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Mumakil

Storie von: arne, am 28.07.2013 ]

Das Grindcore-Powerhouse legt mit „Flies Will Starve“ seinen dritten Longplayer vor. Dank ihres Relapse-Debüts „Behold The Failure“ und Split-Veröffentlichungen mit Misery Index, Inhume oder Blockheads ist die Gruppe um Mitglieder von Nostromo und Knut inzwischen als Konstante im europäischen Underground anzusehen. MUMAKIL gibt es schließlich schon seit zehn Jahren.

 
Die 24 Tracks des Drittwerks präsentieren die Schweizer als Überzeugungstäter, die rabiat, präzise und kompromisslos austeilen. Das US-Label des Quartetts spricht von „Giganten der Grindcore-Szene“, was Shouter Tom, Gitarrist Jéjé und Drummer Benj durchaus passt: „Sollen wir widersprechen, wenn Relapse so etwas sagt? Dem ist doch nichts hinzuzufügen. Nein, ernsthaft: Giganten klingt schon etwas übertrieben, auch wenn es uns schmeichelt. Wichtiger als solche Worte sind uns die Reaktionen der Hörer. Auf die müssen wir aber noch ein wenig warten. Wir werden immer eine Underground-Band sein. Das ist uns bewusst. Wir müssen niemandem etwas beweisen, außer uns selbst. Sind wir zufrieden, ist alles gut. Und das ist der Fall. Nun wollen wir möglichst viel touren, die Städte in Schutt und Asche verwandeln und Hektoliter Bier trinken.“

Durch das Signing auf Relapse hat sich für MUMAKIL nichts verändert. Allein ihnen wird größere Aufmerksamkeit zuteil. „Die Leute lassen uns machen, wie, wann und wo wir es für richtig halten. Egal, ob es um Musik, Texte, Sound, Releases, Artwork, Touren, was-auch-immer geht. Wir entscheiden darüber, was passiert. Wir nehmen uns auch die Freiheit, Relapse zu sagen, was wir über alle Aspekte unserer Zusammenarbeit denken. Das ist ein fruchtbares Geben und Nehmen.“ Dabei ist nach Auskunft des Trios Relapse auch (mit) dafür verantwortlich, dass mit „Flies Will Starve“ überhaupt eine neues Album erscheint:

„Anfangs waren wir nicht mehr als ein Haufen Freunde, der im Proberaum zusammen Bier getrunken hat. Grindcore haben wir zum Zeitvertreib gespielt. Wir haben es nicht für möglich gehalten, dass die Band so lange bestehen würde. Dass wir jemals auf Relapse gesignt werden, war für uns bloße Fantasie. Als es passierte, fühlte es sich wie Science Fiction an. Die Tür hat sich für uns geöffnet, weil wir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute (Misery Index, Origin, Brutal Truth) getroffen haben. Andernfalls gäbe es MUMAKIL


wohl nicht mehr.“ Seit der Veröffentlichung von „Behold The Failure“ ist in den letzten vier Jahren viel passiert und die Musiker hatten auch Rückschläge wegzustecken:

„Das ist auch der Grund, weshalb sich die neuen Stücke allesamt wie ätzender Schweiß anfühlen. Unser früherer Drummer und Freund Seb hat sich eine schlimme Handgelenksverletzung zugezogen, was das Einspielen von „Flies Will Starve“ unmöglich machte. Es gab viele Punkte, an denen wir nicht mehr daran geglaubt haben, dass die Platte überhaupt fertig wird. Nun liegt sie vor und spiegelt all die Wut und Aggression wider, die in uns ist. Wir sind wütend und werden mit unserer „Eat Shit!“-Attitüde älter. Andere passen sich an und schwimmen mit der Masse. Wir tun das nicht! Wir leben gefährlich und klingen auch so.“ Die wichtigen Lehren aus den letzten zehn Jahren haben Tom, Jéjé und Benj schnell formuliert:

„1.) Immer danach fragen, wo wir schlafen werden. 2.) Eine kalte Dusche ist im Zweifel besser, als dass der Tour-Bus nach Tod stinkt. 3.) Bier bedeutet Hoffnung.“ Ergänzen lässt sich, dass sich Konstanz im Sound auszahlt, was im Fall von MUMAKIL einen unerwarteten Hintergrund hat: „Wir haben über all die Jahre immer mit demselben Equipment am selben Ort in Genf aufgenommen. Nicht einmal ein Mikrofon oder Amp ist seit 2004 ausgetauscht worden, sofern es sich vermeiden ließ. Die einzige Änderung, die wir für „Flies Will Starve“ vorgenommen haben, war das Antriggern der Bassdrum. Es ist nicht so, dass wir einen bestimmten Sound bewahren wollen, doch der bewusste Umgang mit wenig Material und ohne Veränderungen hat sich einfach ergeben. Das Sound-Engineering von Jéjé erledigt den Rest.“

Eine bestimmte Botschaft wollen die Schweizer mit „Flies Will Starve“ nicht übermitteln. Eingefleischte Grindcore-Fans werden ihren Ansatz ohne Probleme nachvollziehen. Insbesondere für ihre Freunde in Dresden geben MUMAKIL aber mit auf den Weg: „Es ist gefährlich, im Treppenhaus zu lachen!“

 
 Links:
  facebook.com/Mumakil
 
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