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Inter Arma

Storie von: arne, am 10.02.2012 ]

Der Relapse-Einstand von INTER ARMA ist durch eine Genre-übergreifende Dunkelheit und primitive Rohheit bestimmt. Das okkult und hypnotisch wirkende „Burial Sky“ entsteht im Zusammenspiel von Doom, Sludge, Death und Black Metal sowie Noise, Psychedelic und Drone. Dem Spiel des Quintetts kann man sich mit Worten nur annähern. Es gilt, die intensive, Kraft raubende Platte zu durchleben und eigene Schlüsse zu ziehen.

 
Presseseitig wird häufig auf eine besondere Attitüde verwiesen, die das Quintett aus Virginia auszeichnet. Gitarrist Trey Dalton hat mit dieser Einordnung im Gespräch so seine Schwierigkeiten: „Ob sich unser Ansatz von dem anderer Gruppen unterscheidet, kann ich nicht sagen. Das wird zwar immer wieder kolportiert, doch wir tun nichts anderes, als Songs zu schreiben, die widerspiegeln, was uns bewegt und was wir kennen. Im Songwriting ist es uns wichtig, uns nicht festzufahren und nicht voreilig Restriktionen aufzuerlegen. Ist das schon besonders? Natürlich ist es schön, wohlwollende Worte über sich zu lesen, noch dazu wenn sie davon sprechen, dass man sich unter einer Vielzahl von Künstlern differenziert.“

Mit ihrer weit gefassten Musikalität sitzen INTER ARMA zwischen den Stühlen und finden zu einer eigenen Positionierung im Heavy-Underground. Gerade dieser Umstand beschert dem Quintett Beachtung: „Sowohl als Einzelmusiker und Fans als auch als Band insgesamt sind unsere Einflüsse breit gestreut. Es gibt nicht eine oder zwei Gruppen, die bei uns offensichtlich durchscheinen; auf die man sich zu Referenzenzwecken festlegen kann. Bei uns muss man sich auf eine Mixtur aus Morbid Angel, Neurosis, Led Zeppelin, Pink Floyd, Black Sabbath, Willie Nelson und Waylon Jennings sowie einer Million weiterer Künstler gefasst machen.“ Trey Dalton übertreibt mit seinen Worten keineswegs und erzählt gleich anschließend, wer Verbündete im Geiste sind:

„Vor einigen Jahren ist eine Dokumentation über Rush erschienen, die „Beyond The Lighted Stage“ heißt. Darin sagt Geddy Lee etwas, was mir bis heute immer wieder durch den Kopf geht. Sinngemäß äußert er, dass Rush niemals über den Stil, den sie spielen, nachdachten und sie für sich im kreativen Bereich nichts bewusst ausgeschlossen haben. Nun sind wir noch nicht so lange unterwegs wie Rush, doch auch für uns gilt, dass wir keine Grenzen akzeptieren. Allenfalls schließen sich einige Dinge natürlich aus. Reggae oder Polka sind mit INTER ARMA dann doch nicht vereinbar. Heavy wird es bei uns indes immer zugehen.“ Das sieht Relapse Records genauso und preist „Burial Sky“ für Fans von Melvins, Darkthrone, Tombs, Electric Wizard, Kylesa und Rwake an:

„Warum nicht?“, fragt der Gitarrist darauf angesprochen. „Mir fällt es immer schwer, Vergleiche zu ziehen. Es gibt nicht die eine Band, an der wir uns orientieren. Von jeder der genannten Gruppen, sind wir zu einem gewissen Grad beeinflusst. Am Ende schreiben wir aber Songs, die sich cool anfühlen. Jeder Track auf der Platte besitzt seine eigenen Qualitäten. Es ist mir nicht möglich, ein bestimmtes Stück hervor zu heben. Gerade die Unterschiedlichkeit der Lieder und Einflüsse ist für die Stärke des Albums in seiner Gesamtheit verantwortlich. Typisch für uns ist ein Pulsieren, das sich aus dem Wechsel des Aufbaus von Spannung und dem bewussten Zurücknehmen dieser ergibt.



Aufgrund der vielen Elemente, die sich über die ganze Platte verteilen, ist jeder Song von „Burial Sky“ anders.“

Würden die Musiker aus Virginia all die genannten Einflüsse ungefiltert zusammen bringen, entstünde ein wohl unhörbarer Mischmasch. Deshalb agieren INTER ARMA mit reifem Bewusstsein und gnadenloser Schwere: „Das Songwriting geschieht bei uns ganz klassisch“, so Trey Dalton. „Wir spielen mit Riffs und Ideen so lange herum, bis etwas entsteht, das uns gefällt und unserem Anspruch gerecht wird. Unser Anspruch ist es, jedem Stück erkennbare Spannung und starke Riffs mitzugeben. Einige Tracks weisen einen launischen Charakter auf, andere wider sind atmosphärisch gehalten oder kommen geradlinig auf den Punkt. In jedem Fall sind wir eine laute Band! Vielleicht nicht so laut wie Sunn o))), aber auch bei uns pfeifen die Amps. Noch dazu bringen die Drums Intensität und Tiefe.“

Das Album des Quintetts besitzt einen eigenen Charakter, das steht fest. Die Lyrics stehen der Musik dabei in nichts nach und bieten interessante Gedanken zur menschlichen Existenz: „Ich schätze die Tatsache sehr, gemeinsam mit Gleichgesinnten in einer Band zu spielen, die ich als Menschen respektiere und für ihre Kreativität bewundere. Was die Rezeption unserer Songs anbelangt, sollen die Leute eigene Meinungen und Hypothesen entwickeln. Das möchte ich weder musikalisch noch philosophisch oder irgendwie sonst beeinflussen. Das, was man selbst erschaffen hat, kann man nicht objektiv bewerten oder einordnen. Alle Eltern erklären ihr Baby zum schönsten überhaupt. In der Musik ist das nicht anders. Es ist ein harter Prozess, zu lernen und zu akzeptieren, dass ein Kind nicht nur lieb ist, sondern auch böse und anders sein kann, als man selbst es gerne hätte. Das hängt an den individuellen Erfahrungen mit einem Kind oder Album zusammen. Ich selbst höre „Burial Sky“ mit dem Wissen um seinen Entstehungsprozess. Wer daran nicht beteiligt war, erlebt es ganz anders und muss deshalb auch eigene Schlüsse ziehen.“

So oder so sind INTER ARMA stolz auf das, was sie mit ihrem Relapse-Einstand geschaffen haben: „Das Album soll repräsentativ für das stehen, was uns als Band auszeichnet“, resümiert der Gitarrist. „Es ging uns nicht darum, etwas besonders Abgefahrenes oder Anderes zu machen. Wer bereits ein Konzert von uns besucht hat, wird bestätigen, dass wir unseren Live-Sound adäquat eingefangen haben.“ In den Staaten tourt das Quintett flankierend zur Veröffentlichung mit Mutilation Rites und wird seinen Aktionsradius ausweiten: „Einen bestimmten Typ an Leuten kann ich als Hörer unserer Band nicht identifizieren. Das ist bunt durchmischt“, gibt Trey Dalton abschließend zu Protokoll. „Von jungen Teenagern bis hin zu altgedienten Metal-Heads ist alles vertreten. Was Fans einzelner Stile anbelangt, reicht es von Crust und Punk bis hin zur Metal-Elite. Dieser Querschnitt spiegelt unsere Musik wider – insofern passt es.“

 
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