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Cataract

Interview von: arne mit Simon & Ricki, am: 28.03.2003 ]

CATARACT zählen zweifellos zur ersten Garde europäischer Stop’n Mosh Bands. Mit ihrem markanten Metal-HC-Stil sind die Schweizer längst eine feste Bastion in punkto leidenschaftlichem, mitreißendem Hardcore. Das zweite Album der Band "Great Days Of Vengeance" ist gerade auf Lifeforce Records erschienen und mit Sicherheit eine DER Metal- Hardcore-Platten 2003. Das kann man wohl schon jetzt sagen! Think of The Haunted and At The Gates mixing up with Hatebreed and All Out War. Es ist eigentlich so einfach und doch sind nur wenige Bands so überzeugend wie CATARACT.

 

Musicscan: Bitte stelle Cataract anfangs doch in wenigen Worten vor.

Cataract: Simon: Fedi-Gesang, Simon-Gitarre, Greg-Gitarre, Michi-Bass, Ricki-Drums. Geboren im Sommer 98 nach diversen anderen Bands, in denen wir zum Teil bereits zusammen gespielt haben. Wir haben 2 Full Lengths, mehrere 7” und MCD’s, sowie Demos veröffentlicht. Touren mit Grade, Brother’s Keeper, Paint The Town Red, Absidia in Europa und eine West-Coast Tour in den USA hinter uns. Wir waren schon auf diversen Labels, unter anderem auf Ferret zu Hause und sind nun mit Lifeforce glücklich.

Musicscan: In den letzten Jahren haben sich ja etliche Metal-lastige Hardcore-Bands gegründet, man kann ja quasi von einer richtigen Welle sprechen. Der Overkill ist ja schon erreicht (!? - Kommt mir jedenfalls so vor) oder steht zumindest kurz bevor. Was wird danach kommen? Empfindet Ihr das Geschilderte ähnlich?

Cataract: Simon: Hmm, ich denke nicht, dass der MetalCore vorbei ist. Es ist vielmehr so, dass er sich grad jetzt sehr weiterentwickelt. Es war in letzter Zeit so, dass sich viele Bands an den selben Bands orientiert haben und das gab dann eine Art Stagnation in musikalischer un lyrischer Hinsich. Es klangen fast alle gleich und sangen über das selbe. Das ist aber in jeder Musikrichtung so, denke ich. Da kommt eine Band die macht einen neuen, erfolgreichen Schritt und Dutzende ziehen nach. Dass da der Sättigungsgrad in einer doch recht kleinen Szene eher erreicht ist, ist verständlich. Deshalb denke ich dass es sicher einen Wandel braucht und der ist ja auch im Gange. Da einige Bands was neues versuchen und neue Einflüsse integrieren. Ich persönlich denke, dass der Metal und der Core in wenigen Jahren kaum mehr auseinander zu halten sein wird musikalisch.

Cataract: Ricki: Es ist vergleichbar mit der Death Metal Welle nachdem Entombed’s Left Hand Path erschienen ist... Jetzt war Metalcore an der Reihe, zusätzlich forciert durch den Erfolg von Bands wie Heaven Shall Burn. Es inspiriert die Leute und sie wollen es selbst auch versuchen. Den Overkill wirst du nie verhindern können, den hat es immer gegeben, und jede Stilrichtung braucht ihn, um sich wieder gesundzuschrumpfen. Ich denke, die Bands die eben mal auf den Zug aufgesprungen sind werden schnell wieder verschwinden. Insbesondere weil sie von Metal eigentlich keine Ahnung haben und deshalb das Interesse wieder verlieren werden. Was danach kommen soll – es wird sich zeigen, ich wage da keine Prophezeiungen.

Musicscan: Ihr seid ja schon eine ganze Zeit beisammen. Wie habt Ihr denn die Entwicklungen der letzten Jahre wahrgenommen? Inwiefern hat sich die Metal-Hardcore-Szene in Europa verändert oder auch nicht? Was kennzeichnet aus Eurer Sicht die heutige Hardcore-Szene in Europa?

Cataract: Ricki: Dadurch, das die ganze HC Szene so gewachsen ist, hat natürlich eine Verwässerung stattgefunden. Es gibt nicht mehr den „harten Kern“ von ein paar Dutzend aktiven, die mehr oder weniger alles machen. Früher hattest du ein paar Fanzines, ein paar grössere Labels und Unmengen Bands, die kamen und gingen. Heute kannst du’s nicht mehr zählen. Alles ist auch viel professioneller und auch profitorientierter worden. Nur schon ein kleines Indielabel erreicht schnell einmal Ausmasse, die es den Betreibern nicht mehr erlauben, alles nur noch nebenbei machen zu wollen – sie können oder müssen sich gar auf ihr Label fixieren, und die sollten auch entsprechenden Ertrag bringen. Die Euro-Szene profitiert natürlich von den herausragenden Erfolgen mancher HC-Bands. Sie ist sich der eigenen Stärken bewusst geworden und braucht nicht mehr dauernd nach drüben zu schielen.

Cataract: Simon: Der deutlichste Unterschied besteht wie gesagt in der Grösse der heutigen Szene gegenüber früher. Viel mehr Kids als noch vor 5 Jahren finden diese Musik gut. Das ist zum einen positiv, da es den Bands selber viele neue Perspektiven gibt, andererseits ist es auch negativ. Viele Werte der Hardcore-Szene gingen verloren oder wurden verwaschen. Der Konsum hält auch hier Einzug und das Nachdenken und revolutionär sein tritt in den Hintergrund. Klar, jeder entwickelt sich weiter, aber man sollte eine gewissen Grundhaltung bewahren und das auch Kund tun. Die heutige Szene ist extrem vielschichtiger, unüberschaubarer und anonymer geworden, gute Freunde noch wertvoller einzustufen.

