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Oceano

Storie von: arne, am 14.10.2013 ]

Das Quintett aus Chicago zeigt sich auch auf seinem dritten Longplayer einem extrem-brachialen Deathcore verschrieben. OCEANO wissen schließlich um ihre Qualitäten und entwickeln „Incisions“ entlang fordernder Tech-Kost und tougher Core-Plattitüden. So entsteht ein beinhartes und effektives Album, mit dem die Earache-Kombo ihre Position festigt.

 
Gravierende stilistische Veränderungen waren angesichts des Zuspruchs, den die Gruppe erfährt, nicht notwendig. Unter dem Deathcore-Banner fühlen sich OCEANO nach wie vor gut aufgehoben, doch kleine Weiterentwicklungen hat es schon gegeben: „In der Vergangenheit haben wir allein auf rohe Aggressionen und die Brutalität von Musik und Texten abgestellt. Inzwischen lassen wir aber auch persönliche Themen zu und sind musikalisch nicht mehr so engstirnig ausgerichtet“, erklärt Frontmann Adam Warren auf die Unterschiede zwischen dem neuen und den früheren Veröffentlichungen angesprochen.

„Wir sind nach wie vor wütend, doch es fließen auch andere Emotionen mit ein, was im Ergebnis zu einem abwechslungsreicheren Sound führt.“ Dabei ist „Incisions“ wieder vor allem als rigoros und beinhart zu charakterisieren. Die Band aus Chicago geht stets dahin, wo es weh tut und setzt gnadenlos nach: „Mit „Incisions“ erweitern wir unseren Aktionsradius, ohne dass wir mit unserer Vergangenheit brechen“, entgegnet der Shouter. „Selbst wir waren überrascht, wie weit unsere Entwicklung schon gediegen ist. Nicht einmal wir hätten die extreme Breite der dritten Platte in dieser Form erwartet. Es ist uns wichtig, die Elemente zu pflegen, die unseren Sound zu dem gemacht hat, was er ist. Doch daneben gibt es eine Menge neuer Ideen und Akzente zu entdecken und zu verdauen. Hoffentlich sind die Leute aufgeschlossen genug, uns auf unserem Weg zu begleiten.“

Da sich die übergeordnete Stoßrichtung kaum verändert hat, sind in dieser Hinsicht keine großen Probleme zu erwarten. Whitechapel, The Acacia Strain, Despised Icon, War From A Harlots Mouth oder Job For A Cowboy sind nach wie vor taugliche Referenzen, um das Spiel von OCEANO zu verorten. Am grundsätzlichen Mix aus Breakdowns, Mosh-Parts und Highspeed-Vorstößen ändert sich nicht viel. „Unser Ziel ist es, Songs zu schreiben, die Emotionen transportieren und bei den Leuten vergleichbare Empfindungen hervorrufen“, formuliert Adam Warren den Anspruch seiner Band. „Für uns spielt es deshalb keine Rolle, welchem Stil oder Sub-Genre man uns zuordnet. In der Metal-Szene gibt es den Hang, alles einordnen zu wollen, doch das treibt in meinen Augen eher die Aufsplitterung des Metal voran, als dass es hilft. Am Ende ist es immer die Musik, die überzeugt oder das nicht tut. Man zählt uns zumeist zum ach so anrüchigen Deathcore, was okay für uns ist, hat uns aber auch schon dafür verteufelt, dass wir MetalCore seien. Das kommt in Schüben. Umso wichtiger ist es, dass es Leute gibt, die sich die Zeit nehmen, unsere Songs für sich sprechen zu lassen und eigene Schlüsse zu ziehen.


Anders geht es doch nicht. Wer mich um eine Einordnung bittet, dem kann ich lediglich sagen, dass wir zur Kategorie der New School-Bands zählen, jedoch eine Old School-Attitüde pflegen.“

Das Zusammenspiel aus einem modernen Blick auf den extremen Metal und das Wissen um Traditionen prägt das Drittwerk tatsächlich. Der Frontmann findet aber andere Worte, um das zu umreißen, was interessierte Hörer erwartet: „„Incisions“ ist der Spiegel unserer multiplen Persönlichkeitsstörungen, die im Zusammenspiel unserer individuellen Eigenheiten und Vorstellungen bezüglich der Entwicklung der Band entstehen. Im Arbeitsprozess haben wir bewusst alle Erwartungen und das Wissen um unsere Vergangenheit ausgeblendet und schlicht eine Handvoll Songs geschrieben. Nicht zuletzt deshalb ist das Album persönlicher und emotionaler ausgefallen. Das Songwriting ist von intensiven Eindrücken begleitet gewesen, wobei wir uns auch aneinander gerieben haben. Schließlich wollten wir das Bestmögliche aus uns heraus kitzeln, und das haben wir getan. Unabhängig davon, wie „Incisions“ bei den Leuten ankommt, haben wir unsere Ziele erreicht und sind zufrieden.“ Das Wesen von OCEANO ist durch die neue Platte demzufolge repräsentativ widergegeben, wobei auf den zweiten Blick tatsächlich partielle Adjustierungen auffallen:

„In der Vergangenheit stand für uns im Fokus, aggressive, angepisste Songs zu spielen und extrem auszuteilen“, rekapituliert Adam. „Seither sind unsere Ansprüche Stück für Stück gewachsen. Natürlich sind unsere Tracks auch heute noch schwergewichtig und brutal, aber auf dem neuen Album findet sich noch einiges mehr. Aggression kann in verschiedenartiger Gestalt daher kommen. Allein brachial und technisch aufzuspielen und bösartig zu agieren, wäre uns heute zu wenig.“ Teils kontrovers diskutiert worden sind in der Vergangenheit die Texte der ersten beiden Longplayer „Depths“ und „Contagion“, was Auswirkungen auf die Lyrics von Platte Nummer drei hatte:

„Es hat mich sehr überrascht, wie intensiv sich manche Leute mit meinen Texten beschäftig haben und wir wörtlich manche alles nehmen“, so der Sänger. „Obwohl es nicht mehr als Fiktion ist, verbinden die Leute die Worte mit ihrer persönlichen Erwartungshaltung und unterstellen Künstlern dann die verrücktesten Sachen. Dabei habe ich nie auch nur einen Song in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich schätze die Idee von Texten, die offen für Interpretationen und nicht verengt und einseitig angelegt sind. Meine Lehre war es, die Lyrics für „Incisions“ noch unbestimmter auszurichten, was mit der breiteren Anlage unserer Musik gut korrespondiert.“

 
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