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Medeia

Storie von: arne, am 15.11.2013 ]

AUF BEIDEN SEITEN DES ATLANTIKS ZUHAUSE. MEDEIA bringen in ihren Songs Elemente des skandinavischen und amerikanischen Death Metal gleichberechtigt zusammen. Auf ihrem vierten Album präsentieren sich die Finnen als modern ausgerichtete Kapelle, die auch in Post-Gefilde vordringt und die Dichte und Intensität ihrer Soundscapes permanent adressiert.

 
„Als wir die Band vor mehr als zehn Jahren starteten, gab es in unserem Umfeld kaum aggressiven und technisch ausgerichteten Death Metal. Genau deshalb haben wir diesen Stil für uns gewählt“, äußert sich Gitarrist Samuli Peltola zu Ansatz und Intention der Extrem-Kombo. „Bis heute verfolgen wir unseren Riff-basierten Ansatz, aber natürlich hat sich unser Sound im Zeitverlauf verändert. Über die Jahre ist er zusehends breiter orientiert. Die Songs sind heute länger und melodischer, was die offensichtlichste Entwicklung ist. Derzeit steht es für uns im Vordergrund, wirklich große Songs zu schreiben, die aber dennoch auffällige Gitarren-Parts besitzen.“

Das Sextett aus Tampere findet für seine Tracks eine stimmige Balance, die es ihm ermöglicht, sowohl die Death-Klientel mit Tempo-Attacken und handwerklichem Anspruch anzusprechen als auch anderen Stilen gegenüber offen zu sein. Verbindung schaffen die düstere Atmosphäre und die durchgängig hoch gehaltene Spannung. „Ich fasse es einfach und beschreibe uns als Verbindung aus schwedischem Death und modernerem amerikanischen Tech-Death“, meint Samuli pragmatisch.

„Was die zugrunde liegende Mentalität anbelangt, spüre ich eine Verbindung zu Gruppen wie THE BLACK DAHLIA MURDER und THE DILLINGER ESCAPE PLAN. Vielleicht stelle ich die Nähe zu ihnen aber auch nur deshalb her, weil ich beide so sehr schätze. In jedem Fall ist unser Sound zwischen verschiedenen Stühlen angesiedelt. Das umfasst nicht zwangsweise nur Metal-Stile, sondern jegliche Art von Musik, die unser Gesamtbild


natürlich aufwertet. Mit „Iconoclastic“ treten die nicht-metallischen Facetten nun noch offensichtlicher zutage.“ Trotz seines variablen Songwritings wirkt das Viertwerk von MEDEIA kompakt und bissig. Die Finnen erreichen diese Wirkung über bewusste Verstärkungen und repetitives Vorgehen; weniger über die Nutzung extremer Passagen oder technischer Frickelei.

„Wir vertrauen auf unseren Geschmack“, so der Gitarrist. „Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Bands und ihr Sound entwickeln. Andernfalls werden sie irrelevant. Nur ganz wenigen ist es vergönnt, immer dasselbe tun zu können, doch das wäre uns zu wenig. Für uns hat es sich als guter Weg erwiesen, unseren Ansatz beständig zu verstärken und auszuweiten, ohne von der ursprünglichen Intention unserer Gruppe abzurücken. Jede Platte gehen wir ein Stück weit anders an und verändern Details. Doch wir vergessen dabei nicht, woher wir kommen und was wir wollen.“

Selbst die alternativ rockigen Akzente der Songs relativieren die düstere Schwere der Platte nicht. Dafür verbreitern sie die Basis des Sounds und wirken in Richtung Nachhaltigkeit, obwohl die Texte inhaltlich das genaue Gegenteil thematisieren: „„Iconoclastic“ steht synonym für das Zerstörungspotenzial aller menschengemachter Ideologien und Religionen“, erklärt Samuli. „Das Album ist nicht anti-religiös. Viele der Texte basieren auf wissenschaftlichen und logischen Erwägungen, mit denen sich die Kirche schwer tut. Das gilt es im Hinterkopf zu behalten, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.“

 
 Links:
  facebook.com/MedeiaBand
 
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