Musicscan: Ist es heute einfacher eine Euro-Tour zu spielen, weil heute die Infrastruktur dafür besser ausgeprägt ist (mehr Clubs usw.) und weil (vielleicht?) mehr Leute zu den Shows kommen?

Cataract: Simon: Ja, das ist so und sicher ein wirklich positiver Punkt. Die ganze Infrastruktur für Bands die Touren wollen ist besser geworden, vom Equipment über die Booker und Promoter bis hin zu den Clubs. Ich persönlich freue mich über jedes neue Gesicht an einem Konzert und die jede Verbesserung der Bedingungen. Wenn ich Vergleiche, wie das war auf meiner ersten Euro-Tour 94 war, dann muss heute das Paradies herrschen.

Cataract: Ricki: Es gibt viele Clubs, die kleine und kleinste Shows machen, und nicht zu vergessen die Leute, die Shows in irgendwelchen Jugendhäusern, besetzten Häusern etc machen. Dazu kommen jetzt auch grössere Clubs, die gefüllt werden mit einer HC-Show... Es gibt mehr Organisatoren als früher, und die haben auch nen besseren Erfahrungsaustausch – früher scheiterte ne show schnell mal daran, dass keine PA vorhanden war, dass ein Raum fehlte und ich denke heutzutage lässt sich das schnell organisieren. Es scheitert vielmehr daran, dass ein Raum bereits besetzt ist, weil halt so viel abgeht.

Musicscan: Ich habe von der mehrwöchigen Cataract- Euro-Tour gelesen. Was erwartet/ versprecht Ihr Euch von der Tour? Soo ausgiebig seid Ihr ja zusammenhängend noch nicht durch Euro-Land getourt...

Cataract: Ricki: Wir werden zuerst mal mit Liar und später mit Unearth ganz Europa beackern und dann sehen wir weiter. Wir möchten natürlich gerne in die Gebiete, in denen wir nie oder selten waren. Griechenland wäre mal angesagt, den Slovenen sind wir nen Besuch schwach, generell den Osten abklappern... wir möchten möglichst weit rumkommen mit der Band und Leute kennen lernen, die wir sonst nie treffen würden. Das macht für mich viel von der Faszination Hardcore aus, du triffst auf dir eigentlich unbekannte Menschen und fühlst dich ihnen verbunden, weil man die gleiche Einstellung hat.

Cataract: Simon: Durch das, dass wir die CD auf Lifeforce machen konnten, werden sicher mehr und andere Leute kommen als früher, aber ich habe grundsätzlich nie grosse Erwartungen an irgendetwas. Das ist alles unberechenbar und Du kannst nie wissen, ob Leute das was Du gut findest auch gut finden oder nicht. Wir möchten einfach einmal mehr Spass haben, unsere Messege rüberbringen können und rocken. Alles was sonst noch dazu kommt ist Zugabe. Ein Hoffnung ist natürlich da, dass wir jedes Mal wenn wir unterwegs sind, mehr Leute kommen und es an Orten Konzerte gibt, wo wir noch nie waren. Wir haben schon oft getourt, aber die Unearth Tour wird unsere Längste, das ist richtig.

Musicscan: Was macht Ihr denn neben der Musik? Geht Ihr regulär arbeiten oder zur Uni oder so? Was macht Ihr so? Wie schafft Ihr es, das mit dem Bandleben und den Shows mit den weiten Wegen zu kombinieren?

Cataract: Ricki: ja wie schaffen wir das, fragen wir uns manchmal auch! Wir haben bis auf Fedi alle einen normalen Job, der uns zeitweise sehr beansprucht. Eigentlich nehmen Band und Job 100% der Zeit weg, und den Rest müssen wir dann irgendwie managen. Ich verlange von jedem, dass er der Band Prioritäten einräumt – das klappt eigentlich ganz gut. Die Wiedergutmachung bei den verärgerten Freundinnen scheinbar auch, ha ha!

Cataract: Simon: Die restliche Zeit, wenn welche bleibt verbringen wir mit der Freundin oder Freunden.

Musicscan: Fasse mir doch bitte mal in wenigen Worten zusammen, worum es bei Cataract geht; sowohl musikalisch als auch beim Eurem eigenen Anspruch und Eurer Aussage, für die Ihr als Band einsteht.

Cataract: Ricki: Einen Schlag ins Gesicht der Schönredner und Zweckoptimisten abzugeben. Anstelle von „open your eyes“ und „think for yourself“ zu brüllen (gähn), beschreiben wir die Realität, und wie wir darüber denken. Ich möchte das aber nicht als Bandmessage verstanden haben, denn jeder in dieser Band hat seine eigenen Ansichten. Wir können und wollen uns nicht auf etwas reduzieren. Die Message, für die wir alle einstehen, ist unsere Musik.

