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The Prophecy 23

Storie von: arne, am 11.10.2014 ]

Die Heilbronner legen es darauf an, gemocht zu werden. Daran besteht kein Zweifel! THE PROPHECY 23 treten als frech-dreiste Frohnaturen in Erscheinung, die sich einen Spaß daraus machen, eingeführte Metal-Standards und -Klischees am Fließband aneinander zu reihen und in Hymnen-Form zu pressen. Nichts anderes passiert in den Stücken des Drittwerks „Untrue Like A Boss“.

 
Es sagt viel über das Selbstverständnis der fünf Süddeutschen aus, dass sie selbst von „Thrash Death Party Metal“ bzw. „Mosh Action Metal“ sprechen. Unterschätzen darf man THE PROPHECY 23 allerdings nicht. Die Musiker beherrschen die Klaviatur eingängiger Heavy-Sounds zwischen Death, Thrash und Hardcore aus dem Effeff: „Die Motivation für alles sind definitiv unsere Fans und die Metal-Szene an sich“, erzählt Hannes, der Gitarre und Thrash-Vocals verantwortet. „Man bekommt auf den Konzerten so viel zurück, für das sich aller Aufwand tausend Mal bezahlt macht. Wir sind gerade auf Tour und die Reaktionen der Menschen sind der Hammer. Egal, ob sie uns vorher schon kannten oder nicht. So etwas gibt es nur im Metal, denn den Leuten geht es um die Musik und darum, eine geile Zeit zu haben. Es ist total außergewöhnlich, wie viel Herzblut alle in der Szene in die Musik stecken. Egal, ob Veranstalter, Fans, Label: einfach alle sind einhundert Prozent überzeugt von dem, was sie machen. Das gibt uns Energie.“

Und besagte Energie besitzen die Stücke von THE PROPHECY 23 im Überfluss. „Untrue Like A Boss“ ist eine Ansammlung von arschtretenden Hymnen, die vor allem auf ihren Unterhaltungswert abstellen: „Wir möchten, dass die Menschen, die unsere Musik hören, eine gute Zeit haben und die Alltagssorgen vergessen können“, formuliert Hannes den Anspruch. „Wenn wir es mit Songs wie ,Party Like It‘s ‘84‘ schaffen, dass unsere Fans eine gute Party, ein gutes Konzert oder Festival mit unserer Musik verbinden, dann ist das für uns das Größte.“ Von ihren Erlebnissen aus Live-Situationen haben die Heilbronner auch für sich selbst schon eine Menge mitgenommen, wie der Gitarrist und Shouter verrät:

„Musikalisch und was die Partytauglichkeit bei der After Show-Party betrifft, konnten wir viel von Municipal Waste lernen, die wir auf Tour supportet haben. Von den Bands, die wir in Wacken kennenlernen durften, konnten wir viel abschauen, was Professionalität und das ganze Management angeht. Darüber macht man sich als jüngerer Musiker ja erst mal keine Gedanken. Und was die Show und den Umgang mit dem Publikum angeht, hatten wir das Glück, schon in unseren Anfangstagen mit den Apokalyptischen Reitern zu spielen. Das war eine sehr prägende Zeit, denn Fuchs ist ein Meister darin, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.“ Mit zunehmender Erfahrung sind auch die Platten von THE PROPHECY 23 immer zwingender und besser geworden. „Untrue Like A Boss“ markiert den vorläufigen Höhepunkt der Entwicklung. Jenseits des Spaß-Faktors sollte man dabei


nicht übersehen, dass hier versierte Musiker zugange sind:

„Neulich wurden wir bei einer Show als „Fun-Thrasher“ angekündigt“, äußert Hannes. „Zuerst waren wir etwas irritiert, aber wenn man drüber nachdenkt, ist das eigentlich ein ziemlich großes Kompliment für uns. Es macht Spaß, die Leute zu beobachten, wie sie während unserer Show immer lockerer werden und sich gehen lassen. Dabei unterschätzt zu werden, ist natürlich immer ein Trumpf.“ Auf dem Drittwerk finden sich etliche Ansätze, die über den Fun-Thrash hinaus reichen, auch wenn die Band jeweils schnell auf diesen „Trademark-Stil“ zurück kommt. Die Einleitung einer stilistischen Kurskorrektur mag der Gitarrist und Shouter darin jedoch nicht erkennen: „Keine Ahnung, was die Zukunft bringt. So lange unsere geschundenen Körper mitmachen, verzapfen wir Unsinn mit den Leuten, die wir mögen. Natürlich entwickeln wir uns musikalisch weiter und lernen dazu. So haben wir zum Beispiel bei ,Video Games Ain‘t No Shame‘ einen vierstimmigen A-cappella-Gesangs-Part ganz am Schluss. Das hätten wir uns vor zwei Jahren auch noch nicht getraut.“

Die Mischung aus vorwärts gerichteten Nummern, groovigem oder moshigem Material und anderen stimmungserheiternden Ideen lässt ein unterhaltsames, kurzweiliges Werk entstehen. Textlich kommt bei THE PROPHECY 23 – wie sollte es auch anders sein – ein dickes Augenzwinkern durch, was im Fall dieser Band tatsächlich auch von allen Hörern verstanden wird, wie Hannes bestätigt: „Wir glauben, die Leute stehen auf einfache Songs, die partytauglich sind. Wir fänden es zur Abwechslung tatsächlich mal interessant, was dabei raus kommen würde, wenn man unsere Texte ernst nimmt. Wenn zum Beispiel ein brutaler Kriegstreiber unseren Song ,Pablo, The Peacemaking Pizza‘ ernst nehmen würde, gäbe es mehr Frieden auf der Welt.“

Die legendären Klischees von Sex, Drugs und Rock’n’Roll finden bei der Gruppe natürlich auch ihren Platz, doch nicht allein die: „Auf „Untrue Like A Boss“ nehmen wir uns diverse Metal-Klischees ausführlich zur Brust“, so der Gitarrist. „Wir fordern ausdrücklich dazu auf, untrve zu sein und einfach das zu tun, auf das man Bock hat. Wenn einer keinen Bock auf Sex, Drugs and Rock 'n' Roll hat, ist das im Umkehrschluss auch Okay für uns. Bei unserer gerade laufenden Club-Tour bekommen wir absolut überwältigendes Feedback und zwar vom gestandenen Kutten-Träger, über ganz junge Kids bis hin zum Theken-Personal, das eigentlich auf Hip Hop steht. Das freut uns sehr und haut uns ziemlich um.“ Fun-Thrash verbindet eben.

 
 Links:
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