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Kill Division

Storie von: arne, am 24.09.2013 ]

Der Titel „Destructive Force“ eignet sich hervorragend, das Anliegen der Niederländer auf den Punkt zu bringen. Prägnante Riffs und Drums, markige Vocals und ein brutaler Sound: das Debüt des Metal Blade-Zugangs KILL DIVISION hinterlässt mit seiner bissigen Härte, den Headbang-Grooves und geschickten Tempo- und Stil-Verschiebungen einen fokussierten, überzeugenden Eindruck.

 
Die niederländischen Debütanten haben als Ziel ausgegeben, authentischen Metal spielen zu wollen. Diesen bietet das erste Album früherer Mitglieder von Legion Of The Damned, Asphyx, Inhume und God Dethroned allemal. Das Trio tritt mit einem schnörkellosen, Old School-igen Mix aus Death und Thrash Metal sowie Grindcore an: „Wir halten es einfach und schlicht und spielen die Musik, die wir selbst mögen, ohne auf bestimmte Genres oder Konventionen zu achten“, erklärt Gitarristin und Sängerin Susan Gerl. „Authentischer Metal wird mit voller Hingabe gespielt. Es kommt nicht auf das Äußere, die Verpackung oder den Stil an, sondern auf die Wirkung, die sich beim Spielen und Hören einstellt. Es gibt zu viele Gruppen, die es versuchen, anderen nachzueifern oder sie plump zu imitieren, und dabei am Ende künstlich und eben nicht authentisch klingen. Dieser Ansatz ist der falsche. Man muss Musik spielen, weil man sie liebt und nicht, um erfolgreich oder populär zu werden oder gar, um Geld zu verdienen.“

So überschaubar und reduziert wie sich die verschiedenen Internet-Präsenzen von KILL DIVISION (derzeit) darstellen, geht es bei der Band auch musikalisch zu – jedoch nicht minder effektiv: „Es liegt in der Natur der Sache, dass die Leute eine Kategorisierung haben möchten, um uns in eine Schublade zu stecken“, weiß die Frontfrau auf die Ausrichtung ihrer Band angesprochen. „Zu sagen, dass wir im Feld zwischen Death, Grind und Thrash unterwegs sind, fällt mir leicht. Weiter kann und möchte ich aber nicht gehen. Leute, die mich kennen, wissen, dass Carcass meine absolute Lieblingsband ist. Sie und insbesondere Gitarrist Bill Steer haben einen nachhaltigen Einfluss auf das ausgeübt, was ich in den letzten zwanzig Jahren getan habe. Im Sommer 1993 habe ich begonnen, Gitarre zu spielen; in dem Jahr, in dem „Heartwork“ erschienen ist. Es war meine größte Herausforderung, so spielen zu lernen, wie es Carcass auf diesem Album tun. Richard und Roel sind dafür stark von Slayer, Morbid Angel und Terrorizer beeinflusst, wenn es um Richtung weisende Riffs und Drum-Parts geht.“

Die klaren Präferenzen und Vorlieben äußern sich auf dem Debüt der Niederländer in einem verdichteten, kompromisslosen Sound: „Wir haben unseren Stil weder gesucht noch zufällig gefunden“, stellt Susan klar. „Wir drei lieben einfach die Art von Metal, mit der wir aufgewachsen sind und die wir seit vielen Jahren spielen. Dieser Metal liegt uns im Blut! KILL DIVISION ist 2010 als Projekt entstanden, weil wir etwas in diesem Line-Up machen wollten. Wir alle


schätzen die klassische Dreierbesetzung. Die Erfahrungen von anderen Gruppen haben uns geholfen, die praktische Umsetzung unserer Ideen anzugehen und natürlich auch im Songwriting. Richard hatte KILL DIVISION schon einige Jahre lang im Hinterkopf. Als ich vor drei Jahren ohne Band dastand, haben wir sie in die Tat umgesetzt und Roel kontaktiert, der ein gemeinsamer Freund ist. Es gab keinen Druck und keine Erwartungen von außen. Wir sind die Dinge ruhig angegangen und haben das Material für „Destructive Force“ sogar noch einmal überarbeitet, bevor wir ins Studio sind, um es aufzunehmen.“

Das aggressive und rohe Wesen der Tracks lässt eigentlich auf eine intuitive, bauchgesteuerte Arbeitsweise schließen. Die Sängerin und Gitarristin klärt auf, dass dem nur selten so ist: „Unsere Songs sind bewusst arrangiert und zu Ende gedacht. Wir packen nicht einfach nur einige Riffs zusammen. Jedes unserer Stücke besitzt eine logische Struktur, wobei es natürlich immer wieder auch Passagen gibt, die sich natürlich einstellen. Der übergeordnete Plan gibt vor, dass unsere Songs gut klingen sollen. Das ist unser Anspruch.“ Da trifft es sich gut, dass im Kontext von KILL DIVISION Freunde und Gleichgesinnte aufeinander treffen, die sich im reduzierten Dreier-Line-Up songdienlich unterstützen und aus den reduzierten Möglichkeiten das Bestmögliche heraus holen:

„Richard und Roel kennen sich von gemeinsamen Inhume-Zeiten. Roel und ich sind beide bei God Dethroned gewesen“, so Susan Gerl. „Mit meiner ersten Band Catafalque hatte ich regelmäßig Shows mit Inhume, so dass wir schon damals indirekt zusammen gespielt haben. Wir kennen uns schon sehr lange und sind noch länger mit unserem Stil unterwegs. Die Erfahrungen und unsere Freundschaft sind auf „Destructive Force“ heraus zu hören. In unseren Songs kommen Brutalität und Melodie in einer gesunden Kombination zusammen, wie es auch langsame und schnelle Parts tun.“ Thematisch setzt die Sängerin auf reale Themen und harte Wahrheiten, was gut zum ebenso ausgerichteten Sound passt: „Meine Texte greifen alltägliche Situationen auf, geben Beobachtungen wider oder persönliche Erfahrungen. ,Locked Up Forever‘ beispielsweise ist entstanden, nachdem ich ein Interview mit Natascha Kampusch gesehen habe, in dem sie über ihre Gefangenschaft berichtete. Zu ,Mechanic Domination’ bin ich vom Film „I, Robot“ inspiriert worden. Mit diesem Stück thematisiere ich unsere zunehmende Abhängigkeit von Technologien. „Destructive Force“ ist meine Bestandsaufnahme zum aktuellen Weltgeschehen.“

 
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