Cataract: Simon: Wir sind einfach ein Kollektiv aus 5 Leuten, die versuchen ein Messege in einem Soundgewand zu transportieren. Lyrik und auch die Messege dahinter ist für uns aber trotzdem sehr wichtig. Wir versuchen aufzuzeigen, was uns bewegt, was wir denken, sollte geändert werden oder bringen Lösungsansätze zu Papier. Wir versuchen nicht theoretisch zu sein und plakativ ,sondern wirkich zu sagen, was in unserem täglichen Leben passiert und was vom Weltgeschehen uns betrifft. Es ist wichtig auf Missstände aufmerksam zu machen und darüber zu berichten oder im besten Fall, darüber zu sprechen. Schönwetter Diskussionen oder wie tough jemand ist braucht es nicht. Musikalisch versuchen wir das Negative in einer möglich direkten und doch variablen Art auszudrücken. Wir versuchen stets unser Limit zu erweitern und trotzdem das zu machen, was wir am meisten mögen an Musik. Kontrollierte Weiter- und Neuerfindung so quasi. Stillstand ist der Tod.

Musicscan: Wie beurteilt Ihr denn den noch anhaltenden Trend, dass Hardcore und Punk teils immer kommerzieller ausgerichtet scheint, immer mehr in den Mainstream rücken? Empfindet Ihr das teilweise auch so?

Cataract: Simon: Das ist definitv und unübersehbar so. Es ist auch nicht unbedingt positiv. Es ist schön mehr Leute an Konzerten zu haben, mehr CD’s, mehr Merch zu verkaufen oder öfter auf Tour gehen zu können. Es erhöht aber die klare Identifikation mit einer Sache und Grenzen verschwinden. Es erscheint je länger je weniger sichtbar, wer sich ein Plakat umhängt und wer sich wirklich mit Hardcore Lebensstil idenfiziert und das auch lebt. Trittbrettfahrer sind mittlerweile die höhere Anzahl als Originale. Ich denke, trotz den positiven Punkten führt die Kommerzialisierung zur Abstumpfung und bis zum Tod einer Szene wie Hardcore, da Ihre Inhalt aufgrund der Anzahl an Bands den Konsumenten nicht mehr erreichen. Das Core im Hardcore muss immer kleiner geschrieben werden...

Cataract: Ricki: Ich seh es auch mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Weinend, weil viel vom alten Spirit verloren geht. Es ist wohl Fakt, dass grade die Kids, die aus der Skatepunk etc. Szene zu Hardcore kommen wenig bis keinen politischen Anspruch haben. Die wollen einfach Spass haben, einen drauf machen und gut ist. Schade ist auch, das manche Bands die HC-Szene als gute Gelegenheit sehen, Shows zu machen. Die haben nichts damit zu tun, aber geben sich nen HC-Metal tag, um auftreten zu können. Aber ihre falschen Beweggründe fliegen schnell auf und sie verschwinden wieder... Mit einem lachenden Auge seh ich es, weil Hardcore endlich einem grösseren Publikum zugetragen wird, so können neue Leute mit Ideen und Ansichten konfrontiert werden, die sonst nirgendwo gross publik gemacht werden. Kids gehen eher an ne HC-Show als an einen Diskussionsabend zum Thema xyz. wenn sie auf der Show nen Input bekommen, dann geschieht das in einer Umgebung die sie als „cool“ empfinden, die sie selbst gewählt haben. Ich erwarte natürlich nicht, dass da jeder zum Überzeugungs-Klon wird, aber sicher mal nen Schubser in die richtige Richtung erhält.

Musicscan: Hardcore/MetalCore ist ja schon öftmals als "Punk für Mittelklasse-Kids" bezeichnet worden. Andere wieder scheinen Hardcore als Sprungbrett für eine Metal-/Mainstream-Karriere zu sehen. Kann es sein, dass sich in den letzten vieles in eher komische Richtungen entwickelt hat; das die Hardcore-Szene etwas (oder gar viel) von ihrer alten Identität verloren hat? Wie seht Ihr das?

Cataract: Simon: Richtig und doch nicht. Es ist immer davon auszugehen, was der Involvierte für eine sichtweise hat. Wenn du in einer Band spielst, ist das anders als wenn Du Promoter, Booker oder Fan bist. Ich denke, dass die Richtung besser ist, als noch vor ca. 7, 8 Jahren (Lost&Found z.B.). Was den Punkt “Sprungbrett” angeht kann ich nur sagen “Stay the fuck out!”. Hardcore sollte immer Individualität sein. Das ist aber auch etwas, dass durch die Kommerzialisierung nicht zu vermeiden ist, da es z.B. je mehr Label, desto mehr Bands zum hypen geben muss, sonst wäre ja eine Label überflüssig. Das selbe gilt für alle anderen Beteiligten vom kommerziellen Kuchen. Logischerweise ist mit dem Boom der Szene auch etwas die Identität verloren gegangen.

Cataract: Ricki: Ich denke das hat vor allem damit zu tun, dass Bands, die nichts mit Hardcore am Hut haben, als solche deklariert werden. Nichts gegen Bands wie Biohazard und Pro-Pain, aber die wurden in der Hardcore Szene nicht ernst genommen. Klar, moshen und mit Evan Sing-alongs zu brüllen war auf jeden Fall lustig, aber mit der Prolo-Einstellung haben sie hier eher für Lacher gesorgt. Die nächste Welle war Slipknot, Deftones, SOAD etc, die textlich zwar andere Inputs brachten, aber die haben mit Hardcore nichts zu tun. Jedenfalls nicht mit dem Hardcore, den ich als solcher verstehe. Diese Bands möchten gross werden, dicke Kohle machen und Rockstars sein, mehr nicht. Sicherlich haben sie ideologische Beweggründe und Ansichten, die ihnen einen kritischen und politischen Touch geben, aber den haben die Cranberries, Sinead O’Connor und U2 auch. Das ist das Problem des Schubladen-Denkens, es werden Labels vergeben und danach werden die Bands beurteilt. Und wenn sie dann gross werden, leben zig tausend leute mit der Idee, das wäre Hardcore. Mittlerweile ist es wohl zu spät, um diesen Trend noch abzuwenden. Deshalb finde ich es gut, wenn „unsere“ Bands grösser und bekannter werden, so als Gegenpol. Hardcore sollte kein Marketing Gag sein!

