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Chimaira

Storie von: arne, am 29.08.2013 ]

WANDEL ALS CHANCE. Die Besetzung von CHIMAIRA ist seit 1998 einer beständigen Veränderung unterworfen. Sänger Mark Hunter gelingt es als einziger Konstante dennoch, den Stil seines Outlets weiter zu entwickeln und regelmäßig beachtenswerte Alben zu veröffentlichen.

 
„Crown Of Phantoms“ heißt der siebte Streich des Sextetts aus Cleveland, Ohio, bei dem Emil Werstler von DÅÅTH die Lead-Gitarre übernommen hat, Matt Szlachta von DIRGE WITHIN als Rhythmus-Gitarrist fungiert und Jeremy Creamer (ebenfalls DÅÅTH) den Bass bearbeitet. Zwischen Thrash-, Death- und Industrial-Metal sowie songdienlicher Core-Elemente und einer modernen Attitüde entwickelt sich das bis dato anspruchsvollste Werk von CHIMAIRA, das dennoch wiederum maßgeblich von unbändiger Wut und derben Grooves geprägt ist.

„In mehrfacher Hinsicht verstehe ich das Album als Neustart, weil sich doch eine ganze Menge verändert hat“, äußert Mark Hunter auf die neuerliche personelle und stilistische Rotation angesprochen. „Die Essenz der Songs ist im Kern zwar dieselbe, doch in den Feinheiten offenbaren sich durchaus Unterschiede und Neuigkeiten. Die Fans werden unseren Sound wiedererkennen, jedoch von der Verschiedenartigkeit des Materials überrascht sein. Wenn man Hörern, die uns nicht kennen, fünf beliebige Songs der Platte vorspielt, würden sie wohl nicht bemerken, dass es Tracks ein und derselben Band sind. Was das Songwriting anbelangt haben wir in unserer neuen Besetzung einen riesigen Schritt nach vorne hingelegt. Deshalb bin ich so aufgeregt, wie bei der ersten Platte 2001. Mit einer solch durchschlagenden Veränderung habe auch ich nicht mehr gerechnet. Deshalb steht „Crown Of Phantoms“ in meinem Verständnis für einen Neustart.“

Der Abwechslungswert des Albums ist dabei ebenso beachtlich wie die gelungene Mischung aus einem zwanglosen Heavy-Crossover und einem handwerklich forderndem Anspruch, den man in dieser Form von CHIMAIRA noch nicht kannte: „Die Variabilität bereitet uns den größten Spaß, doch sie verlangt uns gleichzeitig auch einiges ab“, erklärt der Sänger. „Es kommen verschiedene Stile zusammen, die mit der gebotenen Sorgfalt in den Mix eingebunden werden müssen. Ob es nun Jazz, Elektronik, klassischer Metal oder Hip Hop ist, all unsere Einflüsse erhalten ihren Raum und formen dennoch eine geschlossene Einheit. Es wäre fatal, wenn der Gesamteindruck zerfahren oder inkonsistent wäre. Ich selbst möchte als Hörer ebenfalls gefordert werden und Gruppen entdecken, die sich kreativ verausgaben, unterschiedliche Interessen zusammen führen und für Überraschungen sorgen. Diesen Anspruch legen wir auch an uns selbst an.“

Berührungsängste kennen Mark Hunter und seine Mitstreiter nicht. „Crown Of Phantoms“ ist Beleg einer ergebnisoffenen Einstellung, mit der neue Stilkombinationen ausprobiert werden: „CHIMAIRA sind dafür bekannt, musikalisch nicht still zu stehen. Wir lieben die Musik in all ihren Spielarten und finden Inspiration manchmal gerade dort, wo wir es nicht vermuten würden. Gegenwärtig haben wir eine Besetzung, die fokussiert arbeitet und mein Verständnis der Band vollends teilt. Unsere neuen Mitglieder sind allesamt talentierte Musiker, die sich beweisen wollen und bei der kreativen Arbeit abgefahrene Ideen einbringen.


Im Songwriting können wir heute aus dem Vollen schöpfen und all das umsetzen, was uns einfällt. Das bereichert die Songs und lässt das neue Album noch interessanter werden. In der Vergangenheit war das nicht immer so, doch heute teilen wir als Gruppe den vorwärts gerichteten Ansatz von CHIMAIRA. Wir wollen mit jedem Song über das hinaus gehen, was wir schon erreicht haben. So laden wir unsere Batterien immer wieder neu auf und bringen die Maschine auf Touren.“

Die fortwährenden Integrationsprozesse sind allerdings kein Selbstläufer, wie der Bandkopf auf Nachfrage zugibt: „Es ist niemals einfach, wenn sich das Gefüge verändert. Die Aufgabe besteht dann darin, die neuen Mitglieder mit dem Sound der Vergangenheit vertraut zu machen und diesen gleichzeitig gemeinsam mit ihnen weiter zu entwickeln. Daraus kann großes entstehen, wie „Crown Of Phantoms“ zeigt. Glücklicherweise hatten wir die Chance, vor dem Songwriting für das Album gemeinsam zu touren und uns aufeinander einzustellen. Das war wichtig, um tatsächlich den nächsten, so genannten logischen Schritt zu gehen.“ Dafür steht die siebte CHIMAIRA-Platte tatsächlich, wobei die Band aus Ohio dem Banner des von ihr so betitelten „New Wave Of American Heavy Metal” treu bleibt und ihren Kern-Sound fortschreibt:

„Wir sind sicherlich nicht die erste Band gewesen, die diesen Stil gespielt hat, doch wir haben den Begriff etabliert“, so Mark. „Zu Zeiten von „The Impossibility Of Reason“ haben wir auf die Promotion-CD als Tribute an die „New Wave Of British Heavy Metal“ das Kürzel NWOAHM gedruckt. Das war als Hommage an die Bands, mit denen ich aufgewachsen bin, gedacht. Dieser Term hat sich dann schnell verbreitet, weil er von vielen Journalisten aufgegriffen wurde, um den Sound von Bands zu beschreiben, die mit uns assoziiert wurden – beispielsweise SHADOWSFALL, KILLSWITCH ENGAGE und all die anderen. Die Leute suchten nach einer Phrase, um das zu beschreiben, was im amerikanischen Metal zu dieser Zeit passierte. „New Wave Of American Heavy Metal“ war einprägsam und prägnant genug, um aufgegriffen zu werden. Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, dass wir wirklich die ersten waren, die das Kürzel nutzten, aber ich habe es davor nirgends wahrgenommen. Anschließend war es dann in aller Munde.“

Mit ihrer Aufstellung zwischen klassischen Metal-Klängen und modern-extremen Akzenten treffen CHIMAIRA seit Jahren den Nerv vieler Hörer, was auch an ihrem Crossover-Potenzial liegt: „Was aller Veränderungen zum Trotz Bestand hat, ist die weit gefasste Anlage unseres Sounds, die es uns ermöglicht, mit unterschiedlichen Gruppen zu touren und nicht auf eine bestimmte Hörerklientel festgelegt zu sein. Enger orientierte Metal-Gruppen könnten beispielsweise nur schwerlich mit DISTURBED und anschließend mit CANNIBAL CORPSE touren. Uns bereitet das keine Probleme, was uns die Möglichkeit bietet, verschiedene Hörerkreise anzusprechen. Egal, ob Old oder New School – jeder findet bei uns etwas.“

 
 Links:
  chimaira.com
 
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