höchstleistungen auch markige Grooves und eine ausgeweitete Atmosphäre. Die Bostoner nehmen sich stellenweise bewusst zurück und gönnen sich einfach gehaltene Zwischenteile: „Die Songs sollten unterschiedlich ausfallen. Neben harten, schnellen Stücken, wie man sie von uns kennt, haben wir bewusst auch ruhigere Passagen eingebaut“, so der Gitarrist und Sänger. „Am Ende des Tages werden wir immer eine Band sein, bei der die Riffs zentral stehen und der technische Aspekt die Wirkung prägt. Das äußert sich insbesondere in den Soli, von denen einige unglaublich technisch angelegt sind. „Deathless“ beinhaltet das krasseste Material, das ich bislang eingespielt habe. Für die Schlagzeug-Parts gilt das ebenfalls. Vom technischen Standpunkt her ist es Phil’s bislang beste Arbeit, und doch spielt er gleichzeitig auch verdammt Groove-betont. Es ist uns gelungen, dieses Mal die richtige Balance zu finden.“

Auf der anstehenden Europa-Tour zusammen mit Cannibal Corpse und Aeon kann man demnächst vor Ort nachprüfen, dass die Äußerungen Dave Davidson tatsächlich allesamt zutreffen.

 
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