Musicscan: Immer weniger Bands scheinen heute einem "Anspruch" nachzugehen und sich eher "nur" auf die Musik zu konzentrieren. Kritik oder neue Ideen sind ja leider mit der Lupe zu suchen. Woran liegt das wohl?

Cataract: Ricki: Viele Themen, die früher die Szene beherrscht haben (vegetarismus, sexismus, veganismus, straight edge etc) sind bis zum geht nicht mehr durchgekaut worden, mitunter auch von Bands, die wohl kaum einen ernsthaften Sinn dahinter sahen. Alle hatten einen Song gegen Sexismus, einen gegen Nazis und einen gegen Multis. Und wenn du als Konsument immer dieselben Sprüche hörst, dann hast du’s irgendwann über. Speziell wenn die Leute, die das verzapfen, null Ahnung davon haben. Soll heissen: Mir ist es lieber, ne Band schiebt nur die Musik vor sich her, als sich als etwas zu profilieren, das bei zweimal nachfragen zu Staub zerfällt. So machst du wenigstens niemandem was vor.

Cataract: Simon: Es ist doch einfacher auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, als ihn ins Rollen zu bringen. Es ist ja auch natürlich, dass der Mensch nach Anerkennung und Ruhm strebt. Durch die angesprochene Anzahl an Hardcore-Kuchen-Teilnehmern, ist das eine logische, leider aber schlechte Entwicklung. Das ist ja leider in jeder Szene so und in der Hardcore Szene auch sehr verbreitet. Da es Bands die auf Inhalte setzen schwieriger haben als andere zeigen die letzten Jahre. Dadurch ist auch logisch, dass Vorbilder meistens musikalisch gesucht werden und lyrisch einfach gesungen wird, was Vorbilder machen oder über Sachen die schon tausend mal gesagt wurden.

Musicscan: Ist es in Euren Augen möglich Hardcore (also eher Underground) zu kommerzialiesieren? Selbst Bands wie Sick Of It All sind ja auf den Majors eher untergegangen und dann zurück in Richtung Underground. Dennoch scheint heute vieles deutlich kommerzieller und die D.I.Y. Einstellung immer merh auf der Strecke zu bleiben. Vermisst Ihr das?

Cataract: Simon: Kommerzielisieren nur aus sich selbst heraus. Das heisst, die meisten Label, Booker ,etc. die heute Erfolg haben, sind quasi aus der Szene heraus gekommen und haben für die Szene gearbeitet. Ich würde es wirklich als gut empfinden, wenn Hardcore Bands und Labels Major Niveau erreichen, aber so, dass alle was davon haben und es in der Familie bleibt. Also DIY-mässig. Bleibt wohl ein Traum, aber daran kann man ja arbeiten. Ich persönlich vermisse das schon, aber habe ja immernoch meine Highlights zwischendurch und es gibt ja auch noch bands die so denken und handeln.

Cataract: Ricki: Diese Diskussionen gibt es schon ewig. Ich meine, es gibt Hardcore-Labels, die sind mittlerweile so gross, dass sie ohne Probleme mehr verkaufen als ein Major-Label. Und ich denke das ist gut so. Bei einem Major steht die reine Kalkulation im Vordergrund: wenn die Band nichts einbringt, dann wird sie gedroppt. Wenn sich jemand darauf einlassen will, bitteschön. Viele Kids haben Vorurteile gegen die Majors, und das nicht ohne Grund. Bei diesen Labels sitzen die Leute in der Chefetage, die nichts, aber auch gar nichts mit Hardcore zu tun haben. Alles was die interessiert ist Geld. Da lob ich mir ein kleines Label, dessen Chef ich persönlich kenne und verkaufe meinetwegen nur halb soviel Platten. Ob die Szene kommerzieller ist, kommt auf die Definition an. Ich denke Du musst einen Unterschied zwischen professionell und kommerziell machen. Ich rede hier vom Underground, nicht von den Marketing Institutionen a la Limp Bizkit. Ich würde nicht sagen, dass die DIY Einstellung auf der Strecke bleibt. Wenn du nen festen Job hast und nebenbei noch alle Shows etc organisieren sollst, dann wirst du schnell merken, das dies nicht geht. Wir sind froh, wir können uns auf gestandene Leute in dieser Szene verlassen. Sie machen es nicht anders als wir und sie ziehen uns auch nicht über den Tisch.

Musicscan: Gibt es bestimmte Prinzipien, denen Ihr privat und/oder als Band immer treu bleiben werdet oder es zumindestens versucht? Was sind diese?

Cataract: Ricki: bei mir ist es ganz klar Straight Edge, es hat mir das Leben gerettet und dafür bleibe ich treu. Generell würde ich sagen hat mich Hardcore geprägt, in der Art wie ich auf Menschen zugehe, wie ich mein Umfeld behandle.

Cataract: Simon: “Voice your opinon”, “No Gods, no masters” und für mich persönlich noch “straight edge”.

Musicscan: Mit welchen Anspruch und mit welcher Motivation geht Ihr an die eigene Musik und das Leben im allgmeinen?

