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Rivers Of Nihil

Storie von: arne, am 02.10.2013 ]

Einfach gestaltet sich der Umgang mit dem Debüt von RIVERS OF NIHIL nicht, doch er lohnt. Das Quintett aus Reading, Pennsylvania tritt mit einer extremen Mischung aus Tech-Death und progressiver, ergebnisoffener Musikalität an. „The Conscious Seed Of Life“ heißt das kompromisslose Album, dem Produzent Erik Rutan (Hate Eternal, ex-Morbid Angel) einen satten Sound verpasst hat.

 
Bassist Adam Biggs weiß ganz genau, wie sich der Stil seiner Band entwickelt hat und woran es für die US-Kombo noch zu arbeiten gilt. „Wir alle lieben extreme Musik und sind in derselben lokalen Szene aufgewachsen. Wir haben uns auf Konzerten kennen gelernt und lagen direkt auf Wellenlänge, wie es in dieser Form nur unter Musik-Fans in kleinen Szenen zu finden ist. Die Band ist die Verlängerung und Erweiterung unser geteilten Vorlieben. Wir tun, was wir spüren, tun zu müssen. Viel verändert hat sich seit der Band-Gründung dabei nicht. Wir sind dieselben fünf Typen, die gemeinsam spielen und Spaß haben. Der Aktionsradius mag größer geworden sein, doch zugrunde liegt dieselbe ursprüngliche Idee. Wenn ich die neusten Songs mit denen unserer selbst veröffentlichten MCDs vergleiche, fällt mir auf, dass wir damals noch breiter orientiert waren und einen Crossover-Stil pflegten. Hin zum Debüt haben wir unseren Stil verdichtet, um den spezifischen Sound zu erreichen, den wir für „The Conscious Seed Of Life“ bestimmt vor Augen hatten.“

Die Positionierung ist den Beteiligten klar und für den Moment unverrückbar: „In erster Linie sind wir große Death Metal-Fans, die auch eine eigene Band haben“, so Adam. „Wir würden diesen Stil nicht spielen, wenn wir ihn nicht respektieren und die großen Namen wie Morbid Angel, Cannibal Corpse oder Suffocation für das, was sie erreicht haben, bewundern würden. Es ist unser Ziel, den Geist dieser Death Metal-Größen in unseren Songs mit zu verkörpern.“ Zusätzlich setzen RIVERS OF NIHIL für ihren rohen, düsteren Death Metal aber auch auf moderne, übergreifende Stil-Elemente: „Es gibt einige modern eingestellte Gruppen, die uns stark beeindrucken“, bestätigt der Bassist. „Fallujah oder Defeated Sanity fallen mir spontan ein, obwohl sie verschiedenen Ansätzen folgen. Diese Bands huldigen den Riffs auf ähnliche Weise, wie wir es tun, wodurch ich eine Verbindung zu ihnen spüre.“ Auf Facebook beziehen sich die Musiker zudem auf Klaiber wie Nile, Origin, Behemoth, Decrepit Birth, Necrophagist, Meshuggah, Spawn Of Possession und Neurosis, was mal mehr, mal weniger offensichtlich passt:

„Das sind Künstler, die uns beeinflussen und die Spanne unserer Musik abstecken“, ordnet Adam Biggs ein. „Doch daneben gibt es noch viele weitere, nicht nur aus dem Metal, sondern auch aus anderen Bereichen. In einer abstrakten Form kommen bei uns auch Fusion, Hardcore, Shoegaze, Progressive-Rock und Industrial zum Tragen, um nur einige Stile zu nennen. Aus dem Sektor des „Technical Brutal Death Metal“ setzen wir uns so ab, auch wenn wir ihm treu ergeben sind. Dem Metal, gerade dem Death, sind wir stark verbunden. Einflüsse von au


ßerhalb dieser extremen Musik-Spielart helfen uns jedoch dabei, die Balance zu wahren und fokussiert zu bleiben. Das macht in meinen Augen am Ende den Unterschied aus und beschreibt den spezifischen Stil von RIVERS OF NIHIL.“ Die vor vier Jahren gegründete Band hat nach ihren beiden selbst veröffentlichten MCDs inzwischen eine gewisse Routine und ein größeres Verständnis für das Wirken extremer Musik gewonnen:

„Wir hören allein auf uns und lassen uns im Songwriting nicht hetzen oder beeinflussen“, äußert der Bassist. „Dieser kreative Freiraum ist uns heilig, zumal wir bewerten müssen, was cool ist und was nicht. Wenn wir an neuen Songs arbeiten, gibt es keinen Plan oder eine Abstimmung darüber, in welche Richtung es gehen soll. Dennoch ist es uns gelungen, auf unserem Album einen spezifischen Sound für uns zu etablieren. Wenigstens der Rahmen ist jetzt abgesteckt. Von unseren Interessen her scheint es ausgeschlossen, dass wir uns wiederholen. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich künftige Platten eigene Wege suchen werden.“ Zufällig klingen die Stücke der US-Kombo aber nicht, stattdessen sind sie fesselnd, angriffslustig und vielschichtig böse: „Am Ende des Tages weist jede extreme Musik wiederkehrende Momente auf, wenn sie es ernst meint. Das sind Sachen wie rauer Gesang, präzises Drumming oder verzerrte Gitarren. Das wollen wir als Fans brutaler Musik hören. Was wir schätzen, sind zusätzlich neue Impulse für bekannte Ideen und Zutaten. Ich glaube, Mark Twain sagte so etwas wie „alle Ideen stammen aus zweiter Hand“.

Das trifft für alle Formen der Kunst zu. Natürlich ist es eine Frage der Perspektive, doch jeder Fan, der sich intensiv mit extremer Musik beschäftigt, kommt früher oder später zu dieser Erkenntnis. Für das Album hat sich unsere Arbeitsweise im Songwriting verändert. Verstärktes Augenmark erfuhren die Song-Strukturen und das Herausstellen verbindender Momente. Das müssen wir fortsetzen, um zu einem nachvollziehbareren Sound und weniger abstrakter Musikalität zu finden.“

Das fortzuführende Konzept von „The Conscious Seed Of Life“ bietet Möglichkeiten, sich entlang eines Themas auf Linie zu bringen und songdienlich zu agieren: „Man kann das Album als Konzept begreifen, denn alle Song-Texte beschäftigen sich mit dem Frühling“, so Adam. „Wir verfolgen die Idee von vier Platten, von denen jeweils eine einer Jahreszeit gewidmet ist. Aufmerksame Hörer werden es sicherlich bemerken, doch es ist nichts, was man zwingend wissen muss. Jeder Song steht zunächst für sich allein, auch wenn da eine übergeordnete Verbindung besteht. Wichtig ist in meinen Augen vielmehr, dass Hörer aufgeschlossen an unser Album heran gehen.“

 
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