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Vanna

Storie von: arne, am 06.07.2014 ]

WIE DU UND ICH. Zugang zu den Songs von VANNA zu finden, fällt leicht. Die Band aus Boston setzt musikalisch wie textlich auf schnelle Identifikation und eine nachvollziehbare Anlage. Die Songs des neuen Albums „Void“ sind wiederum als MetalCore mit Emo/Screamo-Akzenten und viel Melodie zu charakterisieren. Die Lyrics von Shouter Davey drehen sich um Alltagsthemen.

 
„Wir haben uns stilistisch niemals eingeschränkt“, äußert der Frontmann hinsichtlich der Verortung seiner Gruppe. „Mit VANNA ziehen wir das Interesse unterschiedlicher Hörergruppen auf uns, was die Breite unserer Einflüsse widerspiegelt. So war es schon immer. Auf unseren Konzerten finden sich sowohl Kids, die geradlinigen Metal schätzen, als auch Hardcore-Anhänger, Indie-Rock-Fans und viele dazwischen. Immer wieder kommen Leute zu uns, die erzählen, dass sie Musik, wie wir sie spielen, eigentlich gar nicht mögen, aber unsere Band schon. Das ist ein schönes Kompliment, das wir gerne annehmen. Worauf das zurück zu führen ist, kann ich nicht genau sagen. Wir möchten es auch nicht rational ergründen. Vielleicht würde der besondere Reiz sonst verschwinden. Es wird damit zusammen hängen, dass wir Fünf unterschiedliche Einflüsse und Vorlieben einbringen und dadurch ein ein Stück weit offener Sound entsteht. Einseitigen Einordnungsversuchen verwehren wir uns dadurch, was von Vorteil ist. Wer sich ein Bild von uns machen möchte, muss uns hören und eigene Schlüsse ziehen. Mit welchem Label wir belegt werden, interessiert uns deshalb nicht. Wir wollen mit unseren Songs und über das durch sie transportierte Gefühl überzeugen. Das haben wir anzubieten. Das sind wir. Mit der Verortung im MetalCore, die wir zumeist erfahren, habe ich aber kein Problem. Dass unser Sound Elemente aus dem Metal und dem Hardcore aufweist, ist offenkundig. Für mich ist letztlich alles Punk Rock. Als ich aufgewachsen bin, haben wir es darauf herunter gebrochen, denn Punk, Hardcore, Metal, etc. waren für uns eins.“

Die Musiker setzen auf einen agilen, unterhaltsamen Wechsel brutaler und verträglicher Momente, wodurch ein ereignisreicher Ansatz entsteht, der seine Hörer findet: „Es gibt etliche Leute, die sich für unseren Werdegang interessieren,“ bestätigt Davey. „Über die Jahre haben wir uns eine treue Fangemeinde erarbeitet. Diese ist zwar überschaubar, unterstützt uns aber nachhaltig. Jede Tour und jedes Album erweitert diesen Kreis, was uns zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Rezeption unserer neuen Platten bestätigt diese Einschätzung. Mit „Void“ fühlen wir uns mehr denn je angekommen und verstanden. Besonders stolz bin ich auf die Worte enger Freude außerhalb der Band, die immer ehrlich und kritisch sind, dieses Mal aber nichts zu meckern gefunden haben. Das ist ein tolles Gefühl.“ Der direkte Austausch mit den Fans und Freunden ist dem Musiker wichtiger als mediales Feedback. Die Intensität der Gigs bedeutet ihm im Zweifel aber mehr als schöne Worte:

„Mit VANNA ist es stets unser Anspruch gewesen, unsere Hörer live zu gewinnen und sie vor Ort mit unseren Songs zu überzeugen. Auf den Konzerten sollen die Leute die Möglichkeit haben,


ihr Leben kurzzeitig zu vergessen und loszulassen. Wir wollen eine Plattform bieten, die es ihnen ermöglicht, frei zu sein. Jedes Mal, wenn wir auf der Bühne stehen und die Kids abgehen, werden wir daran erinnert, warum wir VANNA gestartet haben und für wen wir unsere Songs schreiben. Unsere Fans sind unser Antrieb und lassen uns alles geben. Wir beschäftigen uns nicht damit, wer uns eventuell hören könnte oder wie wir weitere Hörergruppen erschließen können, sondern sind für unser Publikum da und ihm verpflichtet. Eine Beziehung zu unseren Hörern aufzubauen und durch unsere Musik mit ihnen zu einer Einheit zu verschmelzen, ist durch nichts zu vergleichen. Das lässt uns immer weiter machen.“ Die Bostoner leben den Moment und verfolgen keine übergeordneten „Karriere-Ziele“, um es so zu formulieren. Davey äußert sich in dieser Richtung bescheiden und stellt heraus, dass seine vor allem Gruppe Hilfe zur Selbsthilfe anbietet: „Wir messen uns weder mit Gruppen, die uns den Weg bereitet haben, noch mit solchen, die derzeit aktiv sind. Uns genügt es, mit tollen Bands zu touren und mit Musikern und Fans Freundschaften zu schließen. Wie es auch meine Texte ausdrücken, muss man in dieser Welt nicht alleine sein. Es ist wichtig, Freundschaften zu schließen und sie zu pflegen. Wer das berücksichtigt, muss auch schwere Tage nicht allein durchstehen und erfährt Hilfe. So erleben wir unseren Alltag.“

Die Texte des Frontmanns greifen dieses Selbstverständnis auf: „Sie spiegeln mein Leben und meine Erfahrungen wider. Ich bin ein Typ wie du und ich, der die Siege und Niederlagen durchlebt, die das Leben mit sich bringt. Wir alle haben harte Zeiten durchzustehen und erreichen immer mal wieder den Punkt, an dem man alles hinwerfen und aufgeben möchte. Am nächsten Tag fühlt man sich dann wider vital und stark. Es ist der ganz normale Wahnsinn, über den ich singe. Mir ist es wichtig, meinen Hörern zu zeigen, dass auch andere denselben Kampf austragen. Wer meine Texte liest, wird sie verstehen.“ Die Einordnung des neuen Albums, die Davey vornimmt, überrascht nach diesen Worten nicht:

„Es mag ein Klischee sein, doch wir versuchen schlicht und ergreifend, wir selbst zu sein. „Void“ drückt all das aus, was unser Blut in den letzten Monaten in Wallung versetzt hat. Es repräsentiert uns Fünf und das, was und wer wir sind – jeder Song und jedes Wort. Alle fünf Mitglieder sind am Songwriting beteiligt gewesen und haben sich aktiv in den Arbeitsprozess eingebracht. Jeder einzelne ist wichtig für das Ergebnis. Erst in unserer Interaktion entsteht das, was am Ende den Sound von VANNA auszeichnet. Bei uns gibt es keine Alleingänge oder großen Egos. Wir richten uns einzig und allein nach dem, was für den einzelnen Song das Beste ist.“

 
 Links:
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