Cataract: Ricki: Live and let live, meine Prägung die ich vorhin erwähnt habe. Ich gebe jedem die gleiche Chance; ich zolle Respekt, wenn auch ich respektiert werde. Ich möchte das tun, was mir gefällt und versuche, dabei niemandem auf die Füsse zu treten.

Cataract: Simon: Begegne allen immer offen und sei kritisch. Mach Dir Deine Gedanken und spreche Sie aus. Ich kann da eigentlich auch mehr für mich sprechen als für alle. Individualität ist mir sehr wichtig, aber immer so, dass es andere noch verstehen. Es gibt nichts schlimmeres als eine Rebellion die nicht verstanden wird. Darum versuchen wir auch bewusst uns in der Gesellschaft zu platzieren und von da aus Anstösse zu geben. Ich versuche immer die Worte zu wählen, die auch die vestehen, die es betrifft.

Musicscan: Schon als ich Euch das erste Mal live gesehen habe (war mal auf dem Fluff Fest, als Ihr wohl gerade aus den Staaten von einer Tour zurückgekommen seid), empfand ich Eurer Set als verdammt professionell, sowohl vom Auftreten her als auch im Ganzen. Auch die anderen Gigs, die ich von Euch gesehen habe, hinterließen bei mir den gleichen Eindruck. Europäische Bands scheinen ja sonst eher nicht so professionell zu sein bzw. wirken einfach nicht so. Wie kommt das bei Euch? Seid Ihr einfach immer noch richtig heiß? ...und/oder liegt das auch an Eurem Alter (also, dass Ihr schon ein wenig länger dabei seid und Eure Instrumente auch richtig beherrscht) und den Erfahrungen in den Staaten (dort sind viele Bands ja schon deutlich weiter in Sachen Auftritt usw.)?

Cataract: Ricki: Wir sind auf jeden Fall heiss auf unsere Shows, egal in welchem Rahmen sie stattfinden. Wenn uns eine Show nicht behagt, dann sagen wir gar nicht zu. Bei uns kommt es nicht auf die Kohle an, unsere Motivation ist die Show an sich. Raus zu gehen und ordentlich Arsch zu treten – wenn’s ankommt um so besser und wenn nicht dann eben um den Tagträumern nen ordentlichen Batzen Wut an den Kopf zu knallen.

Cataract: Simon: Danke erstmal für das Kompliment. Erstens spielen wir für unser Leben gerne in der Band und live. Das ist ein grosser Motivator. Zweitens spielen wir doch schon alle länger unsere. Wir proben ziemlich viel zusammen und das hilft sehr zur Beständigkeit und Dynamik. Dass alle etwas älter und erfahrenener sind hilft natürlich enorm, wenn es um Details geht oder Konzepte.

Musicscan: Weiter in diese Richtung: Fühlt Ihr Euch in den Staaten vielleicht besser "verstanden" als hier in Europa? Wie werdet Ihr dort generell aufgenommen?

Cataract: Ricki: Würd ich nicht sagen. In den USA kommt vieles auf Dinge an, die du nicht beeinflussen kannst. Du brauchst nen guten slot. Wenn du als x-te Vorband spielst, gucken sie dich an, und fertig. Du musst möglichst viele mosh parts haben, damit die Kids moshen können – mehr interessiert dort manche nicht. Ich fühle mich in Europa viel wohler, die Leute kümmern sich mehr um dich als Person. Unsere Tour in Amiland war dennoch ein voller Erfolg für uns, wir haben ja genügend mosh parts, ha ha!!! Nee, in der ganzen Masse hat es natürlich immer extrem coole und hilfsbereite Leute. Ich denke wir hatten da echt Glück.

Cataract: Simon: Die Aussage, dass amerikanische Bands weiter sind, kann ich ebenfalls nicht so ganz unterstützen. Wir sehen hier einfach nur meistens die Ami-Bands, die auch was drauf haben. Ich kann Dir sagen, die Masse an Bands da drüben, die wirklich überflüssig sind, ist extrem hoch. Wir sind in den Staaten nicht besser verstanden als hier. Es ist einfach so, dass in den USA die Hardcore – Werte noch weniger vorhanden sind als bei uns und dadurch eine Band die etwas professioneller Auftritt und ein wenig Arschtritt auch besser ankommt. Ich finde Europa Szene-mässig viel besser und auch die Touren und bands sind durchschnittlich besser meiner Meinung nach. Es hat einfach mehr Klasse und Anspruch in Europa.

Musicscan: Ich hatte immer ein wenig das Gefühl Ihr wart mit Euren Releases ein wneig der Zeit voraus, wodurch Ihr nicht DIE Aufmerksamkeit bekommen habt, die Euch eigentlich zugestanden hätte. Klar, ist eigentlich doof, darauf jetzt etwas sagen zu müssen, aber seht Ihr es irgendwie ähnlich?

