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Soil

Storie von: arne, am 02.09.2013 ]

Mit ihren Frühwerken „Scars“ und „Redefine“ haben sich SOIL vor zehn Jahren in die Herzen vieler Fans des Alternative-Metal gespielt. Aufgrund personeller Probleme fehlte zuletzt aber die Konstanz. Anno 2013 meldet sich die Gruppe auf „Whole“ wieder in Bestform zurück. Das liegt maßgeblich an der Rückkehr von Frontmann Ryan McCombs und einem damit einher gehenden Motivationsschub.

 
Das feste Band-Gefüge besteht heute neben dem zwischenzeitlichen Drowning Pool-Sänger noch aus Gitarrist Adam Zadel und Bassist Tim King. Die drei Musiker sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die verantwortlich ist für den markanten Sound, mit dem SOIL einst den Crossover-Sektor aufmischten. „Whole“ belebt das frische, wandelbare Auftreten der Gruppe, wenn es zwischen unterschiedlichen stilistischen Polen wandelt. Verweise auf Disturbed, Godsmack, Alter Bridge, Staind und Alice In Chains sollen als Hinweis auf die Einflüsse aus Post-Grunge, Breitwand-Rock und Groove-Metal dienen. Nach friedfertig und verträglich gehaltenen Platten setzen die Chicagoer wieder vermehrt auf Druck und dosierte Härte, was ihnen gut zu Gesicht steht:

„Es ist unser erstes Album, seit Ryan wieder als Sänger mit dabei ist. Aus diesem Grund ist das Interesse an SOIL weitaus größer, als bei den letzten Platten“, erzählt Tim King. „Die Leute wollen wissen, ob wir es noch drauf haben und wie wir im Zusammenspiel klingen. Das freut uns natürlich, weil ich denke, dass „Whole“ den klassischen SOIL-Sound verströmt, an den sich viele Leute erinnern. Die Reaktionen bislang bestätigen diese Vermutung. Das Feedback ist ausnahmslos positiv.“ Neben Ryan McCombs sind auch Spannung und verdichtetes Hymnen-Potenzial zurück gekehrt, womit das Trio verspätet an vergangene Erfolge anknüpft:

„Mehr noch als zu „Redefine“ sehe ich das neue Album in der Tradition von „Scars“. Für uns fühlt sich alles ähnlich an, allerdings muss man noch elf Jahre mentale und musikalischale Erfahrung hinzu addieren. Dann kommt man ungefähr bei „Whole“ heraus“, so der Bassist. „Das Songwriting erledigte sich praktisch von selbst. Noch nie lief der Arbeitsprozess bei uns so flüssig und reibungslos. Wir wollten alle in dieselbe Richtung. Jeder wusste, was er zu tun hatte. Von Anfang bis Ende verlief der Schreib- und Aufnahmeprozess harmonisch und entspannt. Fokussiert war er natürlich auch.“ Die Musiker waren froh, mit SOIL neu durchstarten zu können, nachdem die personellen Brüche nach „Picture Perfect“ neuerliche Rückschläge bedeutet hatten:

„Es hat sich unglaublich viel verändert, wobei wir etliche harte Tage durchzustehen hatten“, erinnert sich Tim. „Doch wir haben uns zusammengerissen und alles überstanden. Bei Ryan verliefen die letzten Jahre ähnlich durchwachsen. Wohl deshalb hat sein Weg wieder zu SOIL geführt. Die Verbindung war jedenfalls sofort wieder da. Wir drei wissen es zu schätzen, was wir mit dieser Band haben. SOIL haben uns dabei geholfen, unseren Glauben an das Gute nicht zu verlieren und unseren Weg als Menschen und Musiker weiter zu gehen.“ Musikalisch reaktiviert das Dreiergespann aus Chicago alte


Qualitäten, die es zuletzt nicht mehr so konsequent adressiert hat. Zusammen mit einer hungrigen Attitüde, Motivation und Tatendrang entsteht so ein hittiges Alternative-Metal-Werk: „Wir haben nicht groß nachgedacht, sondern uns vom Gefühl leiten lassen“, äußert sich der Bassist rückblickend. „Unser Anspruch war es, ein aufrichtiges SOIL-Album zu schreiben, mit dem wir uns wieder mehr in Richtung unserer Wurzeln wenden wollten. Genau das haben wir mit „Whole“ umgesetzt. Das nun fertige Album deckt sich genau mit den Vorstellungen, die wir vorher im Hinterkopf hatten.“

Zum positiven Gesamteindruck trägt bei, dass der Elf-Tracker von seiner Anlage her schlanker daher kommt, direkten Zug besitzt und auf pathetisch-emotionale Momente verzichtet: „Auf früheren Platen haben wir Versuche unternommen, vorsichtig in andere Richtungen zu gehen. Letztlich sind wir aber immer wieder zu dem zurück gekehrt, was man als typischen SOIL-Stil bezeichnen kann. Was mir an „Whole“ gefällt, ist vor allem die Tatsache, dass wir wieder unsere rohe Seite präsentieren und eine Begeisterung ähnlich der unserer frühen Tage mitschwingt. Deshalb klingen die neuen Songs so frisch und lebendig.“

Nicht zu vergessen haben die Chicagoer in ihrer altbekannten Formation wieder mehr Spaß am eigenen Treiben, was sich ebenfalls positiv auswirkt: „Wir sind die Dinge in der jüngsten Vergangenheit nicht locker genug angegangen“, gibt sich der Musiker selbstkritisch. „Zu Beginn unserer Karriere ging es uns darum, als Rock-Band wahrgenommen werden und Spaß zu verbreiten. Übergeordnete Ansprüche gab es nicht. Irgendwann ist das Hobby dann zum Beruf geworden und wir haben die Musik ernster genommen. Dabei sind im Zeitverlauf der Spaß und die Aufregung der ersten Tage abhanden gekommen. Zuletzt konnten wir uns nur schwer noch neu motivieren, so dass sich etwas ändern musste. Als Ryan zu uns stieß, erinnerten wir uns zwangsläufig an unsere Anfänge. Es war ein Flashback, ungemein aufregend und aufputschend. Schlagartig war der Spaß wieder da, und nun liegt „Whole“ vor.“

Eines der elf Stücke eignet sich Bassist Tim King zufolge besonders, das vom Musiker Erlebte nachzuempfinden: „,Way Gone‘ fasst meine Empfindungen aus dem direkten Vorfeld der „Wiedergeburt“ von SOIL in der jetzigen Besetzung gut zusammen. Beziehungen haben sich gelöst und auch von Band-Mitgliedern haben wir uns in der Zeit nach „Picture Perfect“ getrennt. Heute sind die harten Tage nur noch blasse Erinnerungen, aber dennoch Teil meines Lebens. Als es zu Ende war, fühlte ich mich von einer riesigen Last befreit. Von diesem Gefühl erzählt der Song. Es scheint so, als habe Ryan ,Way Gone‘ unterbewusst für mich geschrieben. Danke dafür.“

 
 Links:
  soiltheband.com
 
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