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The Defiled

Storie von: arne, am 09.08.2013 ]

MIDDLE FINGER METAL FROM LONDON. Unter diesem – noch zu etablierenden – Gütesiegel stellen sich THE DEFILED international mit ihrem Zweitwerk „Daggers“ vor. Das Quintett aus der britischen Hauptstadt tritt mit einer aufputschenden Mixtur aus Industrial, MetalCore und NeoThrash an, mit der es für Furore sorgen könnte. Viel wird davon abhängen, ob die Briten den Nerv ihrer Hörer treffen, was angesichts der überzeugenden Abstimmung von Härte und Nachhaltigkeitswert gesichert scheint.

 
„Damit setzen wir ein klares Statement“, erklärt The AvD, verantwortlich für Programming und Keyboard, auf das eingangs genannte Label angesprochen, das sich THE DEFILED verpasst haben: „Wer uns live erlebt, erfährt umgehend, was genau dahinter steckt. Wir nehmen uns selbst nicht zu ernst, geben aber alles dafür, unser Publikum zu unterhalten. Selbst, wenn das verlangt, dass wir uns verletzten, weil wir bei einer Show zu hohes Risiko gehen. Dazu sind wir bereit, denn wir sind stets mit voller Leidenschaft bei der Sache und stecken nicht zurück. Wem das nicht reicht und wen das nicht anspricht, soll das Weite suchen.“

Das hinter dieser Aussage stehende Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr. Nach Support-Slots für MURDERDOLLS, STATIC-X und DEATHSTARS sind die Londoner in ihrer Heimat längst eine viel beachtete Gruppe. Die Beteiligten wissen, was sie wollen, und arbeiten konsequent an der Umsetzung ihrer Vorstellungen und Ziele: „Mit THE DEFILED setzen wir genau das um, was wir selbst gerne auf der Bühne sehen“, äußert der Tastenmann. „Wir spielen Musik, die abgeht, und kombinieren sie mit einer mitreißenden Show. Wir sind Entertainer und streben danach, die Leute zu unterhalten. Mit dieser Einstellung haben wir die Band gestartet und wir verfolgen sie bis heute. Es hat lediglich länger als vermutet gebraucht, unsere Vision Realität werden zu lassen. Doch nun starten wir durch. Wenn „Daggers“ im August auf den Markt kommt, wollen wir überall touren und unsere Songs auf möglichst vielen Bühnen präsentieren.“

Den Überraschungseffekt haben The AvD und seine Mitstreiter dabei auf ihrer Seite: „In jedem Fall muss man uns zugestehen, dass wir einen Sound spielen, den man vor dem Hintergrund unseres Aussehens nicht erwartet. Wir sehen nicht so aus, wie wir klingen, und das gefällt mir. So war es von Beginn an, was anfangs einige Probleme mit sich brachte, inzwischen aber von Vorteil ist. Als wir auf der Bildfläche auftauchten, wusste zunächst niemand etwas mit uns anzufangen, geschweige denn, auf welche Touren man uns buchen sollte. Das hat sich geändert.“ Erwartungen Lügen zu strafen, ist ein vielversprechender Weg, Beachtung zu finden. THE DEFILED befinden sich in der „komfortablen“ Lage, sich über die Güte ihrer Songs zu definieren:

„Natürlich gibt es auch Leute, die mit uns nichts anfangen können – weder mit unserer Musik noch unserem Auftreten oder sogar mit beidem nicht“, benennt der Brite seine Erfahrungen. „Mir selbst geht es ja nicht anders. Es gibt Gruppen, zu denen ich keine Verbindung aufbauen kann und die nichts für mich sind. Hat es aber erst einmal Click gemacht, gibt es kein Zurück mehr. Wir biedern uns nicht an, sondern spielen das, was wir wollen. Wem das gefällt, den nehmen wir gerne in unsere Familie auf. Alle anderen müssen weiter nach den Bands suchen, die sie mögen und unterstützen wollen.“ Das von Jason Suecof (TRIVIUM, DEVILDRIVER, MOTIONLESS IN WHITE) in Florida produzierte „Daggers“ bietet allein starke Tracks, die einen eigenständigen Crossover-Ansatz widerspiegeln. Auch dank der


