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Man The Machetes

Storie von: arne, am 26.02.2013 ]

Die Norweger von MAN THE MACHETES stellen sich mit einem Debüt-Album vor, das vor allem als herrlich ungestüm und ein Stück weit ungeduldig zu charakterisieren ist. Das textlich komplett in der Muttersprache der Musiker belassene „Idiokrati“ erinnert an Größen wie Billy Talent, Cancer Bats und Comeback Kid und sucht sich nicht berechenbare Wege zwischen Punk, Rock und Hardcore, die einen immensen Wiedererkennungswert erreichen.

 
„Als wir die Band starteten, gab es keine große Diskussion darüber, was wir spielen wollen“, erzählt Sänger Christopher. „Das ist gar nicht nötig gewesen. Wir sind fünf Typen, die dieselbe Art von Musik mögen. Sie muss hart, intensiv und auch ein wenig verrückt ausfallen. Also haben wir einfach angefangen, zu jammen und sind dem gefolgt, was dabei herauskam. Bis heute hat sich ein mit Hardcore angereicherter Rock-Stil entwickelt, mit dem wir uns wohl fühlen. Bei uns geht es um Aggression, herbe Grooves, gute Melodien und um Eingängigkeit. So wollen wir es haben, und genauso schreiben wir unsere Songs.“

Die Unberechenbarkeit hat bei den Norwegern Methode. Vorstellbar ist für die Zukunft des Quintetts praktisch alles, doch der Frontmann schränkt die Freiheitsgrade für die weitere Entwicklung ein: „Natürlich könnten wir noch mehr, wenn wir wollten, doch es gibt einige Regeln, die für uns in Stein gemeißelt sind. Wir verzichten auf cleane und arg emotionale Vocals. Unsere Songs sollen nicht seicht, sondern elektrifizierend ausfallen. Balladen wird man von uns nicht hören. Und wenn wir für Proben oder Konzerte zusammen kommen, gibt jeder von uns alles, was in ihm steckt. Nach diesen Prinzipien haben wir die Songs für unser Debüt geschrieben und so werden wir es weiterhin halten. Natürlich ändern sich musikalische Vorlieben mit der Zeit. Jenseits des Genannten kann ich für die Zukunft von MAN THE MACHETES nichts ausschließen.“

Das hibblige Treiben der Skandinavier gilt es erst einmal zu verdauen, denn anfangs wird man von ihrem quirligen Spiel unverhofft überrollt: „Was wir einfordern, ist eine faire Chance“, meint Christopher, der um die Macht des ersten Eindrucks weiß.

„Unserer Meinung nach ist es nicht besonders schwer, unsere Songs zu mögen. Sie sind hart wie eingängig und weisen starke Melodien auf. Das wird jeder schätzen, der sich für Hardcore oder Rock interessiert. Was ich nicht abkann, sind Leute, die Bands oder Genres ablehnen, ohne sich die Mühe gemacht zu haben, sich mit ihnen auseinander zu setzen. Es gibt viele


Leute, die sagen, sie könnten mit Metal nichts anfangen, und dann trifft man sie, wenn sie einen Metallica-Song mitsingen, der im Radio läuft. Wer sagt, er liebe keinen Metal, weil es nur um Growling, Krach und Satan geht, sieht die Dinge zu kurz und ist ignorant. Deshalb sollte jeder Künstler eine Chance bekommen, sich zu beweisen – auch wir.“

Das Debüt „Idiokrati“ ist lebendig, abwechslungsreich und überzeugend. Der Weg zu Produzent Eric Ratz nach Kanada hat sich für MAN THE MACHETES ausgezahlt: „Mit Eric zu arbeiten, war großartig“, schwärmt der Sänger. „Die Art und Weise, wie er im Arbeitsprozess Feedback gegeben und Einfluss auf die Songs genommen hat, hätte ich so nicht erwartet. Schon am ersten Tag wussten wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Eric hat offen und ehrlich seine Ansichten vertreten und Vorschläge unterbreitet, wie wir den einen oder anderen Part weiter auflockern oder bereichern können. So hatten wir uns das vorgestellt und das Album spricht für sich.“

…mehr oder weniger. Aufgrund der durchgängig in der Landessprache gehaltenen Vocals bleibt der Zugang auf Norwegisch sprechende Hörer beschränkt: „Unser Debüt dreht sich thematisch um einen Weltraum-Ninja, der sich auf eine beschwerliche Reise begibt, um ein sagenumwogenes Kristall-Katana auf dem Planet Xanador zu finden… Ach nein, warte, das war ein anderes Projekt, haha. Mit unserer Muttersprache fühlen wir uns einfach wohl. Die Texte drehen sich um die globalen Probleme der Industriegesellschaft sowie kulturelle und menschenrechtliche Fragen, ohne diese Themen zu politisch zu behandeln. Ich würde die Attitüde der Lyrics als dezente Misanthropie mit einem Restfunken Hoffnung einordnen.“

Das passt wunderbar. MAN THE MACHETES sind eine unbequeme Band, zu deren Sound man dennoch recht schnell Zugang findet. Starke Melodien sind dabei genauso wichtig wie ein dunkler Schatten und natürliche Härte. Anders formuliert: Unabhängig davon, welche Bands oder Stile man favorisiert, mit den Norwegern sollte jeder etwas anfangen können.

 
 Links:
  manthemachetes.com
 
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