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Bury Tomorrow

Storie von: arne, am 29.04.2014 ]

VORERST AM ZIEL! Die Briten von BURY TOMORROW haben sich in den letzten acht Jahren bei Hörern zwischen Melo-Death und MetalCore viele Sympathien erspielt. Mit „Runes“ legt das Quintett sein Drittwerk vor, das Davyd Winter-Bates zufolge als eigentliches Debüt der Band aufzufassen ist.

 
„Für uns ist es das Album, das wir schon immer schreiben wollten“, erklärt der Bassist. „Eigentlich sollte schon unsere erste Platte so klingen, doch es fehlte uns damals an der nötigen Erfahrung, unsere Absichten tatsächlich umsetzen zu können. Heute gelingt uns das endlich, so dass wir uns kurz zurück lehnen und das genießen können. Der erste Schritt ist geschafft. Als Band haben wir unseren Sound mit „Runes“ so definiert, wie wir ihn von Beginn an vor Augen hatten. Natürlich sind wir dieselben BURY TOMORROW, die die Leute schon kennen, doch erst jetzt mit dem dritten Album sehen wir uns adäquat repräsentiert. Das erreicht zu haben, fühlt sich überaus erfüllend an und macht uns stolz.“

Der Fünfer aus Portsmouth, Southampton profitiert nach Worten Davyds maßgeblich vom Einstieg des neuen Lead-Gitarristen, der im vorigen Jahr zum Line-Up stieß: „Die Ideen und handwerkliche Klasse von Kristan Dawson haben daran entscheidenden Anteil. Mit ihm haben wir uns eine Stoßrichtung erarbeitet, die sich überaus komfortabel und stimmig anfühlt. Heute wissen wir, wo wir stehen, wohin wir wollen und wie wir dorthin kommen. In der Vergangenheit war das nicht der Fall. Auch deshalb repräsentiert uns „Runes“ weitaus besser als die Alben zuvor. Die neue Variabilität unseres Materials entspringt allerdings auch dem Gesang. Die Grundlage unseres Songwritings war vor allem die vorbehaltlose Liebe für unser Genre. Natürlich wollen wir auch eigene Akzente setzen, doch ebenso sehr drücken wir, wann immer sich dieses anbietet, unsere Wertschätzung für die Wegebereiter des MetalCore aus.“

Ob man das Spiel von BURY TOMORROW als melodischen Metal oder MetalCore fasst, liegt im Auge des Betrachters. Fest steht, dass die Briten traditionelle und moderne Elemente songdienlich und unterhaltsam miteinander kombinieren und zu einem brachialen und gleichzeitig eingängigen Mix verbinden. Davyd, übrigens der Bruder von Frontmann Daniel, sieht die Verortung seiner Gruppe indes klarer:

„Ich verstehe uns als reinen MetalCore und nichts anderes. Bands wie AS I LAY DYING, STILL REMAINS, UNEARTH und IN FLAMES haben das Genre erschaffen und unser Interesse für diese Spielart geweckt. Ich bin überzeugt, dass der MetalCore auch den so genannten Metal-Heads eine Menge zu bieten hat, doch diese Erkenntnis ist mit den Jahren verloren gegangen. Wir wollen daran erinnern, wenn wir Songs schreiben, die Melodien, Entschlossenheit, Aggression und Elemente aus dem Hardcore miteinander verbinden. So entsteht unser MetalCore! Wir haben keine Angst davor, dieses Wort zu benutzen, denn wir sind verdammt stolz auf unseren Sound!“ Die Triebfeder der Band-Aktivitäten hat sich seit der Gründung nicht verändert. Die Briten arbeiten unverändert daran, ihre Spielart ins Bewusstsein einer


bereiteren Hörerschaft zurück zu bringen:

„Wäre es anders, gäbe es die Band längst nicht mehr“, zeigt sich der Davyd überzeugt. „Mit jedem Jahr arbeiten wir härter, um den nächsten Schritt zu schaffen. Harte Arbeit ist unserer Auffassung nach der Schlüssel zu Beständigkeit und Beachtung und hilft dabei, durchzuhalten, auch wenn es zwischenzeitlich manchmal düster aussieht. Der ungebrochene Glaube an unsere Musik und die Unterstützung unserer Fans lassen uns weiter machen. Unsere Mission ist es, dem MetalCore zu alter Stärke zu verhelfen. Diesem Ziel sind wir seit 2006 verschrieben. Damals hat jeder das Genre für tot erklärt, doch wir waren anderer Ansicht. Seit acht Jahren beweisen wir den Hörern nun schon, dass die Spielart lebendig ist.“

BURY TOMORROW treten tatsächlich mit einem agilen, ausgereiften Sound an, der an eingeführte Größen erinnert, aber auch einen eigenen Touch aufweist. Obwohl das Schema harter Strophen mit herben Screams und eingängiger Refrains mit Clean-Gesang bekannt und schnell durchschaut ist, finden die Briten doch zu einem hörenswerten Drittwerk, das nicht nur für MetalCore-Fans spannend sein sollte. „Natürlich sind unsere Einflüsse breit gefächert“, bestätigt der Musiker auf Nachfrage. „Wer sich puristisch nur auf eine Art von Musik versteift, wird in seiner Entwicklung alsbald stagnieren. Das wollen wir nicht, deshalb hören wir von Pop bis Metal so ziemlich alles, um selbst einen Sound zu erschaffen, der so breit wie möglich angelegt ist. Auch wenn es immer Leute geben wird, die unserer Gruppe treu bleiben, wollen wir uns entwickeln und ihnen etwas Neues bieten. Damit meine ich nicht, dass wir das Rad neu erfinden, doch wir streben zumindest danach, stets die uns bestmögliche Leistung abzuliefern und uns voll einzubringen. Das hört man hoffentlich.“

Die Rezeption des vor zwei Jahren veröffentlichten Nuclear Blast-Einstands des Quintetts ist mit dafür verantwortlich, dass man das auf „Runes“ dieses Mal noch intensiver spürt: „„The Union Of Crowns“ war gewissermaßen unser Comeback-Album. Als es erschienen ist, wussten wir nicht abzuschätzen, ob sich überhaupt jemand für uns interessiert. Deshalb waren wir von den Reaktionen angenehm überrascht. Das überwiegend positive Feedback hat uns darin bestärkt, unseren Weg weiter zu verfolgen und noch mehr zu investieren. Mit dem Wissen, das unser MetalCore-Verständnis auf Gegenliebe stößt, lässt sich prima arbeiten. Die neue Platte würde aber auch nicht anders klingen, wenn dem nicht so wäre.“ Nicht zuletzt hat das intensive Tour-Programm, das BURY TOMORROW absolvieren, dazu beigetragen, dass sich die Musiker auf ihrem Drittwerk professionell und eingespielt präsentieren. Die frische, ungeduldige Attitüde ist ihnen aber auch nicht abhanden gekommen.

 
 Links:
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