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One Last Legacy

Interview von: arne mit Alex, am: 03.02.2014 ]

Ob man die Pfälzer von ONE LAST LEGACY nun als Alternative-Metal, Post-Grunge oder Modern-Heavy-Rock versteht, ist von nachrangiger Bedeutung. Wichtiger ist es, festzustellen, dass die Debütanten bauchgesteuert, in der Basis schwergewichtig und in der übergeordneten Wirkung durchweg eingängig daher kommen. Das seit zwei Jahren bestehende Quintett präsentiert sich auf „Chapter One ...Into The Unknown“ mit einem amerikanisch gefärbten Sound. Alter Bridge, Godsmack, Audioslave, Stone Temple Pilots, Alice In Chains und ähnliche Gruppen weisen bezüglich der Ausrichtung des Albums den Weg.

 

Musicscan: Zu Beginn: Wie wichtig ist Bestätigung für Euch als Band? Seht Ihr es als selbstverständlich an, Feedback von Euren Hörern einzufordern oder ist es am Wichtigsten für Euch, einzig und allein genau das zu tun, was sich richtig anfühlt – ganz gleich, was andere davon halten?

One Last Legacy: In erster Linie versuchen wir Musik zu schreiben und umzusetzen die uns gefällt und hinter der wir stehen. Wenn unsere Musik auch noch anderen gefällt und die Leute uns das auch mitteilen, freuen wir uns natürlich riesig darüber. Das ist natürlich, gerade wenn man am Anfang steht, auch ein Stück weit Bestätigung und Motivation. Allerdings würden wir an der Scheibe auch keinen Ton ändern wollen, wenn sie nicht gut ankommen würde, da wir mit unserem „Einstand“ wirklich zufrieden sind.

Musicscan: Daran anknüpfend: Welche Reaktionen habt Ihr bislang für Chapter One...Into The Unknown eingefahren. Ich für meinen Teil war überrascht, ein solch starkes und professionelles Eigenrelease zu erhalten…

One Last Legacy: Wir selbst waren alle überrascht, dass es so viel positiven Anklang findet. Bisher waren die Reaktionen durchweg positiv. Vor allem freut uns, dass auch viele unterschiedliche Details wahrgenommen werden und je nach Background der Leute immer andere Titel als Lieblingstitel genannt werden und nahezu alle Titel in ‚Normalverteilung‘ vertreten sind.

Musicscan: Habt Ihr bewusst selbst veröffentlicht oder aus der Not eine Tugend gemacht? Falls Ihr Euch bei Labels beworben habt: mit welchen Begründungen, sofern es welche gegeben habt, seid Ihr denn abgelehnt worden?

One Last Legacy: Wir haben im ersten Anlauf das Album bewusst selbst veröffentlicht; um die Dinge selbst in der Hand zu haben. Uns lag zwar das ein oder andere Angebot vor, die vertraglichen Voraussetzungen entsprachen bisher aber leider nicht unseren Vorstellungen. Grundsätzlich sind wir natürlich an einem Deal interessiert, brauchen den aber nicht um jeden Preis, nur um uns als ‚signed‘ oder ‚Band mit Plattenvertrag‘ bezeichnen zu dürfen.

Musicscan: Ich mag eure Band vor allen Dingen aufgrund der Tatsache, dass Ihr bestehenden Klischees (bewusst?) aus dem Weg geht, und Musik und Gefühl klar zentral stehen. Bemüht ihr euch beim Schreiben der Songs bewusst darum, Klischees zu umschiffen oder spielt sich das automatisch ab?

One Last Legacy: Danke, dass Dir die Musik gefällt. Wir sind bewusst Klischees aus dem Weg gegangen. Wie du schon sagst, die Musik als Solche, wie auch das Gefühl, dass wir bei jedem Song an die Hörer vermitteln wollen, sind klar die Prioritäten. Oft ist sogar als erstes das Gefühl dafür da, was der Song ausdrücken soll bevor ich die Gitarre in die Hand nehme und ein Riff oder Melodiefolge suche die dem dann musikalisch am nächsten kommt, während gleichzeitig die ersten Textfragmente entstehen. Durch Klischees würde oft leider die ‚Persönlichkeit‘ des Songs wieder geopfert, außer es passt natürlich zufällig – aber wir wollten das nicht zwingen.

Musicscan: Vergleicht doch bitte mal die Vorstellungen dessen, was Ihr Euch von Band und insbesondere Sound zur Gründung erhofft / vorgestellt habt und mit dem, was Ihr bislang erreicht habt und heute darstellt. Welche Überraschungen gibt es in dieser Hinsicht für Euch selbst? Was kam anders als erhofft bzw. erwartet?

