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Suicide Silence

Storie von: arne, am 14.07.2014 ]

Nach dem tragischen Unfalltod von Mitch Lucker im Herbst 2012 melden sich SUICIDE SILENCE mit neuem Frontmann und neuem Album auf einem neuen Label im aktiven Dienst zurück. Eddie Hermida von All Shall Perish hat den Platz am Mikro übernommen. Nach drei Platten für Century Media markiert das programmatisch betitelte „You Can’t Stop Me“ den Einstand der Kalifornier bei Nuclear Blast.

 
„Aktuell verspüre ich nichts als Ungeduld und Tatendrang“, äußert Eddie Hermida im Gespräch nach seiner Gemütslage befragt. „Ich kann es kaum erwarten, dass die Platte endlich rauskommt und wir auf Tour gehen können. Mit den anderen habe ich unglaublich viel Spaß auf der Bühne. Bislang war noch jede Show verrückt und intensiv. Mein Einstieg hat mir zwar schon einige graue Haare beschert, doch das Abenteuer ist mir jede Anstrengung wert. Jeden Abend gehe ich im Wissen zu Bett, alles richtig gemacht zu haben.“

Dem Neuzugang im Line-Up zufolge stand nach dem Tod von Mitch nicht zur Debatte, ob, sondern nur wie es weitergeht: „In diese Entscheidung war ich nicht aktiv eingebunden, denn sie ist gefallen, bevor ich gebeten wurde, Teil der Band zu werden. Meiner Auffassung nach wäre es dumm gewesen, den Namen und das, was SUICIDE SILENCE bereits erreicht haben, einfach aufzugeben. Mitch hat sich in die Gruppe voll und ganz eingebracht, ohne Kompromisse einzugehen. Die anderen hätten ihm einen schlechten Dienst erwiesen, wenn sie unter einem anderen Namen neu gestartet wären. Sein Vermächtnis lebt in der Band fort.“ Mit dem Titel ihres vierten Longplayers setzen die Kalifornier ihrem verstorbenen Weggefährten ein Denkmal, das zugleich die Attitüde widerspiegelt, mit der das Album umgesetzt worden ist:

„Mitch hat einige Texte hinterlassen, die bis dato ungenutzt geblieben waren. Einer heißt ,You Can’t Stop Me‘, was vor dem Hintergrund der bekannten Ereignisse ein wenig gruselig wirkt. Doch spätestens als wir den Chorus gelesen haben, wussten wir, dass wir den Titel des Albums gefunden hatten und kein anderer infrage kommt. Wir haben ihn sofort groß auf unsere Pin-Wand geschrieben. Jeden Tag, an dem wir uns trafen, um gemeinsam zu arbeiten, war der Titel das erste, was wir gesehen haben. Wir atmeten tief durch und haben mit der Arbeit weitergemacht.“ In Person von „Corpsegrinder“ Fisher von Cannibal Corpse und Killer Be Killed-/The Dillinger Escape Plan-Shouter Greg Puciato geben sich wiederum prominente Kollegen und Freunde als Gäste die Ehre. In dieser Hinsicht knüpft „You Can’t Stop Me“ ebenfalls an die ersten drei Platten der Band an:

„Beide sind Teil des erweiterten Familienkreises von SUICIDE SILENCE, um es so zu formulieren. Andere Musiker mit auf der Platte zu haben, ist cool, bringt Spaß und wir wollten es unbedingt. Es ist doch toll, gemeinsam mit guten Freunden


Stücke umzusetzen. Braucht man Extra-Schokolade auf einem Schokoladen-Keks? Wir schon!“ Mit der Arbeitsweise seiner neuen Kollegen hat sich Eddie Hermida innerhalb kürzester Zeit angefreundet, wie der Frontmann verrät: „Mir hat es gefallen, wie „You Can’t Stop Me“ entstanden ist. Wir sind unseren Herzen gefolgt und haben flüssig und zielstrebig gearbeitet. Ich hoffe, diese Arbeitsweise werden wir künftig fortsetzen. Zusätzlich gehe ich davon aus, dass wir als Band unseren Sound weiter entwickeln werden, wie es bislang schon über alle Veröffentlichungen hinweg geschehen ist. Wir arbeiten hart, proben viel und wollen die uns bestmöglichen Songs abliefern. Vielleicht schaffen wir es dann, dass die Leute uns als größte Metal-Band unserer Zeit wahrnehmen – quasi als Pantera oder Slayer von heute!“

Nach ihren frühen Deathcore-Tagen haben sich die Kalifornier inzwischen zu einer breiter aufgestellten Extrem-Kombo gemausert, deren Songs im Aufbau klarer und in der längerfristigen Wirkung gewichtiger ausfallen: „Ich denke, SUICIDE SILENCE haben diese Richtung schon mit „The Black Crown“ eingeschlagen. Auf dem neuen Album setzen wir sie weiter fort. Was am Ende herauskommt, interessiert uns im Arbeitsprozess aber nicht. Wir folgen dem, was sich richtig anfühlt. Alles, was wir wollen: heavy aufzuspielen!“ Im Abgleich mit seinen Vorgängern wirkt der vierte Longplayer der Gruppe ausgewogener und reifer, was Eddie auf die Entwicklungskurve der Band zurück führt:

„Den Wert klarer Strukturen muss man erkennen und schätzen lernen. Das kommt erst mit der Zeit und zunehmender Reife. Ich stimme dir zu, dass die Songs heute bewusster konzipiert sind. Doch noch immer nehmen wir ein starkes Riff als Ausgang und bauen einen Song drum herum, wobei wir inzwischen aber auch starke Hooklines suchen. Seit „The Black Crown“ erfährt das Songwriting einen neuen Stellenwert. Diese Weiterentwicklung tritt auf „You Can’t Stop Me“ noch deutlicher zutage und zahlt sich aus.“ SUICIDE SILENCE präsentieren sich schonungslos, impulsiv und bitterböse – aber auch vorwärts gerichtet. Die Musiker lassen ihren Gefühlen freien Lauf und legen gemeinsam mit Neuzugang Eddie Hermida die Weichen für ihre Zukunft:

„In Schlagworten ausgedrückt: SUICIDE SILENCE, Metal, Leben, Liebe, Tragödie – darum geht es. Halte deinen Kopf aufrecht, stelle dich deinem Schmerz und lass dich von ihm nicht unterkriegen.“

 
 Links:
  suicidesilence.net
 
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