Cataract: Simon: Das ist jetzt ein gute und doch schwierige Frage, um nicht zu sagen, eine die für uns kritsch sein kann, da es sicher wieder solche gibt, die das falsch verstehen...Ich gebe Dir recht. Schon mit MINE waren wir für europäische Verhältnisse im Jahre 96 voraus, nur ist heute das Problem, dass Du nichts mehr neues erfinden kannst, die Märkte sind gesättigt und viele Leute abgestumpft. Dies führt dazu, dass vieles verwischt und in einen Pot geschmissen wird. Damit es leichter ist, zu sagen, wie eine Band klingt. Aber wieder zurück zum "voraus sein". Ich denke speziell mit "great days of vengeance" haben wir eine CD geschaffen, die geanau zwischen metal und tough guy liegt. Das gibt es bis lang nicht wirklich. Das merken wir in den reviews, die wir bekommen. Die CD vermittelt ein eigenes Gefühl. Es ist weder 40Min. auf die Fresse, noch 40Min. Heavy Metal. Wir haben bewusst zwei Lieder weggelassen, die eher wie die alten geklungen haben, genau um dem gerecht zu werden, was wir möchten. Anders sein, etwas doch neues schaffen aus etwas das schon bestand hat. Nicht das Rad neu erfinden, aber ein neues Gefühl wecken. Das war schon immer unser Ziel. Dazu gehören auch die Texte und Erklärungen oder kennst Du eine andere Band in diesem Musiksektor, die soviel wert auf den Inhalt der Texte legt? Wir haben dieses Mal sogar extra eine Page eingerichtet www.greatdaysofvengeance.com mit noch mehr Infos zu der CD. Es ist uns wichtig die Musik auch lyrisch verstanden zu wissen. Oder auch, dass das layout dem ganzen einen bestimmten Ausdruck gibt. Es ist dreidimensional. Hören, empfinden und sehen. Darum denke ich, sind wir ein bisschen anders.

Cataract: Ricki: Nun es hat auch damit zu tun, dass wir uns kein Image auferlegt haben. Als Metalcore gehypt wurde, war das eben ein Vegan/sXe – Ding, und so wurden vor allem diese Bands innert kürzester Zeit sehr gross. Wir hatten halt dieses Label nicht, und waren deshalb nicht so interessant. Das selbe war ja auch bei MINE der Fall, wir waren eine der ersten Bands, die Metal beeinflussten Hardcore spielten, aber der Hype war nicht da. Wir wuchsen stetig, aber langsam. So ist es auch jetzt.

Musicscan: In meinen Augen wart/seid Ihr immer ein wenig unterbewertet. Habt Ihr das jemals so empfunden? Wie seht Ihr Euch denn positioniert als Band?

Cataract: Ricki: Ich sehe uns als Konstante im ganzen Hardcore – Wirrwarr. Wenn die Bands sich verabschieden, die nur auf den schnellen Ruhm und ein paar Shows aus waren, dann werden die Leute auf die Bands aufmerksam, die ihr Ding mit Herzblut machen. Wer uns kennen und schätzen lernt, der wird bestimmt nicht enttäuscht werden von uns. Wir werden da sein, wenn sich andere schon lange wieder vom Hardcore verabschiedet haben, oder wie sie sich ausdrücken: „erwachsen geworden sind“. Das zeigt doch gut, wie viel Hardcore für die bedeutet hat.

Cataract: Simon: Auch eine schwierige Frage, die wir selbst nicht so gut beantworten können. Ich denke, vieles was als unterbewertet gilt ist nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir sind schon sehr weit gekommen und haben viel erleben dürfen in unseren 5 Jahren. Ich denke, wenn das so ist, dann kommt auch für uns die Zeit. Ich bin zufrieden und dankbar mit dem, was wir erreicht haben bis jetzt.

Musicscan: Hat es Euch rückblickend soo gut getan die erste Platte über Ferret herausgebracht zu haben? Klar, das ist definitiv eine krasse Ehre und wohl jeder hätte so ein Angebot angenommen, aber vielleicht hättet Ihr erst mit dem Zweitling einen solchen Schritt machen sollen!? Hattet Ihr eigentlich von Anfang an nur einen Deal über eine Scheibe?

Cataract: Ricki: wir waren mit der Distribution in Europa überhaupt nicht zufrieden, und auch die Promotion lag komplett in unseren Händen, was Europa angeht. Und wir als europäische Band können das nicht akzeptieren. Also haben wir gewechselt auf LifeForce, die „Golem“ auf LP gebracht und im Handumdrehen ausverkauft haben. Ferret ist immer noch ein Klasse Label, aber sie sind mit Ihren Bands schon mehr als ausgelastet.

Cataract: Simon: Der Deal war eigentlich über zwei Platten, aber die Distanz verunmöglicht eine ambitiöse Zusammenarbeit doch stark wie Ricki gesagt hat. Das soll nicht heissen, dass wir unzufrieden waren, im Gegenteil. Es hat uns eine US Tour und wirklich viel Anerkennung in den USA und Europa gebracht. Wir hätten warhscheinlich mehr reissen können hier in Europa, hätten wir die Platte auf Lifeforce gemacht z.B., aber eben, wir haben versucht, auch hier neue Wege zu gehen und müssen halt dafür auch Tribut zollen oder mal sagen, es war nicht ideal. Darum sind wir zu Stefan und Lifeforce gewechselt. Ich denke aber immer noch, dass Ferret eines der coolsten Labels ist weltweit. Umgekehrt machen? Vielleicht. Wie das ist, kann ich Dir aber erst sagen, wenn es soweit wäre, hahaha.

Musicscan: Ist Lifeforce jetzt erstmal Euer Stammverlag? Was versprecht Ihr Euch von der dann jetzt vollen Zusammenarbeit und welche Vorteile bietet Lifeforce gegenüber anderen Labels?

Cataract: Ricki: Wenn’s nach mir geht, bleiben wir noch lange bei LifeForce. Für uns klar das beste, was passieren konnte. Wir haben einen sehr guten Draht zu Stefan und Silke, und er reisst sich den Arsch auf für uns, auch wenn wir nicht soviel verkaufen wie Caliban oder HSB. LifeForce haben sich sehr gut behauptet und werden bestimmt noch wachsen – was natürlich auch an ihren Bands liegt, ha ha!!!