One Last Legacy: Chapter One entspricht als erstes Ergebnis in musikalischer Sicht durchaus den Erwartungen die wir an uns selbst bei Gründung der Band gestellt hatten, ist aber nur ein erster Schritt. Wir brennen natürlich darauf neues Material aufzunehmen. Von der zunehmenden Resonanz sind

Musicscan: Mich würde interessieren, ob Ihr Eure Musik in der Tradition von benennbaren Bands seht und was Ihr insgesamt als für Eure musikalische Sozialisation als wichtig erachtet.

One Last Legacy: Das ist eine schwierige Frage – denn DIE eine oder Hand voll Bands gibt es so nicht. Zumal da auch jeder von uns andere nennen würde. Auf jeden Fall beeinflusst ist unsere Musik von den Bands die in „Rock- und Metalsteinzeit“ Pionierarbeit für Hard Rock und Metal geleistet haben, was sich vor allem beim Gesang niederschlägt. Selbstverständlich haben aber auch die letzten zehn Jahre mindestens genauso großen Einfluss auf unser eigenes kreatives Schaffen, insbesondere in Sachen bei den Gitarren in Sachen Riffing und Power sind hier neuere Stilelemente hörbar. Die Mischung macht denke ich den Charakter aus.

Musicscan: Nehmt Ihr es an, Euren Sound als amerikanisch geprägt zu beschreiben?

One Last Legacy: Darüber haben wir uns ehrlich gesagt, noch keine Gedanke gemacht. Ich persönlich würde den Sound aber eher dann der amerikanischen Richtung zuordnen, als europäisch oder britisch - gerade in Sachen Emotion, Feeling und Melodieführung.

Musicscan: Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass Ihr das Ziel verfolgt, eingängige Heavy-Rock-Hymnen zu schreiben. Ist dem so? Gibt es vielleicht einen zentral stehenden Track auf dem Album, der Eure Attitüde prägnant auf den Punkt bringt? Welcher Ansatz liegt Eurem Band-Schaffen grundsätzlich zugrunde?

One Last Legacy: Wir haben die Songs so geschrieben, wie wir sie selbst gut fanden und wie wir sie uns von einem Album erhoffen würden, dass wir selbst gerne in unseren CD Player stecken würden. DEN zentralen Track der stellvertretend für das Spektrum der Band steht gibt es m.E. so nicht, da jeder Track Elemente bzw. stilistische Einschläge enthält, die kein anderer auf der CD hat. Das war uns auch wichtig, da wir kein Album wollten auf dem 8 von 10 Songs gleich klingen. Wir hatten auch kein fixes Raster oder Schema in das die Songs passen mussten. Ob, das dann letztlich zusammen passt war beim Schreiben der Songs erst mal auch egal. Das ist im Untertitel ‚..into the unknown‘ auch mit ausgedrückt. Die Eingängigkeit kommt wahrscheinlich einfach daher, dass ich unheimlich gerne (Melodien) singe und das in die Tracks auch so einbringe. Das würde mir sonst eindeutig fehlen, wobei schon wichtig ist, dass die kein Geträller dabei rumkommt – das liegt aber freilich im Auge bzw. Ohr des Betrachters und ist alles intuitiv. (Ergänzung Christopher: Was das Band-Schaffen betrifft, ist der Ansatz, dass Alex, und ich alle Ideen zusammen werfen und dann schauen, was wie am besten funktioniert. Ich könnte mir keinen besseren Songwriter an meiner Seite vorstellen. Wir ergänzen uns perfekt. Komme ich bei einem Song nicht weiter, hat Alex die zündende Idee, die ich gesucht habe. So auch umgekehrt.

Musicscan: Stilistisch kommt bei Euch einiges zusammen: Warum wollt/könnt Ihr Euch nicht weiter festlegen bzw. was sind die Vorzüge der breiteren Heavy-Crossover-Anlage und der an die Seite gestellten Akustik-Momente?

One Last Legacy: Wir haben keinen Slogan dem wir die Musik unterordnen bzw. anpassen. Das macht das Ganze dann natürlich auch schwierig. Aber warum sollten wir uns ohne Not einengen? Aus Musikersicht ist die Breite genial, da man ständig andere Ideen einstreuen kann, die man anders vielleicht verwerfen müsste, obwohl man sie gut findet. Wir sind umgekehrt an die Sache herangegangen und versuchen jetzt das Ergebnis unseres Schaffens zu beschreiben. Diese Vielfältigkeit erschwert dann natürlich aber auch die Stil-Beschreibung oder griffige Attitude-Formulierung. Selbstverständlich ist uns schon klar, dass sich das Ganze zu 99% irgendwo zwischen Heavy Rock und Metal abspielt, aber auch das ist ja durchaus ein breites Feld. Hierdurch hat man vielleicht auch länger Freude an der Scheibe. Für uns war es Ehrensache, dass wir auch einen Akustik-Song einspielen, da das ja ein ganz eigenes Feeling hat, das wir sehr mögen.

