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The Ocean

Storie von: arne, am 24.04.2013 ]

Der Weg ist das Ziel. Für das neue Werk von THE OCEAN gilt das noch mehr als für seine Vorgänger. Die deutsch-schweizerische Kombo lädt mit „Pelagial“ ein zu einer Erfahrungs- und Erlebnisreise durch die Tiefenzonen des Ozeans. Robin Staps & Co. verfolgten ursprünglich den Plan, ein rein instrumentales Werk zu veröffentlichen, da Sänger Loic mit gesundheitlichen Problemen kämpfte. Dass die musikalische Tauchfahrt nun sowohl mit als auch ohne Vocals erscheint, liegt an der schnellen Genesung des Frontmanns, der natürlich (s)einen Beitrag zur Platte leisten wollte. Als Hörer dankt man es, denn so erhält man zwei unterschiedliche Entwicklungsstränge ein und derselben Geschichte, die partiell unterschiedlich wirken und beide fesselnd sind.

 
„Ich habe für THE OCEAN immer Musik geschrieben, die mich interessiert, und es nie angestrebt, dass sie besonders experimentell oder wichtig sein soll. Das hat sich einfach so ergeben. Ich bin durch die Dinge geprägt, die ich höre, und das sind in meinem Fall verschiedenste Einflüsse,“ erzählt Band-Kopf Robin. „Dass wir international mit der Band größeren Anklang als in Deutschland finden, nehmen wir als gegeben hin. Ich toure gerne und akzeptiere es, dass die Shows hierzulande kleiner sind als anderswo. Wir spielen in bestimmten Regionen auch nicht so viel. In den letzten Monaten haben wir uns in Deutschland und Berlin sogar bewusst rar gemacht. Manchmal brauchen die Leute einfach ein wenig Zeit. Mal schauen, wie es sich dieses Jahr entwickelt.“

THE OCEAN sind keine Band, die es ihren Hörern einfach macht. Auf jedem Album gehen die Musiker anderen Stil-Kombinationen und Interessen nach, was die Identifikation für viele Hörer erschweren dürfte, für andere aber gerade den Reiz erhöht: „Um es für uns selbst interessant zu halten, haben wir immer etwas Neues ausprobiert“, bestätigt der Gitarrist. „Gerade weil wir so viel touren, darf es nicht passieren, dass wir uns mit unserer Musik langweilen. Für Leute, die uns nicht so häufig hören, kann das herausfordernd sein. Sie mussten sich mit verschiedenen Sängern und mit stark unterschiedlichen Alben auseinander setzen. Mal ging es sehr hart und fast schon einseitig zu, dann wider unglaublich vielfältig und mit Sounds, die sich aus unterschiedlichen Töpfen gezogen haben. Das interessiert tendenziell nur Leute, die eine große Bereitschaft mitbringen, sich mit andersartiger Musik zu beschäftigen. Das sind nicht so viele, was wir auch bei unserem Friction Fest gesehen haben. Wir dachten, weil alle unsere Freunde sowohl Mastodon als auch Tori Amos und Death Cab For Cutie hören, kann man ein Festival mit Acts aus verschiedenen Stil-Richtungen, die alle für sich genommen gut sind, machen und sie zusammen auf eine Bühne stellen. Es hat sich leider herausgestellt, dass unser Freundeskreis nicht repräsentativ ist. Für die Masse der Leute muss man nach einem harten und einem soften Tag differenzieren. Wir und unsere Freunde sind Zugehörige einer kleinen Gruppe von Leuten, die eine nötige Offenheit und Begeisterungsfähigkeit mitbringt, die sich in der Breite nicht wiederfindet.“





Die mit dem letzten Doppel-Album thematisierten philosophischen Fragestellungen waren ebenfalls nicht leicht zu verdauen. Das neue Material bietet da schon größeres Identifikationspotenzial, was Robin ähnlich sieht: „Es macht einen großen Unterschied, was für ein Konzept hinter einer Platte steht. Bei den „Centric-Alben“ ging um Regionskritik aus verschiedensten Blickwinkeln. Viele Leute haben das gar nicht wahrgenommen, weil es sie auch nicht interessiert. „Pelagial“ ist etwas völlig anderes und überhaupt nicht kopflastig. Es ist auch nicht wissenschaftlich. „Pelagial“ ist ein sehr intuitives Album, das sich musikalisch erschließt, ohne dass man viel sagen muss. Natürlich haben wir wieder nerd-ige Song-Titel, die auf die pelagischen Tiefenzonen abstellen, doch deren Reihenfolge muss man nicht kennen. Die Songs führen von der Meeresoberfläche an den Meeresgrund. Das haben wir umgesetzt, indem die Sounds an der Oberfläche deutlich leichter und lichtdurchfluteter klingen und sich hin zu extrem düsteren und schleppenden Kompositionen entwickeln. Das kann man fühlen und erleben. Das Konzept erschließt sich von selbst.“

THE OCEAN nutzen „Pelagial“ als Chance, die ganze Bandbreite ihres Sounds zwischen Prog, Post-Hardcore/-Metal, Noise und Sludge auszureizen und größtmögliche Verschiebungen und Veränderungen zu durchlaufen. Eine tolle Visualisierung stellt die streng limitierte Vinyl-Box mit mehreren Plexiglas-Scheiben dar, die inzwischen schon ausverkauft ist:

„Als wir die Box konzipierten, habe ich mich gefragt, ob wir genug Leute motivieren können, 80 Euro dafür auszugeben. Innerhalb von zwei Wochen war sie ausverkauft. Das zeugt davon, dass wir zwar keine riesen Fan-Schar haben, aber sehr loyale Leute, die alles von uns direkt haben wollen. Diejenigen, die unseren Weg verfolgen, leben mit der Band mit, und das ist es auch, was wir wollen. Wir wollen eine Verbindung zu unseren Hörern schaffen und haben aus diesem Grund immer versucht, den Leuten etwas mehr anzubieten als eine Band, die nur einige Songs spielt. Wir legen viel Wert auf die thematische Einbettung der Musik, auf Visuals und Artwork und nun auch auf den Film, der mit „Pelagial“ kommt. Manche Leute gehen darauf total steil und finden uns gerade deshalb geil. Andere setzen sich damit überhaupt nicht auseinander und finden unsere Musik trotzdem gut. Eine solch heterogene Gruppe zu ziehen, ist toll. Wobei wir natürlich vor allem solch nerdige Typen, wie wir selbst es sind, zu unseren Fans zählen, die sich freuen, wenn sie etwas entdecken können.“

 
 Links:
  theoceancollective.com
 
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