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Aborted

Storie von: arne, am 04.04.2014 ]

Die Belgier befinden sich im zwanzigsten Jahr ihrer Band-Aktivitäten und präsentieren sich angriffslustig und extrem gestimmt wie eh und je. Weder hat sich bei ABORTED etwas an den Massenmörder-, Endzeit- und Gewalt-Lyrics noch an den temporeichen und technischen Songs geändert. Auf „The Necrotic Manifesto“ geht es entlang eines jähen, Blastbeat-lastigen Death Metal-Sounds ausschließlich in die Offensive. An schroffer Eingängigkeit mangelt es dem achten Album der Band dabei ebenfalls nicht.

 
Eine ungebremste Motivation ist der Schlüssel zur Langlebigkeit der Brutalo-Frickler, wie ein gut gelaunter Frontmann Sven „Svencho“ de Caluwé an Telefon erzählt: „Extremen Metal spielt man ja nicht, um Geld zu verdienen, sondern weil man es will. In den beinahe zwanzig Jahren gab es viele Höhepunkte, aber auch etliche Rückschläge zu verkraften. Was mich überrascht, wenn ich über unsere Karriere nachdenke, ist vor allem, dass es sich nicht einmal nach zwanzig Jahren anfühlt. Die Zeit fliegt an mir vorbei, ohne dass ich es richtig mitbekomme. Überall auf der Welt zu touren und ständig neue Leute kennen zu lernen, hält mich jung. Wir haben inzwischen mit all den Bands gespielt, die mich einst dazu gebracht haben, die Gruppe zu starten. Das hätte ich mir niemals träumen lassen. Das sind Erlebnisse, von denen ich zehre und die ich nie vergessen werde. Dazu ist jedes neue Album ist eine tolle Erfahrung, die motiviert. Und wann immer ich etwas für die Band tue oder wir unterwegs sind, fühlt es sich wie Urlaub an – Urlaub vom Alltag.“

Dass der Shouter das einzig verbliebene Gründungsmitglied ist, liegt Svencho zufolge vor allem an anderen Lebensplanungen seiner früheren Weggefährten: „Zu Beginn haben wir lange Zeit ein konstantes Line-Up gehabt. Erst als wir anfingen, mit ABORTED viel und kontinuierlich zu touren, kam es zu den ersten Wechseln. Touren ist nicht jedermanns Sache, nicht jeder kann sich damit arrangieren. Jobs, Studium, die Familie – es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb die Leute nicht mehr die Zeit aufbringen können, die sie in die Band investieren müssen. Außerdem ist es in Europa längst noch nicht normal, seinen Lebensunterhalt von einer Metal-Band zu bestreiten. Der gewöhnliche Lebensweg der meisten ist ein anderer. Das muss man respektieren und darauf reagieren, wie wir es immer wieder tun, wenn sich jemand aus ABORTED zurück zieht. Unser Lebensstil ist nicht einfach. Auf Tour ist man auf engem Raum zusammen und lernt sich so richtig kennen. Selbst wenn man sich vorher musikalisch gut verstanden hat, kann es sein, dass sich auf Tour dann doch persönliche Konflikte einstellen. Das weiß man vorher leider nie. Gerade jüngere Musiker erwarten zumeist mehr, als es letztlich gibt und sind schnell ernüchtert und enttäuscht. Egal, ob es um Geld oder andere Dinge geht. Am Ende muss sich jeder vor Augen führen, dass ABORTED eine extreme Metal-Band und kein Pop-Act sind.“

Sven de Caluwé selbst nimmt die Dinge, wie sie kommen, und quillt vor Vorfreude auf die anstehenden Tour-Aktivitäten im Zuge der Veröffentlichung von „The


Necrotic Manifesto“ förmlich über. Insbesondere die Auftritte in Mexiko kann er kaum abwarten: „Die Shows 2008 mit DevilDriver waren schlicht verrückt und sind mir mit als die besten überhaupt im Gedächtnis geblieben. Deshalb freuen wir uns so sehr, dorthin zurück zu kehren. Die Gigs waren mit mehr als 3.000 Leuten ausverkauft. Die Energie der Shows war unglaublich. So etwas habe ich nur ganz selten erlebt. Die Leute kannten alle unsere Songs und waren so dankbar. In Nordamerika oder Europa ist man es gewöhnt, die Bands zu sehen, die man mag. In vielen anderen Gegenden warten die Leute mitunter Jahre, bis Gruppen zu ihnen kommen. Entsprechend enthusiastisch fallen die Konzerte dann aus.“ Das eigene Potenzial weiter nördlich in den USA schätzt der Frontmann realistisch ein:

„Wir haben dort eine reelle Chance, denn wir sind schlicht lustiger und unterhaltsamer als das Gros der anderen Bands. Haha. Nein, im Ernst, wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir bislang zu selten dort unterwegs waren, um viel erwarten zu können. Mit Kataklysm haben wir damals in 2001 unsere erste US-Tour überhaupt gespielt. Wir wissen, worauf wir uns einlassen und auch, dass wir Spaß haben werden. Das reicht mir.“ Mit ihrem achten Album haben ABORTED ein kompaktes, schonungsloses Death Metal-Werk im Gepäck, das jeden Extrem-Fan überzeugen sollte. Das Material ist innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit geschrieben und aufgenommen worden und präsentiert eine verdichtet aufspielende Band, die ihre Trademarks ideal herauszustellen weiß:

„Die Songs für „The Necrotic Manifesto“ sind zwischen November und Januar entstanden. Bevor es losging, hatten wir praktisch nichts. Da wir uns aber blind verstehen, lief die Arbeit wie von selbst. Eine Woche lang haben wir in einem Haus konzentriert von morgens bis abends gearbeitet. Das war die Grundlage des Albums. Wir wollten es möglichst brutal und extrem haben, doch ohne Hooklines, Melodien und Refrains geht es auch nicht. Andernfalls wäre es schnell langweilig und gilt es zu vermeiden. Wir spielen immer auch mit einer besonderen Art von Humor auf, die uns von anderen Gruppen abhebt. Wir nehmen unsere Songs nicht zu ernst, was die transportierte Attitüde anbelangt. Wortspiele, Andeutungen und Spitzen sind jederzeit zu erwarten, denn wir wollen Spaß haben und Spaß verbreiten. Der Titel-Track, der die erste offizielle Auskopplung ist, repräsentiert unseren Ansatz optimal. Das Stück hat einfach alles, was unseren Sound auszeichnet. Es ist heavy und bissig, besitzt Soli, Breakdowns, eingängige Passagen – einfach alles.“

 
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