Musicscan: Unter all der Lockerheit und den treffsicheren Tracks Eures Albums verstecken sich natürlich auch Verinnerlichung des Stils, den Ihr spielt, und Routine. Passiert es Euch bisweilen, dass Ihr als Musiker unterschätzt werdet, und sich die Leute von der Eingängigkeit ablenken lassen? Oder ist das ein bewusst arrangierter Schachzug?

One Last Legacy: Wir hoffen schon, dass wir nicht in eine Schublade gesteckt werden in die wir nicht gehören. Für die handwerkliche Leistung sind wir bislang noch nicht negativ kritisiert worden, im Gegenteil. Allerdings ist der Gesamteindruck der Songs für uns wichtiger, als individuelles Können hervorzuheben und möglichst als Prof. Music in die Geschichte einzugehen. Dass im Hintergrund zum Teil Einiges im Instrumentalbereich abläuft, was nicht unbedingt beim ersten Höreindruck hervorsticht, macht das Ganze dann für den zweiten oder dritten Durchlauf interessant.

Musicscan: Ist es für Euch wichtiger, auf Platte ein möglichst rundes Ergebnis zu erzielen und Sachen weiter auszuarbeiten oder immer weiter zu experimentieren, neue Wege zu gehen und Euch selbst und die Hörer zu überraschen?

One Last Legacy: Beides. Wobei Ersteres für mich persönlich (Szecho) wichtiger ist, als zu experimentieren, was neue Sounds etc. betrifft. Die Richtung die wir auf dem Album eingeschlagen haben ist, denke ich, die Richtige. Die einfache Regel: Was wir cool finden wird genommen. Sicher wird sich die Musik mit unserem Geschmack auch verändern, weiter- oder zurückentwickeln. Wie weit das dann geht ist heute schwer zu sagen.

Musicscan: Rein musikalisch kann man Euch heute bereits als „ausgereift“ bezeichnen. In welche Richtung können sich Sound und Band noch steigern? Wo seht Ihr Ansatzpunkte für weitere Entwicklung?

One Last Legacy: Erst mal ein fettes Danke für das „ausgereift“! Wir denken schon, dass wir „Chapter One“ nochmal steigern werden. Ideen haben wir jedenfalls schon einige, aber wir müssen das Ganze erst mal sacken lassen und werden fleißig weiter Lieder schreiben, um zu selbst zu sehen wohin sich die Sache entwickelt. Einen völligen stilistischen Reset wird es wahrscheinlich aber nicht geben.

Musicscan: Deckt sich das Ergebnis Chapter One...Into The Unknown mit Euren Vorstellungen, wie die Platte werden sollte, als Ihr ins Studio gegangen seid? Stand das Album schon komplett, als ihr angefangen habt, aufzunehmen oder gab's da Überraschungen bzw. noch die Chance, mit Stimmungen und Nuancen zu experimentieren? Den Titel könnte man ja so verstehen, dass nicht alles absehbar und klar war...

One Last Legacy: Auf jeden Fall! „Chapter One“ hat unsere Vorstellungen bisher um ein Vielfaches übertroffen. Sowohl was den Sound betrifft, wie auch den Anklang bei den Hörern. Wir haben parallel zu den Aufnahmen Songs geschrieben. Dadurch, dass wir alles in Eigenproduktion gestemmt haben, hatten wir genügend Freiraum, um noch mit der ein oder anderen Idee zu experimentieren und den Songs letztlich den finalen „Schliff“ zu geben. Der Titel des Albums war bewusst so gewählt, da wir nicht wussten, wo uns diese musikalische Reise letztlich hinbringt.

Musicscan: Worauf darf man sich in der kommenden Zeit von Euch freuen, was steht für Euch in den nächsten Monaten auf dem Programm?

One Last Legacy: Wir stehen noch eigentlich am Anfang unseres Schaffens und haben daher noch sehr viele Pläne. Videoproduktionen, Gigs, Gigs, Gigs etc.. Das werden die Dinge sein, die ihr in den kommenden Monaten von uns erwarten dürft. Ein weiteres Album wird auch nicht mehr Lichtjahre entfernt sein. Ich denke, in den kommenden 1-2 Jahren wird es wieder was auf die Ohren geben.

 
 Links:
  onelastlegacy.com
 
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