Cataract: Simon: Ja, Lifeforce ist unser zu Hause. Stefan ist einfach super, was seine Arbeit angeht und ein wirklich toller Mensch. Ich kenne ihn jetzt doch schon länger und habe so meine Erfahrungen mit Labels gemacht. Ich muss sagen, Lifeforce ist das Beste Label auf dem ich/wir bis jetzt waren. Er arbeitet sehr professionell, du kannst Dich 100% auf Stefan verlassen und zudem macht er alles für die Bands. Lifeforce passt zudem zu uns, da auch er Prinzipien hat und wir auch. Und davon kommen beide nicht ab. Das macht ein starkes Team aus. Alle von uns können, wie wir das auch untereinander machen, total offen und ehrlich über alles mit ihm reden, auch über Sachen die uns nicht passen. Darüber hinaus, ist es natürlich viel einfacher mit einem Label zu dealen, dass die selbe Sprache spricht wie und Du und auch die Distanz zwischen band und label nicht zu gross ist.

Musicscan: Ist es richtig, dass die Vinyl-Version der CD auf The Life Recording Company kommt?

Cataract: Simon: Ja, das ist so angedacht. Wir wissen einfach nicht wann das rauskommen soll. Wir sind grad am diskutieren. Aaron ist ein wirklich guter Freund und Fan von uns. Wir lieben ihn und möchten ihn unterstützen wo es nur geht und wenn das dann noch so sein kann, dann ist das ein schönes Geschenk für beide Seiten.

Musicscan: Auf der neuen Platte fällt von Beginn an auf, dass das Shouting deutlich abwechslungsreicher geworden ist und einfach hammergeil kommt. Wie kommt das? Hat Fedi sich jetzt richtig eingelebt oder hat er extra-viel geübt?

Cataract: Ricki: Ersteres. Fedi ist kurz vor den Martyr’s Melodies Aufnahmen zu uns gestossen und so waren diese entsprechend schnell einzusingen. Für die neue Scheibe hatten wir viel mehr Zeit, konnten auch mal was umstellen und was ausprobieren beim Gesang.

Cataract: Simon: Das ist das, was ich letztes Jahr so oft erzählt habe. Ein Sänger muss sich an die Band gewöhnen und auch vor allem umgekehrt. Er hat unsere neues Songwriting deutlich beeinflusst. Fedi ist ein wirklich guter Sänger, brauchte aber den gewissen Kick um das Beste aus sich herauszuholen. Ich denke das haben wir auf dieser CD hingekriegt. Er probt zudem 2mal pro Woche mit uns, das ist ein grosser Vorteil. Zudem haben wir einen lieben Produzenten, der uns da auch noch unter die Arme greifft.

Musicscan: Trifft "The Haunted meets At The Gates meets Hatebreed meets All Out War" treffend das,was Ihr spielt? Mögt Ihr diese Umschreibung Eures Sounds?

Cataract: Simon: Ja, kann ich mich anfreunden damit, weil es das trifft, was ich beschrieben habe und wir selbst Tough Guy Metal als Bezeichnung benützen, obwohl keine der Bands Keyboards benützt. Wir sind also somit wieder etwas vielschichtiger. Aber eben, diese Bands zählen zu unser aller Top 10. somit ist das doch ein toller Vergleich für uns. Und die Konsumenten müssen ja in dem Wirrwarr wissen, was sie kaufen.

Cataract: Ricki: Natürlich passt es uns, mit diesen Bands verglichen zu werden, aber ich persönlich sehe da nicht so viele Parallelen. Wenn ich uns mit At The Gates / The Haunted vergleiche, dann sind da Welten dazwischen. Wir haben ein anderes Tempo, anderes Riffing und andere Gesangsstrukturen – eigentlich unterscheidet sich alles von ihnen. Nichtsdestotrotz ist es ne gute Umschreibung, denn zwischen all diesen Bands befindet sich unser Sound. Der geneigte Käufer soll einfach nicht ne Kopie einer dieser Bands erwarten.

Musicscan: Was unterscheidet Cataract von anderen Band ähnlicher Ausrichtung? Wo liegen Euren Stärken und wo die Schwächen?

Cataract: Ricki: Unsere Stärke ist die Unabhängigkeit von einem Image. Andere Bands haben da Schwierigkeiten, wenn nun plötzlich nicht mehr alle Vegan sind, oder einer nicht mehr sXe ist. Uns berührt das nicht, wir sind ein gemischter Haufen und geben uns auch so. Bei uns weiss jeder, woran er ist. Ich bezeichne uns gerne als „reale“ Band. Es würde mich jedenfalls befremden, wenn jemand das Gefühl hat, er hätte hinter Cataract komplett andere Personen erwartet als wir sind.

Cataract: Simon: Der musikalische Unterschied liegt meiner Meinung nach zumdem ganz klar darin, dass wir sowohl Metal als auch Hardcore spielen und zudem Texte schreiben, die aus dem Punk/Hardcore Bereich kommen. Wir unterliegen keinem Trend, sondern gehen einfach unseren Weg. Ob das nun ankommt oder nicht. Unsere Stärke liegt ganz klar im Kollektiv. Wir sind 5 Individuen die Freude an dem haben, was wir machen und hinter dem können alle stehen. Wir sind eine Familie, nicht einfach eine Band. Wir diskutieren auch viel miteinander über Weltpolitik bis Soar-Operas, einfach alles was das Leben zu bieten hat. Ich denke, das ist heute nicht mehr oft zu finden. Als Schwäche würde ich sagen, dass wir manchmal aus Liebe zu einer bestimmten Musik unserer Fähigkeiten beim Songwriting etwas zurückstufen.

