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Hacride

Storie von: arne, am 20.04.2013 ]

Nach drei Alben für Listenable hat es HACRIDE zu Indie gezogen, wo das Quartett erstmals mit seinem neuen Shouter Luiss Roux und Schlagzeuger Florent Marcadet (Klone, Step In Fluid) in Erscheinung tritt. Die personellen Veränderungen wirken sich weniger stark aus, als man meinen könnte. „Back To Where You’ve Never Been“ baut den kontrastreichen Sound der Franzosen aus und ist ein Post-Metal-Album im besten Verständnis. An der groben Rezeptur – Gojira-Prog-Parts treffen auf Meshuggah-Stakkato – hat sich nicht viel verändert und doch klingen die Songs wieder anders.

 
„Ich habe HACRIDE als Band kennen gelernt, die im kreativen Bereich nichts ausschließt“, erzählt Frontmann Luiss, der seit Oktober 2012 mit dabei ist und zuvor bei Sinscale, Havarax und Food 4 Worms aktiv war. „Wir experimentieren viel und leben unsere Freiheiten und Ideen konsequent aus. Diese Haltung prägt uns in allem, was wir tun, und resultiert aus einem inneren Drang, dieses zu tun, der uns vereint und zusammen schweißt. Wir teilen den Wunsch, unseren Stil voran zu treiben und nicht auf der Stelle zu treten.“ Die Arbeit am vierten Longplayer der Formation ist für den Sänger eine sehr intensive Erfahrung gewesen:

„Wir haben uns blind verstanden, weil wir von Beginn an auf einer Wellenlänge lagen“, resümiert Luiss. „Niemals zuvor habe ich so viele Ideen hinsichtlich meiner Vocal-Linien gehört und so ausgiebig mit meinen Band-Kollegen diskutiert. Die Lyrics waren geschrieben, doch bei einigen Passagen war ich mir unsicher, wie ich sie singen sollte. Die anderen haben sich voll mit eingebracht. Unsere Zusammenarbeit hat zum besten Ergebnis geführt. Teilweise musste ich die anderen sogar stoppen, um Ansätze ausprobieren zu können. Es sprudelte aus ihnen förmlich heraus. Bei keiner meiner früheren Bands habe ich so etwas erlebt.“ Da die Franzosen längere Zeit der der Platte gearbeitet haben, ist die Beziehung zum Material stark ausgeprägt. „Back To Where You’ve Never Been“ ist aber auch deshalb ein sehr persönliches Werk für HACRIDE, weil die Gruppe viele Veränderungen durchlebt hat:

„Mit Flo ist ein neuer Drummer eingestiegen. Sam, der frühere Sänger, hat die Band verlassen. Adrien, der alle Songs schreibt, ist jetzt Vater und hat einen Sohn. All diese Ereignisse spiegeln sich auf dem Album wider und begründen die starken Emotionen, auf denen die Songs basieren. Die Musik und Texte sind persönlicher gehalten als auf den früheren Veröffentlichungen.


Wir alle sind Menschen, die sich für ihre Gefühle nicht schämen, sondern zu ihnen stehen.“ Hinsichtlich des Resultats schätzt Luiss Roux den Umstand, dass man nicht direkt den Finger darauf legen kann, was HACRIDE stilistisch tun: „Man hört sofort, dass wir eine modern eingestellte Band sind. Doch es ist weder Djent noch übertrieben technisch. Wir sind aggressiv, ohne es im extremen Death Metal-Verständnis zu sein. Unser Stil ist herausfordernd, jedoch dabei eingängig. Zudem ist die Spielzeit von 42 Minuten perfekt. Wir haben uns selbst unter Druck gesetzt, auf den Punkt zu kommen und das Wesentliche heraus zu arbeiten. Man kann das Album problemlos am Stück hören, und auch diesen Umstand schätze ich sehr.“

Es gibt ein Sprichwort, nach dem es schwieriger ist, die Dinge einfach zu halten, anstatt sie zu komplizieren. Den Franzosen hat die songdienliche Verdichtung ihrer Ideen keine Probleme bereitet: „Meiner Ansicht nach ist uns das dieses Mal wirklich geglückt“, meint auch der Säger. „Wir haben ein direktes, effizientes Album geschaffen. Die Musik geht nach vorne und durchläuft zumeist klassische Strophe-Refrain-Strukturen. Eher traditionelle Song-Muster zu nutzen und diese mit vertrackten Riffs zu verbinden, ist für HACRIDE neu. Oder auch das letzte Stück ,Requiem For A Lullaby‘: der bluesige Vibe ist etwas völlig Neues im Kontext der Band. Eine solche Southern-Atmosphäre hat es bei uns zuvor noch nicht gegeben, und jedes Lied weist irgendeine Besonderheit auf, die über das hinaus geht, was auf den früheren Platten zu hören war.“

Hervorzuheben sind zudem die organische Produktion von „Back To Where You’ve Never Been“ sowie die besondere Betonung des Bass-Spiels, das stärker in den Fokus rückt. Der natürliche Klang des Schlagzeugs setzt sich wohltuend von den getriggerten Produktionen ab. Kurzum: Es ist der perfekte Sound für das neue Line-Up von HACRIDE und steht gleichzeitig für eine nachvollziehbare Weiterentwicklung der Band.

 
 Links:
  hacride.com
 
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