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Biffy Clyro

Storie von: arne, am 28.01.2013 ]

Erst vier Jahre nach „Only Revolutions“ erscheint mit „Opposites“ ein neues Album der Schotten. Dafür legen BIFFY CLYRO aber direkt eine zweigeteilte Doppel-CD vor. Am Abend vor der Veröffentlichung hat das Trio einen Akustik-Gig im Ramones-Museum gespielt. Überhaupt scheinen die reduzierten Shows der Band gut zu gefallen.

 
„Es stimmt, wir haben in der letzten Zeit viele akustische Konzerte gespielt“, stimmt Bassist und Sänger James Johnston am Telefon zu. „In Berlin im Ramones-Museum aufzutreten, ist aber etwas ganz besonderes gewesen. Solche Stätten gibt es ja nicht an jeder Ecke. Das Ambiente hat alles noch intimer und aufregender für uns gemacht. Gestern Abend war auch deshalb besonders, weil wir die neuen Stücke von „Opposites“ zum ersten Mal live gespielt und sie unseren treuesten deutschen Fans vorgestellt haben.“

Auch einen Tag vor Erscheinen des Albums haben sich die Konzert-Besucher schnell in den ihnen noch unbekannten Songs zurecht gefunden: „Den Leuten hat es sichtlich gefallen,“ so James „In Deutschland bekommt man immer aufrichtiges Feedback und das ist positiv gewesen. Die Leute haben sogar schon versucht, mitzusingen, noch bevor sie den Text kannten und sie die Refrains das erste Mal hörten. Das war schon verrückt, hat aber unglaublich viel Spaß gemacht. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Überhaupt sind die Reaktionen auf den Akustik-Shows immer gut, und auch wir mögen sie. Man steht Auge-in-Auge mit den Fans und kann sich nicht verstecken. Was zählt, sind die Qualität der Songs und die Intensität des Augenblicks. Das ist eine ganz andere Herausforderung als es die normalen Gigs und Touren darstellen.“

Abwechslung hält eben das Interesse wach und beschert selbst den Musikern eine andere Sichtweise auf ihr Song-Material: „Ich kann keine Präferenz äußern, was ich lieber mag, und man kann das auch nicht miteinander vergleichen. Ich schätze die Tatsache, dass wir mit und ohne Strom auftreten können, denn nicht jeder Band bietet sich diese Möglichkeit. BIFFY CLYRO ist aber primär eine Rock-Band und wir lieben es, heftig zu rocken. Akustische Auftritte sind eine schöne Angelegenheit, doch immer und ausschließlich spielen möchte ich sie nicht.“ Im Vorfeld des Erscheinens von „Opposites“ konnten sich Fans bereits einige der neuen Tracks in entschlackter Version gratis herunter laden, was naheliegende Gründe hatte:

„Es gab unglaublich vehemente Nachfragen nach neuem Material,“ erzählt James. „Die Akustik-Versionen online zu stellen, erschien uns eine gute Möglichkeit, diese Nachfrage zu befriedigen, ohne zu viel vom Album vorab preis zu geben. Die Fans warten so lange auf die neue Platte. Sie hatten ein Recht darauf, etwas mehr zu hören. Indem wir Songs online stellten, hofften wir, dass sich die Leute bis zur Veröffentlichung gedulden und sich nicht illegal nach neuem Material umsehen.“

Für die Schotten ist es eine schöne Promo-Aktion gewesen, die ihnen sicherlich auch neue Fans eingebracht hat. Sich nach den letzten B-Seiten- und Live-Sammlungen wieder vermehrt ins Gedächtnis der Rock-Hörer zurück zu rufen, ist ein weiterer positiver


Nebeneffekt gewesen: „Diese Mentalität, sich Musik gratis im Internet herunter zu laden, ist nach wie vor weit verbreitet. Insbesondere für die Label ist das ein großes Problem, denn sie machen ihr Geschäft mit dem Vertrieb von Alben und Songs. Vom Standpunkt einer Band her, kann man es entspannter sehen, denn wir wollen ja, dass möglichst viele Leute unsere Lieder hören. Eine Gegenleistung für kreative Arbeit zu bekommen, ist in meinen Augen aber fair und notwendig. Deshalb sind wir froh, dass uns so viele Leute unterstützen, indem sie unsere Alben ganz offiziell kaufen und zu unseren Shows kommen.“ Rock-Bands haben es diesbezüglich leichter als Pop-Acts, denn Konzerte sind fester Teil der Fan-Kultur:

„Ja, das ist ein klarer Vorteil. Die Leute wissen um die Energie und Intensität auf den Shows und freuen sich darauf. Im Pop-Bereich ist das anders, und die Bindung zwischen Künstlern und Hörern scheint mir oftmals nicht so stark ausgeprägt. Wenn wir Shows spielen, sehen wir immer wieder bekannte Gesichter und freuen uns, dass uns die Leute die Treue halten. Wir freuen uns immer, wenn Leute zu uns kommen und mit uns über die Band, unsere Songs oder Alltägliches sprechen. Der Kontakt ist wichtig, und es gehört einfach dazu, ansprechbar zu sein. Es ist auch wirklich spannend, zu erfahren, was man in unsere Songs alles hinein interpretieren kann.“

Das reicht bis hin zu ZDFneo, die BIFFY CLYRO schon als beste Rock-Band der Welt bezeichneten. James lacht: „Es ist natürlich ein tolles Kompliment, auch wenn ich es nicht so recht ernst nehme. Aber natürlich höre ich lieber positive Kommentare, wie diesen, als Kritik. Doch wir bleiben realistisch. Wir wollen eine interessante Band sein, die gehört wird. Um das zu erreichen, muss man die Leute überzeugen und das tun wir glücklicherweise. Als beste Band der Welt würde ich selbst uns niemals bezeichnen. Die Leute sollen sich selbst ein Bild davon machen, was und wie wir sind. Was Journalisten schreiben oder sagen, kann allenfalls eine Vorstellung vermitteln, doch man muss es selbst erleben.“

Hinsichtlich „Opposites“ ist der Bassist und Sänger ob der zu erwartetenden Reaktionen zuversichtlich: „Wir haben hart gearbeitet und sind mit dem Ergebnis voll und ganz zufrieden. Es ist ein Klischee, aber jede Platte soll bei uns besser als die letzte werden. Das ist der Anspruch, den wir verfolgen und unserer Ansicht nach bisher noch immer umgesetzt haben. Wir haben uns selbst sogar positiv überrascht. Natürlich hat man immer eine Idee, wie die Songs später klingen werden, doch ein wenig Ungewissheit bleibt. Im Arbeitsprozess denkt man, die Arbeit nimmt kein Ende mehr. Umso stolzer ist man hinterher, wenn man hört, dass die Ideen so gut funktionieren und solch ein tolles Album entstanden ist.“

 
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