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Concrete Icon

Storie von: arne, am 25.08.2013 ]

Dem Klischee nach geht es bei härteren Bands aus Finnland stets melancholisch und düster zu. CONCRETE ICON aus Turku sind demnach ein typischer Vertreter ihrer Heimat. Auf seinem Debüt „Perennial Anguish“ verfolgt das Quartett schroffe Death Metal-Klänge, die mit schwergewichtigen Sludge-Elementen und einer bedrohlichen Atmosphäre verbunden werden.

 
„Seit unserer Gründung im Jahr 2007 hat sich hinsichtlich unserer Ansprüche und Ausrichtung nichts verändert“, erzählt Band-Kopf Jake. „Wir sind damals angetreten, um düsteren und heftigen Metal zu spielen, der mit melancholischen Melodien versehen sein sollte. So lässt sich unser Stil auch heute noch beschreiben, und anders wollen wir es auch nicht haben.“ Über die Jahre haben sich die Finnen allerdings handwerklich und musikalisch weiter entwickelt, wie der Gitarrist und Sänger bestätigt: „Wir sind bessere Songwriter geworden, auch wenn die Öffentlichkeit davon nicht viel mitbekommen hat. Immer, wenn ich unsere früheren Sachen höre, merke ich, welch weiten Weg wir schon zurück gelegt haben. Deshalb kann ich auch mit Bestimmtheit sagen, dass „Perennial Anguish“ mehr als nur eine Momentaufnahme darstellt. Den eingeschlagenen Pfad werden wir weiter verfolgen. Allenfalls sehe ich noch Möglichkeiten, die Tiefe unserer Stücke und ihre dunkle Atmosphäre zu erweitern. Mit den brachialen Sludge-Riffs, die wir auch sehr schätzen, stehen uns Wege offen. Letztlich geht es bei uns immer darum, musikalische Ausweglosigkeit zu erschaffen.“

Mit zwei Demo-Veröffentlichungen und der 2012er MCD „Where The Horns Reign“ sind CONCRETE ICON bislang nicht sonderlich produktiv in Erscheinung getreten. Nun ist trotz regelmäßiger Line-Up-Probleme endlich das erste Album des Quartetts erschienen: „Ein Leben ohne die Band kann ich mir nicht vorstellen. Ich muss immer weiter machen, denn sonst würde ich verrückt werden“, äußert Jake. „Die verdrehten Gedanken, die in meinem Kopf herum schirren, müssen in Songs überführt werden. Solange es mir möglich ist, Stücke zu schreiben, werde ich das auch tun. Die Band bietet mir die Plattform, meine Vision des Death Metal auszuleben. Dass es immer wieder Veränderungen im Line-Up gibt, lässt sich nicht vermeiden. Ersatz zu finden, war bislang glücklicherweise kein Problem. Aktuell sind wir eine eingeschworene Gruppe, die sich gemeinsam auf einem düsteren Feldzug befindet.“

Brachial und Old School-ig geht es zu auf „Perennial Anguish“, das immer wieder bis in Sludge- und Doom-Gefilde hinein reicht, im Kern aber ruppigen Death Metal darstellt. Von einem eigenständigen Sound möchte der Sänger und Gitarrist dabei nicht sprechen: „Diesbezüglich bin ich nicht objektiv. Es gibt durchaus Riffs, die ich als typisch für CONCRETE ICON bezeichnen würde. Einen eigenen Metal-Stil kann heute aber kaum eine Band für sich beanspruchen. Deshalb ist es wichtiger, sich bietende Chancen zu nutzen und seinen Stil beständig zu verfeinern und immer m


öglichst interessant anzulegen. Das ist der Grund, weshalb wir nicht allein in der Death Metal-Ecke unterwegs sind. Das würde mir nicht genügen. Wir halten die Ohren und Augen offen, denn was als nächstes kommt, wissen wir noch nicht.“

Die finnische Metal-Szene ist überschaubar und klein. Wer dort hart arbeitet, authentisch unterwegs ist und Präsenz zeigt, wird unterstützt: „Wir sind so ehrlich, zuzugeben, dass wir das Rad nicht neu erfinden, sondern uns mit bekannten Elementen eigene Wege suchen. Wir spielen unser Verständnis von gutem Metal, von dem wir hoffen, dass ihn auch andere mögen.“ Ihre besten Momente finden CONCRETE ICON immer dann, wenn sie bedrohlich, Groove-betont und mit bestem Old School-Feeling aufspielen. Die Finnen halten es bewusst überschaubar: „Ich bin aufgeschlossen, was Einflüsse auf mein Songwriting anbelangt. Ich hege jedoch nicht den Anspruch, mit Konventionen zu brechen oder die Dinge grundlegend anders anzugehen“, erzählt Jake. „Die besten Ideen und Songs stellen sich ganz von selbst ein, ohne dass man sie erzwingen kann. Das habe ich in den ersten Jahren der Band gelernt. Was mich am Old School-Death Metal inspiriert, ist der Stellenwert des richtigen Songwritings. Früher ging es nicht nur darum, möglichst extrem auszuspielen, sondern die Hörer mit Hooks und Feeling zu fesseln. Deshalb spielt bei uns die verbindende Atmosphäre, ohne die es nicht funktioniert, eine wichtige Rolle. Ob die Songs nun schnell oder langsam sind, und in welcher Reihenfolge sie erklingen, ist von nachgelagerter Bedeutung, solange in ihrem Zusammenspiel schwergewichtige Dunkelheit entsteht.“

Das finnische Quartett weiß, was es will, und arbeitet doch zielgerichteter, als man meint: „Ich hatte eine sehr klare Vorstellung davon, wie das Album klingen sollte. Die übrigen Band-Mitglieder haben sich diesbezüglich auf mich verlassen und sind nicht enttäuscht worden, haha. Da wir gut vorbereitet waren, verlief die Zeit im Studio entspannt und produktiv. Natürlich kann man immer etwas verbessern, doch insgesamt sind wir zufrieden und fühlen uns als Band mit „Perennial Anguish“ gut repräsentiert.“ Inhaltlich richten sich CONCRETE ICON mit einer klaren Botschaft an ihre Hörer, wie Jake abschließend zusammen fasst: „Macht euch eigene Gedanken und folgt nicht blind irgendwelchen Institutionen oder Führern. Böse Menschen versuchen, andere schreckliche Dinge tun zu lassen. Wer sein Hirn nicht gebraucht, wird schnell ausgenutzt oder zum Opfer. Darum geht es in meinen Texten. Ich erzähle Horror-Geschichten, die ganz normalen Leuten widerfahren sind.“

 
 Links:
  concreteicon.bandcamp.com/
 
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