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Upon A Burning Body

Storie von: arne, am 09.09.2014 ]

Das Quartett will es wissen: UPON A BURNING BODY legen mit „The World Is My Enemy Now“ ihr drittes Album vor, dass den Musikern entweder (noch) größeren Zuspruch in der Extrem-Sparte einbringen oder aber das Ende der Band einläuten wird.

 
So formuliert es wenigstens Frontmann Danny im Gespräch, der sich von einem ungeplanten Anruf nicht aus der Ruhe bringen lässt und das folgende Interview nach dem Parken seines Wagens am Straßenrand bereitwillig und gut gelaunt führt: „Das Album ist gerade gestern erschienen, insofern müssen wir uns noch ein wenig gedulden, bis wir wissen, wie es ankommt und was die Leute denken. Bislang scheint alles gut anzulaufen; besser als bei den vorherigen Platten. Wir haben mehr Reviews und Interview-Anfragen erhalten, was dafür spricht, dass man sich stärker für uns interessiert. Auf die beiden Songs, die wir bereits veröffentlicht haben, gab es von Seiten der Fans viele positive Reaktionen und nur vereinzelt negative Stimmen. Das trifft sich auch deshalb gut, weil dieses dritte Album für uns ein Gradmesser sein wird. Wir wollen abschätzen, ob wir es mit dieser Band wirklich zu etwas bringen können oder ob wir doch nicht dazu bestimmt sind. Nach einigen Jahren muss man einfach Bilanz ziehen und kritisch bewerten, was man erreicht hat und darüber hinaus vielleicht noch möglich ist. Für die Band gehen wir viele Kompromisse ein, was man nicht ewig tun kann, sofern sich nicht abzeichnet, dass es weitergeht und man vielleicht einmal seinen Lebensunterhalt davon bestreiten kann.“

Das Zwischenfazit auf Basis der letzten Touren fällt für den Moment positiv aus: „Hier in Nordamerika sind wir mit unserer Entwicklung in den letzten Monaten zufrieden“, so der Frontmann. „Wir haben gerade die Mayhem-Festivals neben Korn, Avenged Sevenfold, Trivium, Asking Alexandria und anderen gespielt. Die Hallen waren voll und wir konnten uns vielen Leuten präsentieren. Die Reaktionen vor Ort stimmen uns zuversichtlich, dass es uns geglückt ist, neue Fans zu gewinnen. Es waren sogar viele Leute da, die unsere alten Songs kannten und mitgesungen haben. Das freut uns, und überhaupt waren die Shows verrückt. So darf es gerne weitergehen.“ In Großbritannien werden UPON A BURNING BODY im November die „Download Freezes Over“-Festivals spielen. Das kontinentale Festland muss sich indes gedulden: „Bei euch in Europa sind wir bislang drei Mal getourt. Natürlich wollen wir das neue Album in den nächsten Monaten auch bei euch vorstellen. Wir hoffen auf ein interessantes Tour-Paket und vielleicht etwas größere Hallen als beim letzten Mal. Doch egal wie es kommt und ob die Venues klein oder groß sind: wir wollen den Leuten zeigen, worum es uns geht und dass wir eine gute Show zu bieten haben.“

Die Texaner haben sich vor allem in der Deathcore-Sparte einen Ruf als hörenswerter Act erworben. Mit „The World Is My Enemy Now“ stellt das Quartett nun auf eine größere Extrem-Breite ab und befreit sich aus der Enge des technisch geprägten Sub-Genres: „Wir sehen es auch so, dass die Songs der neuen Platte größer und nicht so erwartbar angelegt sind, wie sie es noch auf den ersten beiden Alben waren“, nimmt Danny den Faden auf. „Dieser Schritt war überfällig und hängt mit unseren Tour-Erfahrungen zusammen. Selbst unsere alten Stücke spielen wir heute anders; haben sie anhand der Reaktionen des Publikums verändert. Es soll ja so sein, dass die Leute auf die Stücke abgehen. Es war ein Lernprozess, herauszufinden, was am besten wirkt und wie. Um ehrlich zu sein, wollten wir schon immer anders klingen, als man es auf den Platten nachhören kann. Doch immer gab es Randumstände und Gründe, weshalb es anders gekommen ist. Das Debüt ist so krass und verrückt, weil wir damals noch nichts anderes spielen konnten und es innerhalb kürzester Zeit entstanden ist. Mehr Songs hatten wir zu diesem Zeitpunkt nicht geschrieben. Die Chance, zu reflektieren, blieb uns nicht. „Red.White.Green.“ war dann eine wichtige Zwischenetappe, die uns geholfen hat, uns über unsere Absichten klar zu werden und als Songwriter zu wachsen. „The World Is My Enemy Now“ klingt nun endlich so, wie wir uns eigentlich schon das Debüt vorgestellt haben. Inzwischen wissen wir, wo unsere Stärken liegen und wie wir unsere Songs bestmöglich in Szene setzen können. Zudem sind wir endlich in der Lage, unsere Vorstellungen lebendig werden zu lassen. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen dem neuen Album und den beiden davor.“

