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Trivium

Storie von: arne, am 07.11.2013 ]

HYMNEN FÜR DIE METAL-BREITE. Die aus Orlando, Florida stammenden TRIVIUM wollen allein solche spielen und setzen dieses Ansinnen auf ihrem neuen Album „Vengeance Falls“ schlagkräftig wie eingängig in die Tat um.

 
Die sechste Platte der Band zwischen NeoThrash und Modern-Metal berücksichtigt alle eingeführten Qualitäten und Trademarks, wagt mit experimentellen Akzenten und einer Fokussierung auf den länger währenden Wirkungsmechanismus der Songs aber auch einen Ausblick in die Zukunft. „Wenn ich meine Zeit mit TRIVIUM rekapituliere, denke ich natürlich vor allem an die Highlights und nicht an weniger schöne Momente“, äußert Gitarrist Corey Beaulieu im Gespräch, der 2013 sein zehnjähriges Jubiläum als Teil des Quartetts begeht. „Mit den anderen habe ich unglaublich viel erlebt. Wir haben tolle Touren gespielt und sind mit fantastischen Gruppen unterwegs gewesen. Allein schon, dass ich die Möglichkeit erhalte, als Musiker die Welt kennen zu lernen, ist unglaublich belohnend. Wir spielen den Metal, der uns viel bedeutet, veröffentlichen Platten und die Leute mögen es. Etwas Größeres gibt es für mich nicht. Die zehn Jahre TRIVIUM sind wie im Flug vergangen. Wir sind ja auch immer beschäftigt, so dass nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt. Für mich ist es ein wahr gewordener Traum, den ich lebe und der nicht zu Ende geht.“

Der Vierer aus Florida fährt in der Tat ein ansehnliches Programm; sowohl was das Touren anbelangt als auch die Veröffentlichungsfrequenz. Mit „Vengeance Falls“ erscheint der sechste Longplayer, wiederum im Abstand von zwei Jahren zum Vorgänger: „Dieser Zyklus hat sich von selbst eingestellt, ohne dass wir auf ihn festgelegt sind“, so Corey. „Wir schreiben immer dann neue Songs, wenn wir uns in der Stimmung dazu fühlen. Erzwingen lässt sich Kreativität nicht. Doch es sprudelt oft aus uns heraus, so dass wir auf Tour häufig an Ideen arbeiten und neue Songs schnell Form annehmen. Dass wir uns kontinuierlich mit unserem Metal beschäftigen und ihn weiter entwickeln, hilft uns dabei, motiviert zu bleiben. Indem wir uns kreativ fordern, halten wir das Konzentrationslevel hoch. Wir sind keine Band, die es akzeptieren würde, sich bloß zu wiederholen. Es muss immer weiter gehen, anders klingen und uns etwas abverlangen. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir an unseren individuellen Fähigkeiten arbeiten, aber auch in der Gruppe als Songwriter reifen. Nur so können wir besser werden und uns weiter steigern. Auch wenn meine Wertung subjektiv gefärbt ist, denke ich doch, dass uns das mit dem neuen Album wieder geglückt ist. Für uns klingt es jedenfalls frisch und aufregend, und hoffentlich kommt es bei den Hörern genauso an.“

Seinem Wesen nach ist der Longplayer etwas straffer und geradliniger angelegt, ohne die eingängige Komponente und die großen Melodie-Bögen und Refrains zu vernachlässigen. Im Kern ist der Sound gesetzt, doch in der tatsächlichen Ausgestaltung nutzen die Musiker sich bietende Freiheiten und erschaffen kleine Überraschungen. „Gerade unsere beiden letzten Alben „In Waves“ und „Vengeance Falls“ stellen sehr offensichtlich einen eigenen TRIVIUM-Stil heraus, den uns selbst unsere Kritiker


nicht mehr absprechen können“, ordnet der Gitarrist selbstbewusst ein. „Wer den Namen TRIVIUM hört, verbindet mit ihm genau diese Art des Metal. Er ist klar identifizierbar, wobei die Mischung aus melodischen Hooks, markanten Riffs und experimentellen Passagen für sich selbst steht. Wir arbeiten unterschiedliche Facetten heraus, die in ihrem Zusammenspiel klar nach TRIVIUM klingen. Von jeher ist es unser Ziel gewesen, eigenständige, originelle Metal-Alben zu veröffentlichen. So, wie „Vengeance Falls“ eines ist.“

Grundlage der stetigen Steigerung über die Veröffentlichungen ist Corey Beaulieu zufolge der hungrige Tatendrang der Musiker und ihr Wunsch, alles, was sie tun, zu verbessern. Ausgehend vom eingeführten Trademark-Sound der Band geht es immer weiter: „Auf „Vengeance Falls“ entdecke ich durchaus Elemente früherer Longplayer, doch diese sind unter anderen Vorzeichen eingebunden. Ein wesentlicher Unterschied besteht hinsichtlich unserer Einstellung und Erfahrung, die sich mit der Zeit verändert hat bzw. gewachsen ist. Deshalb klingt das Ergebnis anders; die Umstände sind verschieden. Und wenn wir einzelne Zitate bewusst wieder verwenden, treiben wir sie weiter, so dass sie anders wirken. Wir haben eine klare Vorstellung davon, was TRIVIUM zu TRIVIUM macht, doch das hält uns nicht davon ab, uns kreativ auszuleben und all unsere Ideen zu verfolgen, egal, wohin sie uns führen. Wir setzen uns selbst keine Grenzen und akzeptieren keine Restriktionen. Warum sollten wir das auch tun? Unser Gespür sorgt schon dafür, dass am Ende ein typischer TRIVIUM-Sound entsteht. Diesen müssen wir nicht bewusst ansteuern. Bezüglich „Vengeance Falls“ ist es uns wichtig gewesen, die Hooks und die Melodien auf ein neues Level zu heben, um noch zeitlosere Songs zu erschaffen. Es ging uns nicht um die Frage, ob wir unsere Ideen handwerklich umsetzen können. Vielmehr haben wir alles nur Mögliche getan, um die Ideen eins zu eins Realität werden zu lassen, auch wenn das bedeutete, dass wir intensiv proben mussten, bis wir mit unserer Leistung zufrieden waren.“

Auf dem sechsten Album der Gruppe erklingen zehn verdichtete Hymnen, die klar mit TRIVIUM zu assoziieren sind. Selbst nach all den Jahren und Veröffentlichungen gelingt es dem Quartett spielerisch, sich neu zu erfinden und die eigene Relevanz zu bestätigen, was seine Gründe hat: „Auf Tour haben wir mit den Ideen schon eine ganze Weile herum gespielt und sie geschliffen“, erzählt der Gitarrist. „Als ausreichend Songs, von denen wir wirklich begeistert waren, beisammen waren, sind wir ins Studio und haben dort alle nur denkbaren Varianten ausprobiert, um jedes Stück so groß, eingängig und gut wie möglich zu machen. Gerade auf die Vocal-Linien haben wir dabei besonders Augenmerk gelegt, denn Musik und Gesang wirken als Einheit und müssen gleichberechtigt betrachtet und entwickelt werden. Im Zeitverlauf werden wir davon profitieren, davon bin ich überzeugt.“

 
 Links:
  trivium.org
 
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