Musicscan: Euer Sound hat sich über die Jahre hörbar weiterentwickelt. Mich würde Eure Sicht interessieren: Wo habt Ihr angefangen und wo seid Ihr heute? Wie wird es weitergehen?

Cataract: Simon: Wir haben da angefangen wo alle anfangen: 5 unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen kommen zusammen und fangen an zu jammen. Am Anfang war der Einfluss von Bands die wir mögen natürlich viel stärker, weil das der gemeinsame Nenner war. Über die Jahre, das Touren und Proben entwickelten wir dann eine eigene Dynamik und einen eigenen Sound. Cataract soll ganz klar als Cataract wiedererkannt werden. Jeder von uns hat sich an den Stil des anderen gewöhnt und wir schreiben jetzt nicht mehr einzelnen Songs, sondern im Kollektiv. Wir möchten das auch weiter ausbauen. Ebenso unserer Fähigkeiten und die Vielseitigkeit in der Musik.

Musicscan: Warum seid Ihr heute mehr denn je Metal?

Cataract: Simon: Das hat mit unserem musikalischen Geschmack zu tun, wachsendem Verständnis für Melodien und und unseren Fähigkeiten. Es ist ganz klar so, dass im Metall die musikalisch besseren Bands existieren und wenn du selber Fotschritte machst, aber dem Stil treu bleiben und weiterhin harte Musik machen willst, dann geht das bei uns in diese Richtung.

Musicscan: Wie kommt denn Mike Olender als Gast auf die Platte und wie die anderen? Ist ja schon auffällig, dass es fast durchweg "richtige" Metaller sind...

Cataract: Simon: Die richtigen Leute für unsere Musik dabei haben, hiess die Devise und da das Album Metal-lstiger ausgefallen ist, sind auch die Gäste dementsprechend ausgefallen. Ich habe Mike auf der Euro-Tour von Endeavor kennengelernt. Ich finde ihn einen der besten Sänger überhaupt und einen netten Menschen. Er hat ebenfalls eine Stimme die du nicht einfach schubladisieren kannst und das hat uns gefallen. Die anderen Personen haben wir mehr oder weniger durch unseren Produzenten kennengelernt, da sie immer bei Ihm rumgehangen sind. Er ist ja auch der Manager von Ancient. Sie fanden unsere Musik klasse und haben grad ja gesagt, als wir sie gefragt haben. Zudem war die Mischung aus Gastsänger perfekt für die Vielfalt der Musik auf „Great Days of Vengeance“.

Musicscan: Welchem Anspruch muss ein Song genügen um dann auf eine Cataract-Platte zu kommen?

Cataract: Ricki: kannst gerne mal in den Proberaum kommen, wenn die fetzen fliegen! Also manchmal artet es aus mit den Diskussionen. Das ist aber immer schon der Fall, bevor die Platte aufgenommen wird; also wir schmeissen Songs raus wenn sie’s nicht bringen. Wir feilen eigentlich sehr lange an ihnen rum, sogar wenn sie schon aufgenommen und released sind. Bei den „Great Days Of Vengeance“ haben wir zwei Songs rausgekippt, weil sie nicht in das Gesamtbild passten.

Cataract: Simon: Er muss uns gefallen und in den Gesamtsound der CD passen. Er muss ein gewisses Feeling aufkommen lassen und nicht einfach einer von 11 oder 12 songs auf einer CD sein. Der Gesamtsound einer 40Min. CD ist wichtig. Bei einer MCD kann man einfach songs aneinander reihen. Auf einer Full Length wollen wir das nicht. Wir wollen ja auch, dass man die CD in 5 Monaten auch noch anhört.

Musicscan: Wie geht Ihr generell an das Erstellen neuer Songs? Habt Ihr ein bestimmtes Arbeitsmuster?

Cataract: Simon: Es gibt kein vorgegebenes Muster. Wir machen einfach immer zuerst die Musik. Und zwar meistens zu dritt und dann kommen die anderen 2 hinzu und geben Input. Wir sind eine sehr demokratische Band beim Songs schreiben. Die Texte können zwar vor, paralell und nach der Musik entstehen. Der richtige Text für den richtigen Song wird erst danach ausgesucht.

Musicscan: Welche Hoffnungen/ Wünsche verbindet Ihr mit dem neuen Album und allgemein mit Eurer Zukunft?

Cataract: Simon: Mit dem Album…schwieirge Frage. Ich würde mich freuen, wenn viele Leute sich damit beschäftigen würden und nicht nur auf die Musik reduzieren. Es ist mir bewusst, dass das der Kaufanreiz No. 1, aber dass auch Inhalt und Layout zu einer guten CD gehören. Alles andere ist Zugabe. Mehr spielen können, auf Tour gehen können, wenn möglich mit Slayer.

Cataract: Ricki: Ne tour mit The Haunted.

Musicscan: Wollt Ihr noch etwas loswerden?

Cataract: Simon: Stop the War! Peace out und vielen Dank für das Interview. Schreibt uns oder besucht unserer Page www.cataract-collective.com oder www.greatdaysofvengeance.com ab dem 25.03.! Danke an Dich Arne für das tolle Interview!

 
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