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Length Of Time

Storie von: arne, am 11.05.2013 ]

Belgische Bands wie Congress, Liar, Kindred und LENGTH OF TIME sind einst die Katalysatoren der europäischen MetalCore-Szene gewesen und haben den Weg für Heaven Shall Burn, Calivan, etc. geebnet. Mit „Let The World With The Sun Go Down“ erscheint nun unverhofft ein neues Release, mit dem sich Michel Kirby & Co. aus einer mehr als zehn Jahre andauernden Veröffentlichungspause zurück melden.

 
Musikalisch präsentieren sich LENGTH OF TIME auf ihrem neuen Fünf-Tracker anspruchsvoller und vielschichtiger als auf den früheren Releases. An der zugrunde liegenden Mixtur aus Thrash-Metal und Hardcore hat sich indes nichts verändert. Slayer-meets-Agnostic Front darf für einen großen Teil des Materials als Losung ausgegeben werden. Der Gitarrist zeigt sich im Gespräch dann auch vor allem darüber erfreut, dass die Band wieder aktiv ist. Den Support der Fans sieht es als gegeben an: „Praktisch von Beginn an haben wir eine enge Beziehung zu unseren Hörern aufgebaut. Deshalb können wir seit 1997 auf eine treue Fan-Basis bauen, auch wenn diese überschaubar ist. Noch immer gibt es viele Leute, die uns kennen, schätzen und unterstützen. Das bedeutet mir viel. Daneben finde ich es wirklich bemerkenswert, dass es LENGTH OF TIME nach all den Jahren überhaupt noch gibt. Das ist nicht selbstverständlich, und dafür bin ich dankbar.“

Die Belgier teilen hart und unerbittlich aus und beschwören mit aggressiven Metal-Hardcore-Sounds die Apokalypse. Düster und destruktiv geht es bei der Band von jeher zu, so dass das textlich pessimistische und ausweglose „Let The World With The Sun Go Down“ nicht aus dem Rahmen fällt: „An den Tag, als ich die Band mit unserem Schlagzeuger Chris gegründet habe, erinnere ich mich noch ganz genau. Wir wollten unbedingt dieses neue Projekt neben unseren anderen Gruppen starten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings konkretere Vorstellungen von der grafischen Umsetzung der Band und der Richtung der Texte als von der eigentlichen Musik. Der erste Song, der damals entstanden ist, hieß ,We Choose The Violent Way‘ und ist vom Titel her vielsagend. Während der ersten Proben, ist Ross zu uns gestoßen, der eigentlich als Bassist vorgesehen war, am Ende aber unser Sänger geworden ist. Seither hat sich kaum etwas verändert. Unsere Lieder entstehen heute noch genauso wie damals, nur dass wir inzwischen besser mit unseren Instrumenten umgehen können.“

LENGTH OF TIME stellen mit ihrer Comeback-MCD ruppig unter Beweis, dass mit ihnen zu rechnen ist und sie nach wie vor hungrig und bissig sind: „Die Musik hat mir dabei geholfen, am Leben zu bleiben und meinen Alltag durchzustehen“, benennt der Gitarrist die Gründe. „Die Band hat meinem Leben ein Ziel gegeben, seit ich ein Teenager bin. Wie das bei anderen ankommt, ist mir deshalb zunächst einmal egal. Ich predige für niemanden und rufe niemanden zu Gewalttätigkeiten auf. Was ich tue, ist, mir meine eigene Welt zu erschaffen und meine Meinungen und Sichtweisen auszudrücken. Wer will, kann sich damit beschäftigen. Ein Muss ist es aber nicht.“

Das Gedankengut der Process Church Of Final Judgement, der Church Of Satan und von Charles Manson bildet den Kontext der destruktiven, apokalyptischen Texte der Gruppe und prägt die Gestaltung der Tonträger und Merch-Artikel: „Ich glaube nach wie vor an jedes einzelne Wort, das ich in der Vergangenheit geschrieben


habe, und finde auch ausreichend Ansätze, nachzulegen. Alles scheint mir bis heute aktuell zu sein, denn die Welt hat sich nicht verändert. Sie steht in Flammen – auf ewig.“ Musikalisch entwickelt sich das Untergangs-Szenario von Michel Kirby & Co. wieder deutlicher wie zu Beginn ihrer Karriere:

„Von klassischem Metal über Hardrock aus den 1970er Jahren bis hin zu Neo-Folk und Doom Black Metal höre ich die unterschiedlichsten Musik-Stile und -Richtungen. Dass die neuen LENGTH OF TIME-Kompositionen wieder stärker in Richtung Heavy- und Thrash-Metal gehen, hängt damit zusammen, dass wir uns auf unsere Wurzeln zurück besinnen. Es sind Gruppen wie Slayer, Dark Angel, Celtic Frost und Kreator gewesen, die uns maßgeblich geprägt haben. Ihren Einfluss hört man auf dem neuen Release sehr deutlich. Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung des LENGTH OF TIME-Sounds spüren unsere Fans mit Sicherheit den besonderen Spirit, der unsere Veröffentlichungen schon immer ausgezeichnet hat. Wer uns kennt, wird wissen, was ich meine. Sobald „Let The World With The Sun Go Down“ läuft, ist es endgültig klar.“ Hinsichtlich der Umsetzung seiner Vision zeigt sich der Band-Kopf dieses Mal sogar hochgradig zufrieden, was kein Selbstläufer ist:

„In der Vergangenheit bin ich eigentlich nie mit dem Ergebnis unserer Studio-Aufenthalte zufrieden gewesen. Irgendetwas fehlte oder störte immer – sei es nun bei den Songs selbst, dem Mix, Artwork oder ein Aspekt, der sich nicht greifen ließ. Dieses Mal ist es nun zum ersten Mal anders. Vielleicht liegt es daran, dass wir zehn Jahre gebraucht haben, um diese MCD fertig zu stellen. Ohne Flachs, wir haben lange an den Stücken gearbeitet und viele Veränderungen vorgenommen. Sonst fehlte uns diese Zeit. Wir mussten zu einem bestimmten Termin fertig werden und durften nicht überziehen. Da Jeremy (von Enthroned und Emptiness), der über einen längeren Zeitraum unser Bassist gewesen ist, das Blackout Studio besitzt, waren wir in der komfortablen Situation, dort viele Dinge ausprobieren zu können. Das hat im Ergebnis den entscheidenden Unterschied ausgemacht.“

Anlässe, sich aufzuregen und seine Aggression zu schüren, erlebt Kirby tagtäglich, wodurch sich seine wenig positive Sicht auf die Welt permanent bestätigt: „Manchmal entladen sich Wut und Aggression über den Kanal LENGTH OF TIME“, erzählt der Gitarrist. „Manchmal bleiben sie in meinem Inneren verborgen. Doch nicht nur mit brutaler und heftiger Musik kann man Wut und Aggressionen ausleben. Mit ruhigen, defensiven Songs klappt das bisweilen sogar noch besser.“ Das trifft zu, doch auf „Let The World With The Sun Go Down“ geht es allein rabiat und extrem zu. Für das laufende Kalenderjahr äußert der Belgier abschließend folgenden Wunsch:

„Hoffentlich werden wir es schaffen, einige Shows zu spielen, um LENGTH OF TIME auch im gegenwärtigen Line-Up mit Ross als Gitarrist und Sänger auf die Bühne zu bekommen. Dann können wir richtig thrashen.“

 
 Links:
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