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Legion

Storie von: arne, am 14.09.2013 ]

Von der Highschool direkt in den Tour-Van. Diesen Sprung haben die Jungspunde von LEGION gewagt, die mit „Woke“ ihr Debüt vorlegen. Die zehn Songs zwischen Deathcore und Extrem-Metal sind nichts für schwache Gemüter, denn das Quintett aus Columbus teilt beinhart und unnachgiebig aus.

 
Die beiden Gitarristen Chris und Alex haben ihre Band mit klaren Absichten gegründet, die sie nun tatkräftig und lautstark umsetzen: „Als wir LEGION starteten, ging es uns darum, aggressive Musik zu schreiben, die keinen Konventionen unterworfen ist und unsere Persönlichkeiten repräsentiert“, so Alex. „Wir haben uns den Stil angeeignet und die Songs geschrieben, den bzw. die wir selbst gerne hören wollten. Dass es eine Menge Leute gibt, die ebenfalls darauf abfährt, haut uns um, denn wir haben das nicht erwartet.“ In Europa erscheint das rund halbstündige Debüt über Steamhammer/SPV, in Nordamerika bei eOne Music/Goodfight und damit in direkter Nachbarschaft zu den stilistisch verwandten Within The Ruins, While She Sleeps und Dark Sermon. Bis hin zur Verortung in der Deathcore-Sparte ist es da nicht weit, auch wenn der Gitarrist, darauf angesprochen, nur den Kopf schüttelt und sein Unverständnis zum Ausdruck bringt:

„Es lässt sich nicht ändern, dass wir fast immer mit diesem Label belegt werden. Wir hassen es, aber so ist es eben. Im Zeitverlauf wird sich bei den Leuten hoffentlich die Erkenntnis durchsetzen, dass wir eine eigene Art des Heavy Metal spielen. Dafür haben wir längst unser eigenes Genre kultiviert: Dad Slam. Nein, im Ernst, wir verstehen uns als Heavy Metal-Gruppe. Wenn es unbedingt konkreter werden muss, nutzt bitte Dad Slam! Wir spielen Songs für die Väter, die auf Metal-Konzerten slammen und die Sau raus lassen, Bier trinken und Joints rauchen.“ Dass LEGION überhaupt Beachtung finden, freut Alex natürlich: „Uns reicht es für den Moment, in der Heavy-Szene angekommen zu sein. Wir bringen unsere Band in kleinen Schritten voran. Für uns wäre es das Größte, wenn es uns eines fernen Tages gelingen würde, andere Musiker zu beeinflussen. Dass wir, was Musik und Texte anbelangt, bereits mit The Acacia Strain, Oceano und Whitechapel verglichen werden, ist ein erster Schritt, und Parallelen zu ihnen bestehen tatsächlich.“

Und das nicht allein aufgrund der Tatsache, dass Daniel Laskiewicz, einst Teil besagter The Acacia Strain, „Woke“ produziert und einen brachialen Sound mitgegeben hat: „Unterschiede sehe ich hinsichtlich der Energie und Kraft, die unsere Songs transportieren. Sowohl bei den Recordings als auch live gehen wir immer an unsere Leistungsgrenze oder sogar darüber hinaus“, so der Musiker aus Ohio. „Mit einem Alter von 21 bis 22 Jahren in der Band sind wir alle noch sehr jung. Dadurch finden sich viele Hörer im gleichen Alter schnell in dem wieder, was wir in unseren Songs thematisieren und zum Ausdruck bringen. Wir wissen es zu schätzen, dass sich die Leute überhaupt mit uns beschäftigen. Es gibt so viele krasse Gruppen, die niemals gehört werden, dabei will doch jeder Künstler,


dass sich andere mit seinem Werk auseinander setzen.“ Selbstbewusstsein und Bescheidenheit treffen bei LEGION in einer ausgewogenen Balance aufeinander:

„Es gibt so viele großartige Bands. Es wäre vermessen, zu behaupten, wir hätten schon viel erreicht“, ordnet Alex ein. „Mit „Woke“ haben wir unseren Sound definiert. Perfekt sind wir aber noch lange nicht. Dennoch ist es schön, dass sich schon jetzt Leute für uns interessieren. Der Prozess hin zu einem perfekten Sound wird langsam und kontinuierlich verlaufen. Das wissen wir und halten uns dabei an unsere Marschroute, mit der wir bislang gut gefahren sind. Das, was wir wollen, gibt die Richtung vor. So haben wir die Band gestartet. So soll es weiter gehen. Wir spielen Musik, mit der wir das ausdrücken, was in uns ist. Gegenwärtig ist das fast ausschließlich Wut. Einige Mitglieder unserer Band haben ein aufbrausendes Temperament und ticken schon wegen Kleinigkeiten aus. Die anderen stauen die Aggressionen in sich auf, bis sie irgendwann ausbrechen. Die Musik bietet uns nun die Möglichkeit, die Anspannung auf der Bühne auszuleben und in etwas Positives zu überführen. Niemand wird verletzt, alles ist gut.“ Aus den eigenen Empfindungen und Erfahrungen leitet die Band auch die Zieldefinition hinsichtlich der Wirkung ihres Songs beim Publikum ab:

„Die Leute sollen ihre Wut nicht unterdrücken oder Angst vor ihr haben. Das ganze Leben über wird einem gesagt, man solle das tun, doch das ist keine Lösung. Gesagt zu bekommen, was man tun oder lassen soll, oder was von einem erwartet wird, macht nur noch wütender. Wir wissen das. Wer uns hört oder eines unserer Konzerte besucht, soll für die halbe Stunde loslassen und seine Aggressionen und Wut ausleben.“ LEGION betreiben ihre Frustverarbeitung Abend für Abend, können sich angesichts des anhaltend hohen Anspannungslevels auf Tour aber nicht locker machen, um kreativ zu arbeiten: „Was das Songwriting anbelangt, sind wir noch auf der Suche nach der optimalen Arbeitsweise“, so Gitarrist Alex. „Als tourende Band haben wir es diesbezüglich nicht einfach. Wir müssen die Songs schreiben, wenn wir Zuhause sind. Auf Tour in lauten Clubs oder beengten Vans macht es keinen Spaß und klappt nicht. Wenn wir Zuhause sind, was selten genug der Fall ist, wollen wir wiederum möglichst viel Zeit mit unseren Familien und Freunden verbringen. Der zeitliche Aspekt bereitet uns noch Schwierigkeiten, aber wir sind dabei, zu lernen.“

Die Entscheidung zugunsten der Musikerkarriere hat das Quintett aus Columbus schließlich bewusst getroffen: „Wir haben die Schule hinter uns gelassen, sind direkt in den Van gestiegen und reisen durch die Welt, um unseren Metal zu spielen. „Woke“ ist unser Weckruf und Einstieg ins wirkliche Leben.“

 
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