Erfolge des 2011er Debüts „Grave Times“ konnten die Briten im kreativen Prozess aus dem Vollen schöpfen:

„Stitch D (Vocals und Gitarre) und ich sind die beiden Hauptsongwriter. Wir ergänzen uns blind und teilen dieselben Vorlieben, die wir ohne Rücksicht auf Verluste ausleben. Wir haben das Album aufgenommen, noch bevor wir einen Plattenvertrag hatten. Das Geld dafür haben wir bei unseren Fans eingeworben, die unser Vorhaben dankenswerterweise unterstützten. Erst, als alles fertig war, haben wir uns bei einigen Labels vorgestellt, was ich in dieser Reihenfolge anderen Künstlern nur empfehlen kann.“ Finanziert wurde das Zweitwerk von THE DEFILED über die Plattform Pledge Music. The AvD und die übrigen Mitglieder der Band haben den Vertrauensbeweis ihrer Fans als Ansporn verstanden und sich gegenüber dem Debüt deutlich gesteigert:

„Das kann man so sagen“, erwidert der Keyboarder. „Wir sind motivierte Typen, die vor Tatendrang förmlich übersprühen und mit der Band so weit kommen wollen, wie es geht. Derzeit nimmt alles Fahrt auf und ist sehr spannend. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass wir erstmals Verantwortung abgegeben haben und noch dazu weltweit veröffentlichen. Was kommen wird, wissen wir nicht, doch wir sind bereit, das uns Mögliche zu tun.“ Die Vorleistung, die in Form des Albums belegt ist, spricht für sich und weckt Interesse am weiteren Werdegang der Londoner:

„Es lief ganz klassisch. Wir haben eine Handvoll Songs geschrieben und bei mir Zuhause Demos aufgenommen. Dann sind wir nach Florida geflogen, um sie bei Jason unter professionellen Bedingungen einzuspielen. Wenn wir an und mit unseren Ideen arbeiten, reflektieren und analysieren wir die Dinge nicht über Gebühr. Wir achten allein darauf, dass uns die Stücke als Musiker und Menschen repräsentieren. Das ist schon alles. Wir haben in uns hinein gehört und uns in der kreativen Arbeit verausgabt. Anschließend setzten wir uns mit den Songs mit den Ohren der Hörer auseinander. Soweit das eben geht. Wir haben versucht, herauszufinden, welche Reaktionen und Gefühle unsere Lieder hervorrufen bzw. ob sie überhaupt wirken. Hat sich das bestätigt, wurde ein Song zum Gewinner und findet sich nun auf dem Album.“

The AvD ist von der Qualität der elf Stücke überzeugt und zweifelt nicht eine Sekunde daran, dass „Daggers“ seine Hörer finden wird: „Besonders hervorheben möchte ich nur ,Porcelain’. Dieser Track startet im elektronischen Industrial und endet als Metal-Monster. Aufgrund seiner Spannbreite repräsentiert er am besten die Experimentierfreude, die Basis unser Musik ist. Wir glauben daran, dass man durch Wagemut und die Kombination unterschiedlicher Stile nach wie vor Genre-Grenzen überwinden und neuartige Ergebnisse produzieren kann. Ich kann jedenfalls nicht feststellen, dass die Heavy-Szene heute genauso wie vor 20 oder 30 Jahren klingt. Sie hat sich entwickelt und wird es auch weiterhin tun. Hier kommen wir ins Spiel. THE DEFILED sind ein Schmelztiegel, der sich aus den Erfahrungen, Wünschen und Gefühlen der Beteiligten speist.“

 
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