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Allegaeon

Storie von: arne, am 18.07.2014 ]

Theoretische und angewandte Wissenschaftsthemen bilden den thematischen Rahmen des neuen Albums von ALLEGAEON. Stilistisch setzt die Band aus Colorado auf „Elements Of The Infinite“ weiterhin auf einen extremen, melodischen und technisch ausgerichteten Death Metal, der zur Steigerung von Tiefe und Dichte um Chor- und Orchesterarrangements erweitert wird.

 
Im Lager der modern eingestellten und vorwärts gerichtet agierenden Extrem-Tüftler hat sich die Metal Blade-Gruppe längst einen Namen erspielt. Das Drittwerk adressiert die Trademarks von ALLEGAEON offensichtlich, und dabei stört nicht einmal, dass es im Line-Up schon wieder Veränderungen gegeben hat: „Wir sind nach wie vor mit Leidenschaft bei der Sache“, erzählt Sänger Ezra Haynes. „Ich würde sogar sagen, dass wir derzeit fokussierter als in früheren Tagen agieren. Zum ersten Mal in der ganzen Zeit fühlt sich alles richtig und prima an. Unser neuer Gitarrist Michael Stancel und Schlagzeuger Brandon Park sind mit Feuereifer bei der Sache und unglaublich motiviert. Die positivere Anmutung des Albums ist eine Folge ihrer Beteiligung. Ich verstehe die veränderte Wirkung aber auch als natürliche Entwicklung.“

Wer „Elements Of The Infinite“ hört, dürfte nicht mehr auf die Idee kommen, die US-Kombo mit einer der diversen Core-Spielarten in Verbindung zu bringen. Dagegen verwehren sich Ezra & Co. vehement, obschon es ein Leichtes wäre, sich locker zu machen und darüber zu freuen, dass die eigene Band überhaut Beachtung erfährt: „Wir nehmen durchaus wahr, wie wir ankommen und was die Leute über uns erzählen“, so der Frontmann. „Wir sind aber keine Band, die alles, was sie hört, für bare Münze nimmt. Dass wir niemals etwas für jedermann sein werden, ist uns bewusst. Das wollen wir auch gar nicht sein. Mit unserer bisherigen Entwicklung sind wir zufrieden. Wenn es Leute gibt, die unsere Musik zu schätzen wissen, ist das toll. Man kann niemandem vorschreiben, eine Gruppe zu mögen. Die Leute können über unsere stilistische Verortung prinzipiell sagen, was sie wollen. Jeder für sich hat Recht, denn er empfindet es so, wie er es sagt.“

Recherchiert man im Internet, fällt auf, dass ALLEGAEON inzwischen von vielen Leuten in die Prog- und Tech-Metal-Ecke gerückt werden und damit in eine Richtung, die nach wie vor einen – wenigstens medialen – Hype erfährt: „Wenn wir an Songs arbeiten, vermeiden wir es, uns auf ein bestimmtes Genre festzulegen oder unseren Sound einzuschränken“, so der Sänger. „Entsprechend lässt sich unser Spiel nicht auf einen bestimmten Stil eingrenzen. Schaut man genauer hin, merkt man schnell, dass viele der Hörer, die extreme, technische Bands unterstützen, selbst Musiker sind. Wann immer gute Acts und neue Stile auf den Plan treten oder bekannter werden, gerade wenn es komplexer und anspruchsvoller zugeht, sind da immer gleich viele Leute,


die das unterstützen. Mich wundert das nicht. Jenseits der stilistischen Frage finde ich es bemerkenswerter, dass viele Musiker extremen Metal als ihren Beruf betreiben wollen oder glücklich darüber sind, es schon zu können. Was die konkrete Ausgestaltung unserer Songs anbelangt, ist mir in der letzten Zeit keine Band untergekommen, die etwas Vergleichbares spielt bzw. die mutmaßlich dieselbe Stoßrichtung anpeilt. Andererseits höre ich auch nicht mehr so viel Metal wie früher und bin nicht mehr ganz auf dem Laufenden.“

Die zehn Stücke von „Elements Of The Infinite“ zeichnen sich durch viele Feinheiten und Details aus. ALLEGAEON behalten das übergeordnete Gesamtbild dabei stets im Blick. Partiell entwickelt die Gruppe aus Colorado ihren modern-extremen Death-Sound wieder anders, was Ezra Haynes zufolge kein Zufall ist: „Ohne Veränderung und Weiterentwicklung geht es nicht. So halten wir unsere Konzentration aufrecht und pushen unsere Kreativität. Ob man sich in eine gute oder eine schlechte Richtung entwickelt, weiß man allerdings erst hinterher. Dass man individuell als Musiker, aber auch in der Gruppe insgesamt, besser und versierter wird, läuft nebenher und ist eine Folge der angeeigneten Erfahrung und der kontinuierlichen Arbeit. Wichtig bei allem ist uns, dass die Wurzeln und die Aufstellung von ALLEGAEON erkennbar bleiben. Im Songwriting wollen wir unsere Fantasie anregen und unsere Kreativität herausfordern. Wir sind eine tendenziell wissenschaftlich ausgerichtete Band. Unsere Songs werden nicht jedem zusagen, doch wir bleiben interessiert.“

Gemeinsam mit Produzent Dave Otero (u. a. Cattle Decapitation und Cephalic Carnage) haben die Musiker ein Drittwerk erschaffen, das trotz seiner ausgeprägten technischen Note flüssig und agil klingt und in seinen Bann zieht: „Unsere Arbeit steht unter dem Anspruch, gute Songs abzuliefern“, gibt sich der Frontmann bescheiden. „Fühlt sich ein Stück gut an, arbeiten wir es aus und behalten es. Stimmt das Gefühl nicht, verwerfen wir die Idee und versuchen unser Glück mit der nächsten. Daneben gibt es keine übergeordneten Ziele. Entweder wirken Songs auf uns oder sie tun es nicht. Das ist der Gradmesser. Wir sind realistische Typen, die eher vom schlechtesten Fall ausgehen als vom bestmöglichen. Dadurch halten wir unsere Erwartungen niedrig und sind dann umso positiver überrascht. So, wie jetzt von „Elements Of The Infinite“. Um ehrlich zu sein, klingt das Ergebnis viel besser, als wir es erwartet haben.“

 
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