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Nothing More

Storie von: arne, am 22.07.2014 ]

NOTHING MORE stellen sich als anspruchsvolle, verspielte und auf Eingängigkeit bedachte Musiker vor. Die Songs der Gruppe aus San Antonio sind als ebenso intensiv wie leidenschaftlich zu charakterisieren. Zwischen Alternative-, Progressive- und Post-Rock entstehen auf dem selbstbetitelten Debüt der Texaner Stücke, die ob ihres eigenen, anderen Zugangs zur Rock-Musik auffallen.

 
Das Quartett ist bereits zu Highschool-Zeiten gegründet worden und hat eine beachtliche Entwicklungskurve genommen. Dass der Vollzeit-Einstand von NOTHING MORE auf Eleven Seven Music erscheint, dem Label von u. a. Five Finger Death Punch, Hellyeah und Papa Roach, ist kein Zufall: „Wenn unsere Band ein Organismus ist, schlägt unserer Herz unverändert kraftvoll; Fleisch und Muskeln haben wir in den letzten Jahren allerdings enorm trainiert, so dass sie sich merklich entwickelt haben“, erklärt Frontmann und Co-Schlagzeuger Jonny Hawkins bildhaft. „Anfangs waren wir Fans, die zusammen Musik gehört und zu Künstlern und Gruppen aufgeschaut haben. In für uns harten Zeiten sind wir zusammen zu Konzerten gegangen und haben uns von der Musik retten lassen. Aus dieser Erfahrung heraus reifte der Entschluss, so etwas für andere zu tun. Unser Band-Name erinnert uns täglich daran, dass wir nicht mehr als leidende Individuen sind, die für andere Menschen da sind, denen es schlechter geht. In der Umsetzung dieses Anspruchs hat sich seit unserer Gründung einiges getan, doch unsere Herzen schlagen weiterhin für dasselbe Ziel.“

Das Schlüsselerlebnis, das dazu führte, dass Jonny Musiker werden wollte, benennt der Texaner ohne Zögern: „Lebhaft erinnere ich mich an ein Konzert, zu dem mich mein Vater mitgenommen hat, als ich sieben Jahr alt gewesen bin. Das ist eine meiner präsentesten Kindheitserinnerungen überhaupt. Staunend schaute ich dem Schlagzeuger zu und sagte meinem Vater: „Das will ich auch können!“ Heute motivieren mich vor allem die Begegnungen mit Leuten, die mir ihre Eindrücke davon schildern, wie unsere Songs auf sie wirken.“

Mit der Verortung zwischen Alternative-, Progressive- und Post-Rock kann der Frontmann und Co-Schlagzeuger gut leben, wobei ihm insbesondere ein Verweis zusagt: „Wir nehmen es dankbar an, dass man uns als progressiv wahrnimmt. Im musikalischen Bereich besitzt dieses Wort eine große Ausdehnung und steht eher für eine Haltung als einen konkreten Stil. Bands wie Pink Floyd, Tool und Meshuggah werden als progressiv bezeichnet und auf den ersten Blick haben sie nicht viel gemein. Die Verbindung äußert sich in der größeren Tiefe ihres Sounds und der komplexeren Anlage der Stücke. Für mich sind vor allem die zugrunde liegenden Ideen als progressiv zu beschreiben. Letztlich ist es eher eine philosophische Verortung. Nach diesem Verständnis drücken wir uns mit unseren Songs progressiv aus. Man hört spannende Rhythmen, die miteinander verwoben sind und sich über das ganze Album


ziehen. Doch auch unsere Shows sind progressiv, denn wir performen ungewöhnlich. Bassisten hängen sich ihr Instrument gemeinhin um den Hals und spielen ihn mit ihren Fingern. Bei uns wird der Bass auf eine Art und Weise bearbeitet, wie man es von Pianisten her kennt. Meine Sticks benutze ich, als ob ich auf ein Hackbrett einschlage. Alles ist etwas anders.“

Das sind keine leeren Worte. NOTHING MORE sind eine Beschäftigung schon deshalb wert, weil man sie nicht direkt greifen kann und aus diesem Grund dem weiteren Fortgang ihrer Songs mit Interesse folgt: „Als Band haben wir uns eine eigene Mentalität angeeignet und stehen deshalb ein Stück weit für uns allein. Überschneidungen mit anderen Gruppen gibt es aber schon. Mit Alan Watts etwa teilen wir viele Ansichten und den Anspruch an unsere Musik. Er versteht sich darauf, den Dingen einen besonderen Dreh mitzugeben und dadurch verschiedene Lager auf sich zu vereinen. Das ist auch unser Ziel. Schon als ich ein Teenager war, gab es nicht die eine Band oder den einen Stil, die mich maßgeblich beeinflusst haben. Es musste immer etwas von allem sein.“ Die Motivation, die Grundlage der Band-Aktivitäten ist, leitet sich aber auch aus der texanischen Herkunft der Musiker ab, wie Jonny Hawkins preisgibt:

„Wir sind in einem Umfeld aufgewachsen, in dem die so genannten traditionellen Werte der Südstaaten gelten und im Alltag überall präsent sind. Für mich stehen sie als Synonym für Unehrlichkeit und eine verstaubte Weltsicht. Rückblickend war es unvermeidlich, dass wir musikalisch etwas Aufrechtes und Neuartiges geschaffen haben und der Musik mit ganzer Leidenschaft nachgehen. In der Kunst haben wir größere Freiheiten als im normalen Leben. Die Leute sind nachsichtiger und beschäftigen sich sogar mit abweichenden Auffassungen. Es ist ja Kunst. Für uns besitzt die Musik eine therapeutische Funktion – für jeden einzelnen von uns, aber zusätzlich auch in der Gemeinschaft der Gruppe. Andernfalls wären wir vielleicht schon durchgedreht, würden uns auf den Straßen herumtreiben und wer weiß was anstellen. Die Musik hilft uns dabei, mit der modernen Welt klarzukommen. Sie weist ein Moment auf, das alle Altersgruppen und beide Geschlechter anspricht. Die Leue heben zumeist die Energie unserer Songs hervor und sagen, dass sie niemals zuvor eine Band gesehen haben, die Bass-Gitarre und Schlagzeug so spielt, wie wir es tun. Unser Ziel ist es, die Leute zu inspirieren und ihnen eine neue Sichtweise auf den vermeintlich bekannten Rock zu verschaffen.“

 
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