Das Songwriting scheint in der Tat wertiger. Der Nachhaltigkeitswert


ist aufgrund des Einsatzes vieler wiedererkennbarer Passagen, von eingängigen Clean-Vocals und füllender Synthies gestiegen. Ihre Trademarks vernachlässigen UPON A BURNING BODY dabei nicht. Es geht weiterhin auch druckvoll und brutal zur Sache: „Wir sind dankbar für die Möglichkeit, ein drittes Album zu veröffentlichen“, zeigt sich Danny erfreut. „Da wir nicht wissen, was die Zukunft bringt und ob oder wie lange wir als Band noch bestehen werden, haben wir alles daran gesetzt, eine Platte zu erschaffen, die für sich selbst steht und allein starke Songs beinhaltet. Es ist ein Klischee, zu sagen, der neue Longplayer sei der bislang beste, doch bezüglich „The World Is My Enemy Now“ verhält es sich genauso. Mit UPON A BURNING BODY haben wir in der Vergangenheit schon etwas Aufmerksamkeit erregt. Ich bin fest überzeugt davon, dass wir nun mit dem neuen Album so richtig durchstarten werden. Wir glauben an die Stärke des Materials und daran, nun noch bessere Chancen zu haben.“

Bislang ist das Quartett vor allem mit Gruppen wie Suicide Silence und Whitechapel verglichen worden. Das Drittwerk erfordert nun auch Verweise in Richtung Pantera, Machine Head und sogar Slipknot: „Wir haben uns noch nie auf ein Sub-Genre eingrenzen lassen, auch wenn es offensichtliche Gründe dafür gibt, uns zunächst als Deathcore zu bezeichnen“, erwidert der Shouter. „Wir verwenden diesen Begriff aber nicht aktiv, denn unserer Meinung nach haben wir viel mehr zu bieten. Das lässt sich auf dem neuen Album gut nachhören. Wir setzen viele Ideen um, die in einem engstirnigen Deathcore-Korsett niemals möglich wären und spielen einen weiter gefassten Extrem-Sound, der zugegebenermaßen technisch ausgerichtet ist. Ohne Komplexität und Brutalität geht es bei uns nicht. In jedem Fall glauben wir, einen spannenden Stil zu verfolgen und daran, dass es auch viele Hörer gibt, die unsere Sichtweise auf den Metal teilen. Wissen muss man über uns eigentlich nur, dass UPON A BURNING BODY eine Metal-Band sind und wir aus Texas stammen. Alles weitere erklärt sich, wenn man uns hört. Wir spielen laut und schnell auf, aber auch eingängig. Wer so etwas schätzt, könnte unsere Songs mögen. So einfach ist es.“

Die Texaner haben mit Produzent Will Putney (For Today, Body Count) ein kraftvolles und energiegeladenes Drittwerk umgesetzt, das belegt, dass das kreative Potenzial der Gruppe noch längst nicht erschöpft ist und die Musiker sich darauf verstehen, relevant nachzulegen: „Allein schon die Breite und Vielfältigkeit meiner Vocals zeigt, dass wir weiter gehen, als bisher“, steigt Danny ein. „In allen Bereichen haben wir neue Dinge ausprobiert und frische Ideen umgesetzt, die wir schon lange in unseren Köpfen hatten. Obwohl uns am Ende die Zeit für intensivere Proben fehlte, haben wir im Studio dennoch alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. An vielen Stellen haben wir überlegt, was man noch alles anders machen könnte, um den Abwechslungswert zu steigern und die Leute mit neuen Akzenten zu überraschen. Unser Produzent hat uns dabei aktiv geholfen und ermutigt, auch die verrückten Einfälle anzugehen. Heute wissen wir, dass man genau das tun muss, um alles aus sich heraus zu kitzeln. Dass ich irgendwann einmal so lange Clean-Vocals singen würde, hätte ich noch letztes Jahr nicht zu träumen gewagt.“

Der Gastauftritt von Matt Heafy von Trivium überrascht da kaum mehr und passt ins Bild. UPON A BURNING BODY könnte es tatsächlich gelingen, den eigenen Aktionsradius entscheidend auszuweiten: „„The World Is My Enemy Now“ ist das Album, das uns entweder auf das nächsthöhere Level hebt oder dafür verantwortlich ist, dass die Band auseinander bricht“, bekräftigt der Frontmann nochmals. „Beides ist möglich. Wir wollen wirklich wissen, was für uns drin ist. Wir kommen mit dem besten Material, dass es bislang von UPON A BURNING BODY gegeben hat, um die Ecke und sind gespannt, zu erfahren, wohin uns das führt. Extrem und technisch spielen wir schon seit unseren frühen Tagen auf. Sumerian hat uns damals als brutale und technische Band gesignt, also fühlten wir uns zunächst verpflichtet, in dieser Richtung weiter zu gehen. Wir haben aber bald gemerkt, dass wir unseren Sound verbreitern wollen, also haben wir das behutsam getan.“

 
 Links:
  facebook.com/uponaburningbody
 
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