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Carnifex

Storie von: arne, am 10.02.2014 ]

Die Kalifornier zählen zur Speerspitze des amerikanischen Extrem-Sektors zwischen US-Deathcore und Brutalo-Tech-Death. Für die Veröffentlichung ihres fünften Albums „Die Without Hope“ haben CARNIFEX bei Nuclear Blast angeheuert, was die Verortung des Quintetts im Metal besser widerspiegelt als die frühere Kooperation mit Victory Records.

 
Die Band aus San Diego hat sich über die Jahre zu einem Trademark-Sound vorgearbeitet, der fordernde Frickelkost und ein ausbalanciertes Songwriting stimmig zusammen führt. Vordergründig präsentieren sich CARNIFEX bösartig und rigoros, doch bei genauerem Hinhören offenbart sich ein variabel angelegtes, mit wiedererkennbaren Momenten gespicktes Album. Dafür sind neben dem prägenden Gesang von Scott Lewis auch die eingestreuten Melodien, Mark erweichenden Heavy-Grooves und die bedrohliche Atmosphäre verantwortlich.

„Seitdem wir die ersten Informationen bezüglich „Die Without Hope“ veröffentlicht sind, häufen sich bei uns die Anfragen der Fans. Natürlich sind sie an unserer musikalischen Entwicklung interessiert, aber sie fragen vor allem auch nach den anstehenden Tour-Aktivitäten und wann wir wo spielen werden. Es läuft gut an und wir erfahren mehr Aufmerksamkeit denn je. Das ist schön, auch wenn ich nicht so recht sagen kann, worauf das zurück zu führen ist.“ Der kalifornische Fünfer übt sich von jeher im Understatement und lässt die Dinge auf sich zukommen:

„Wie das neue Album von den Fans aufgenommen wird, werden wir bald wissen“, äußert Scott. „Damit beschäftigen wir uns vorher nicht, denn wir können es ohnehin nicht beeinflussen. Als Band sind wir davon überzeugt, die uns bestmögliche Arbeit abgeliefert zu haben. Mehr konnten wir nicht tun. Dass wir mit CARNIFEX nichts für die breite Masse sind, wissen und akzeptieren wir. Doch wer uns kennt, wird das Album lieben.“ Das Fünftwerk folgt seinem Vorgänger „Until I Feel Nothing“ im Abstand von drei Jahren. Da die Band aus San Diego via Nuclear Blast zudem eine neue Hörer-Klientel anspricht, müssen die Musiker wiederum um die Gunst der Fans im schnelllebigen Extrem-Sektor buhlen: „Da ist sicherlich etwas dran, doch mit derartigen Problemen hat jede Gruppe zu kämpfen“, erwidert der Frontmann. „Wir wollen uns mit jedem Album neu beweisen und nehmen diese Herausforderung gerne an. Da wir uns keinem Trend zugehörig fühlen, sondern länger während aktiv sind, stört es uns nicht, dass einige Hörer von einem Hype zum nächsten springen. Wir wollen mit Konstanz und guten Songs überzeugen und nicht nur ein kurzer Hype sein.“

Der bislang längsten Spanne zwischen zwei CARNIFEX-Longplayern kann der Shouter weder Positives noch Negatives abgewinnen: „Die Zeitspanne, in der die Songs für ein Album entstehen, sagt nicht zwangsläufig etwas über die Qualität des Ergebnisses aus. Manchmal reicht eine spontane Eingebung im Studio, um einen Hit zu erschaffen. Guns N Roses haben mehr als zehn Jahre an „Chinese Democracy


“ gearbeitet und ich könnte nicht sagen, dass diese Platte auch nur einen Hit enthalten hätte. Für uns repräsentiert jeder Song die Zeit seines Entstehens. So war es schon immer und ist nun auch bei „Die Without Hope“ wieder so. Definiert ist allein der Anspruch, stets das uns bestmögliche Album zu schreiben.“

Seit der Bandgründung im Jahr 2005 ist das den Kaliforniern bislang noch immer geglückt: „Es ist schlicht wie einfach: wir lieben den Metal und wir lieben es, Songs zu schreiben“, so Scott Lewis. „Von vielen jungen Bands unterscheidet uns, dass wir CARNIFEX nicht deshalb gegründet haben, weil wir einem Trend gefolgt sind. Wir spielen Metal, weil wir schon immer Metal-Heads waren. CARNIFEX veröffentlichen seit fast zehn Jahren brutale Alben. Das ist der offensichtlichste Beweis dafür, dass wir den Metal leben.“ Mehr noch als auf den Vorgängern gelingt es den Musikern, für „Die Without Hope“ einen verbindenden Kontext zu schaffen und trotz der drückenden Rücksichtslosigkeit ein abwechslungsreiches Songwriting aufzubauen: „Nach fünf Alben sind CARNIFEX schlicht CARNIFEX. Wir haben unsere Nische gefunden, in der wir uns wohl fühlen. Unser Anspruch ist es, immer besser zu werden und ich hoffe, das lässt sich über unsere Alben hinweg nachvollziehen.“

Obwohl der Stil des Quintetts von seiner Attitüde her modern-extrem ist, lässt sich der Frontmann bis heute von den Helden seiner Jugend inspirieren, wie er verrät: „Um ehrlich zu sein, höre ich seit 15 Jahren dieselben Bands und Platten. Den anderen in der Gruppe geht es genauso. Deshalb resultieren die Veränderungen in unserem Sound eher aus dem Umstand, dass wir bessere Songwriter geworden sind, als daraus, dass sich unsere Einflüsse verändert hätten. Das ist nämlich nicht der Fall. Meine persönlichen Einflüsse reichen vom Black und Gothic Metal bis hin zu melodischem Metal. Das hört man vielleicht nicht immer, doch so ist es.“ Die neuen Songs von CARNIFEX besitzen neben der harschen Brutalität in jedem Fall mehr Atmosphäre und Intensität, was den Sound des Nuclear Blast-Zugangs im Detail aufwertet. Scott Lewis fasst es wie folgt zusammen:

„„Die Without Hope“ ist unser fünftes Studio-Album. Es steht zunächst für sich allein, so wie alle seine Vorgänger. Jede Platte repräsentiert einen eigenen Abschnitt in unserer Karriere. In Kategorien wie Erfolg oder Misserfolg denken wir dabei nicht. Wir sind schon dankbar für die Möglichkeit, mit CARNIFEX kontinuierlich Alben veröffentlichen und sie unseren Fans präsentieren zu können. Wenn sie mit den Songs etwas anfangen können, sind wir zufrieden.“

 
 Links:
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