Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1754

In Case Of Fyr

Storie von: Arne, am 28.04.2013 ]

Provokation, Ernsthaftigkeit und Spaß kommen bei IN CASE OF FYR in einem guten Mischungsverhältnis zusammen. Die Hannoveraner stellen ihr Spiel selbstbewusst unter die Losung „Metalcore ist, wenn man‘s trotzdem macht!“, obwohl sie musikalisch weitaus mehr im Angebot führen als typische Core-Elemente und -Parts. Das Album „Bitter And Betrayed“ zeichnet die Niedersachsen als erfahrene Kenner der Death und Thrash Metal-Sparte aus, die Zitate aus dem Hardcore und sonstige moderne Zutaten mit in den Mix nehmen, weil sie das Ergebnis bereichern.

 
„Wir haben das Motto gewählt, um den Leuten – speziell der Presse – den Wind aus den Segeln zu nehmen“, erklärt Bassist Mo. „MetalCore ist nach dem Hype zu einem Unwort in den Medien geworden. „Noch eine Band mit Breakdowns und wechselndem Gesang zwischen Melodie und Gebrüll – KSE Rattenschwanz... etc.“ Viele Bands haben dann behauptet, sie seien Thrash-Melodic-Death oder nur Metal oder Göteborg-was-weiß-ich-was. Doch unterm Strich, sobald cleane College-Rock-Vocals und -Melodien kommen – zack (!) – biste MetalCore. Das haben wir immer wieder gehört, obwohl wir uns selbst viel differenzierter sehen. Um dem vorzubeugen, haben wir dann diesen Spruch aufgenommen. Und siehe da, plötzlich sagen alle, wir wären doch eher untypisch für MetalCore oder hätten nur ein paar Elemente aus der Richtung.“

Das Marketing-Kalkül ist demnach aufgegangen und man beschäftigt sich mit IN CASE OF FYR, was die Musiker gerne sehen. Ein Selbstläufer ist der bunt durchmischte Crossover der Band dennoch nicht, da er zwischen vielen Stühlen angesiedelt wird. Akzeptanz-Probleme sowohl beim Metal- als auch beim Core-Publikum sind daher ein ständiger Begleiter der Niedersachsen:

„Es ist schon klar, dass wir bei einem Blind Guardian-Fan sicher unten durch sind und bei einem Agnostic Front-Experten ebenso. Es gibt halt Hörer, die klare Grenzen in ihrem Geschmack ziehen. Das ist auch voll Okay. Auf Konzerten kommen wir allerdings immer ganz gut weg. Da bangt dann auch der Kuttenträger neben dem Baggy-Pants-Cap-Träger. Wir haben seit Jahren eine Cover-Version von Ultravox im Gepäck. Spätestens, wenn wir ,Dancing With Tears In My Eyes‘ spielen, hat das eine versöhnliche Wirkung auf alle Mucker-Polizisten und Genre-Reiter. Ein guter Pop-Song bringt alle an einen Tisch.“


>Was für gut umgesetzten Metal-Crossover nicht weniger gilt, denn auch dessen verbindendes Moment ist nicht zu unterschätzen. IN CASE OF FYR agieren zudem aus einer Grundhaltung heraus, die Identifikation fördert: „Ich möchte da mit einem Zitat aus einem Song unserer Buddies Hong Faux aus Schweden antworten“, meint Mo. „Oh the bliss of making noise – of not having a choice“. Das ist zwar aus dem Zusammenhang gerissen, aber es passt. Krach zu machen, bringt eine Glückseligkeit oder Befriedung mit sich und ist gleichzeitig eine Sucht, der man sich nur schwer entziehen kann; also eine Leidenschaft und eine Obsession. Wir alle sind seit frühester Kindheit Musikjunkies und Fans und haben die Rockstars unserer Zeit immer bewundert und beneidet. Der Wunsch, auf der Bühne zu stehen, treibt uns an. Der Austausch von Energie mit dem Publikum, wenn die Show richtig rockt und die Songs auf ihren Höhepunkten sind und alles kracht, dass ist es, worum es uns geht. Klingt albern romantisch, ist aber so. Das machen wir jetzt schon ein paar Jahre. Man verdient kein Geld damit. Im Gegenteil, es kostet welches. Zu Weltruhm werden wir es wohl auch nicht bringen. Doch der Live-Rausch, das ist der Motor, um den es sich dreht. Selbst, wenn wir nur im Proberaum stehen und einen neuen Song zocken, die Augen schließen und uns vorstellen, vor einer Crowd zu stehen und selbst die schweißtropfensprühende Matte zu schwingen.“

Große Hintergedanken gibt es bei IN CASE OF FYR also nicht. Bauchgefühl und ein erdiger Ansatz reichen im Fall dieser bescheidenen und sympathischen Band zum Glücklichsein: „Zwei Gitarren, Drums, Bass und Gesang. Das ist es. Am besten klingt es mit Strom, haha. Ein Konzept oder eine Story verfolgen wir nicht. Songs, Lautstärke, Energie: Just Music.“

 
 Links:
  myspace.com/incaseoffyr
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Kublai Khan
  Lionheart
  Spoil Engine
  Under The Pledge Of Secrecy
  Une Misere

Interviews/Stories:

  Of Mice & Men
  Cult Of Luna
  Sleeping With Sirens

Shows:

  23.10. Cellar Darling - Munich
  23.10. Beartooth - Hamburg
  23.10. Forever Still - Munich
  23.10. Phoxjaw - Hamburg
  23.10. Jamie Lenman - Hamburg