Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1648

Black Moth

Storie von: arne, am 03.10.2014 ]

Die aus Leeds stammenden BLACK MOTH treten mit organischen Heavy-Hymnen an, die retro und zeitgemäß zugleich klingen. Die Mischung aus authentischer Schwere, rohen Riffs und einem gefährlichen Volumen besitzt zudem eine psychedelische Kante, die den Stil zwischen Sludge, Doom, Stoner, Heavy Metal, Noise, Punk und Alternative-Rock abrundet.

 
Frontfrau Harriet Bevan & Co. beziehen sich mit ihrem Zweitwerk „Condemned To Hope“ auf Acts wie Iggy And The Stooges, Motörhead, Alice Cooper, Melvins und Black Sabbath, ohne die Nähe zu diesen Altmeistern und Inspirationsquellen zu offensichtlich zu suchen. Das Quintett ist stattdessen darauf aus, eigene Spuren in der Heavy’n’Roll-Szene zu hinterlassen. „Der Ansatz von BLACK MOTH ist von jeher als dionysisch zu beschreiben, als rauschhaft und ekstatisch,“ erzählt die Sängerin. „Mit unseren Songs huldigen wir unseren Wegbereitern und vertrauen auf die Kraft der unbändigen Energie. Unserer Musik liegen dabei weder definierte Absichten noch eine klare Marschroute zugrunde. Unsere Songs fühlen sich gut und richtig an. Deshalb spielen wir sie. Ein übergeordneter Anspruch besteht indes nicht.“

Mit Blick auf die bisherige Entwicklung der Briten sind diese Worte nur zu gut nachzuvollziehen: „Anfangs waren wir beileibe nicht so heavy wie heutzutage unterwegs“, rekapituliert Harriet. „Ursprünglich wollten wir eine Art roher 60ies-Garage-Proto-Punk-Band sein und haben psychedelische Grooves und Punk miteinander verbunden. Nach einigem Herumexperimentieren ist unser Sound dann langsamer und schwergewichtiger geworden. Zu diesem Zeitpunkt fingen wir an, auf Doom-Vibes abzugehen. Das passt gut damit zusammen, dass wir hauptsächlich Musik hören, die vor 1980 entstanden ist; vom Grunge der 1990er Jahre einmal abgesehen.“ Die Frontfrau kann sogar den Zeitpunkt benennen, an dem BLACK MOTH ihre heutige Ausrichtung eingeleitet haben: „Das Schreiben des Stücks ,The Articulate Dead‘ ist für unsere Entwicklung einschneidend gewesen. Als es fertiggestellt war, wussten wir, dass wir ein Monster ganz eigener Güte geschrieben hatten. Mit diesem Song haben wir die Kraft und die Magie großer Riffs entdeckt und sind ihnen seither verfallen. Seitdem spielen wir lauter, tiefer, langsamer und bewusster. Da wir für das Songwriting unseres zweiten Albums weniger Zeit als für „The Killing Jar“ hatten, befürchteten wir, dass uns das hemmen und dem kreativen Prozess weniger Freiraum lassen würde. Das hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Stattdessen war die Arbeit intensiv und aufregend. Ungewohnt für uns war es aber, die Songs einzuspielen, ohne sie vorher live getestet zu haben.“

Da hilft es, dass BLACK MOTH einem intuitiven Heavy-Sound verschrieben sind, der mehr auf Live-Feeling und Bauchgefühl und weniger auf Planung und Kalkül basiert: „Wenn ich Iggy And The Stooges oder frühe Black Sabbath höre, ist es genau das, was mich begeistert,“ stimmt Harriet Bevan zu. „Auch bei meinen anderen Lieblingsplatten


ist es so. Eine unvermittelte Direktheit und besondere Intensität zeichnen gute Alben aus; und natürlich rohe, ungeschönte Energie! Für uns ist es eine Sucht, neue Musik zu erschaffen. Wir sind immer auf der Suche nach der Begeisterung und Energie, die sich einstellt, wenn wir tolle Riffs oder Melodien finden. Das ist Magie! Es lässt sich schlecht erklären, doch das Gefühl ist überwältigend.“

Das Zweitwerk „Condemned To Hope“ präsentiert eine Gruppe, die mit sich im Reinen ist und die ihren Sound gefunden hat: „In der Heavy-Szene fühle ich mich gut aufgehoben. Im Gegensatz zu den flatterhaften Hipster-Genres sind eine gewisse Beständigkeit und viel Aufrichtigkeit gegeben. Bands bestehen oftmals über einen langen Zeitraum und können auf die Unterstützung loyaler Fans bauen. Von unseren Wurzeln und Inspirationsquellen sind wir besessen – den Proto-Doom- und -Metal-Bands der späten 1960er Jahre. Wir bewahren ihre Tradition mit Songs, die allerdings eine stärkere Melodie-Orientierung aufweisen. Das ist das moderne Element in unserem Sound, neben der Aktualität der Texte und der zeitgemäßen Produktion.“ Genau den Finger darauf legen, was BLACK MOTH genau treiben, kann man dabei nicht, was der Frontfrau zufolge kein Zufall ist:

„Geht es nach mir, wird sich unser Sound immer weiter verändern. Ich erkenne nicht, warum sich Bands auf einen definierten Stil beschränken und zunehmend schwächere Platten derselben Machart herausbringen sollen, wie man es häufig beobachten kann. Sich selbst zu covern, bringt doch nichts! Die Melvins sind Meister der eigenen Neuerfindung. Ihr Ansatz gefällt mir. Als Künstler muss man es für sich frisch und interessant halten. Deshalb schätze ich es, keiner bestimmten Richtung verpflichtet sind, sondern organisch und ergebnisoffen zu arbeiten. Unser Sound wird sich verändern und weiter wachsen.“ Inhaltlich spiegelt sich dieser Ansatz auf abstrakte Art in der Grundthematik der Lyrics von Harriet wider: „Die Texte sind entstanden, als ich über das menschliche Befinden an sich nachgedacht habe. Sie fallen entsprechend allgemein und beobachtend aus, sind teilweise aber auch humorvoll. Dennoch besitzen sie stets eine grimmige, düstere Aufladung. Das Pendel schwingt zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Der Mensch hat die Wahl. Entweder glaubt er an das Gute, an Glück und eine bessere Zukunft oder er tut es nicht. Das ist keinesfalls pessimistisch oder nihilistisch gemeint. Ich bin davon überzeugt, dass Magie nur in der Gegenwart und im Moment zu finden sind. Solange es keine Hoffnung gibt, gibt es keine Hoffnung. In dieser Art meine ich es.“

 
 Links:
  facebook.com/themothpit
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Avatar
  The Atlas Moth
  Cane Hill
  Cursed Earth
  Good Tiger

Interviews/Stories:

  All Will Know
  Minipony
  Lionheart

Shows:

  12.12. Doro - Regensburg
  12.12. Jo Stockholzer - Wuppertal
  13.12. Jo Stockholzer - Zwickau
  13.12. Peter And The Test Tube Babies - Bremen
  13.12. Mia Aegerter - Frankfurt