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Mors Principium Est

Storie von: arne, am 14.12.2012 ]

Nach fünfjähriger Neufindungsphase treten die Melodic-Deather MORS PRINCIPIUM EST auf ihrem vierten Album mit einem britisch-neuseeländischen Gitarristen-Duo an. Andy Gillion und Andhe Chandler haben sich unter mehr als 200 Bewerbern durchgesetzt und landen einen furiosen Einstieg, mit dem die Gruppe nahtlos an frühere Großtaten anknüpft. Frontmann Ville Viljanen hat für „…And Death Said Live“ eine schlagkräftige Einheit geformt, die sich im Wettbewerb um die Gunst der Fans direkt auf Augenhöhe zu Children Of Bodom, Dark Tranquillity, At The Gates etc. zurück meldet.

 
Bis zur Veröffentlichung von „Liberation=Termination“ sind MORS PRINCIPIUM EST eine rein finnische Band gewesen. Seit der Beinahe-Auflösung von 2007 stimmt diese Aussage jedoch nicht mehr. Der Brite Andy Gillion ist einer der Neuzugänge und seit letztem Jahr mit dabei: „Mit den anderen teile ich seit meinem Einstieg das Anliegen, weiter voran gehen zu wollen und mein Bestes für die Band zu geben. Das neue Album reflektiert die Umbrüche im Line-Up, die es gegeben hat, legt aber gleichzeitig Zeugnis darüber ab, dass wir in der jetzigen Besetzung erst am Beginn unseres Weges stehen. Bei der Arbeit an „...And Death Said Live“ ist es uns wichtig gewesen, den Sound fortzuschreiben, den man von MORS PRINCIPIUM EST aus der Vergangenheit kennt. Mit diesem ist die Band bekannt geworden und mit ihm wird sie assoziiert. Wenn der Hauptsongwriter aussteigt und beide Gitarristen wechseln, erwartet niemand, dass der nächste Longplayer wie sein Vorgänger klingen wird. Wir haben versucht, die Historie fortzuschreiben, doch daneben gibt es auch neue, frische Ansätze.“

Für den Briten selbst blieb kaum Zeit zum Durchatmen, nachdem sich die übrigen Musiker für ihn entschieden hatten. Andy ist direkt ins kalte Wasser geworfen worden und musste sich als Songwriter beweisen: „Es passierte alles sehr plötzlich. Im April 2011 bin ich zur Gruppe gestoßen und praktisch sofort ging es mit dem Songwriting los. Die Arbeitsweise war dabei die folgende: Demo schreiben, dieses an Ville schicken und auf Feedback warten. Die anderen haben sich alles angehört, Ville hat kanalisiert und per Mail Verbesserungsvorschläge durchgegeben. 40 Demos später sind wir dann so weit gewesen, zusammen zu kommen und gemeinsam zu arbeiten. Da ich in England und die anderen in Finnland leben, ging das Arbeiten anfangs nicht anders. Als ich in Finnland angekommen bin, meinte Ville, das Songwriting würde besser und besser. Am Ende sind allerdings nur zwei Stücke von der Vorarbeit übrig geblieben. Als wir uns alle das erste Mal persönlich getroffen und gemeinsam geprobt haben, sind direkt zehn Songs fertig geworden. Der Druck war rückblickend immens, weil an diesem Album die Zukunft der Band hängt. Mit dem nötigen Abstand kann ich aber sagen, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat.“

Die Songs der Melo-Deather fesseln mit tollen Spannungsbögen und Kontrasten sowie einem guten Mischungsverhältnis aus Härte und Melodie. Keyboards vertiefen die Atmosphäre, doch wuchtig bleibt es auf „…And Death Said Live“ zu jeder Zeit: „Zu Beginn hat Ville mir immer wieder eingebläut, dass MORS PRINCIPIUM EST eine traurig-düstere und eine aggressive Schlagseite aufweisen. Auch das neue Album hat verschiedene Emotionen und Stimmungen. Das muss auch so sein, damit die Songs faszinieren und


die Vorstellungskraft der Leute anregen; sie an andere Orte hinter der eigentlichen Musik führen. Meine Art und Weise des Songwritings hat von Beginn an gut zu den anderen gepasst, so dass wir schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind. Viele der Ideen und Stimmungen haben zunächst in meinem Kopf Gestalt angenommen, als ich gerade etwas ganz anderes getan habe und von meiner Gitarre getrennt war. In diesen Momenten beeile ich mich immer, nach Hause zu kommen, um Demos aufzunehmen. Ich erinnere mich, dass ich mich auf Arbeit häufig auf der Toilette versteckt habe, um Ideen für Riffs in mein Handy einzusingen. Ich wollte nicht Gefahr zu laufen, sie wieder zu vergessen.“

Das ist nicht passiert. Spritzig, wütend und technisch geht es im Stil der Göteborg-Schule durch elf ereignisreiche Tracks. Dass dabei 45 Minuten vergehen, fällt gar nicht auf. MORS PRINCIPIUM EST standen in der Pflicht, zu beweisen, dass sie trotz des Verlustes früherer Leistungsträger überleben können. Das haben sie getan, wobei Andy Gillion gerade im melodischen Bereich neue Akzente setzt:

„Für mich sind die Melodien das Entscheidende. Andernfalls würden wir uns alle darin zu überbieten versuchen, möglichst laut aufzuspielen. Dennoch scheint es mir, als würde die Melodie im Metal nicht immer mit der nötigen Wichtigkeit betrachtet, was meiner Auffassung nach gerade dann wichtig ist, wenn man statt Gesang Geschrei hat. Fehlen in den Vocals die Melodien, muss das von den Gitarren kompensiert werden. Man kann also nicht allein Akkorde klimpern, wenn man seinen Job ernst nimmt. Gerade im Metal mit seinen herausragend guten Gitarristen kommt das aber mitunter zu kurz. Viele beschäftigen sich lieber damit, möglichst komplex und schnell zu spielen. Mir reicht das nicht, dazu müssen auch die songdienlichen Melodien kommen.“ Was die Anlage von „…And Death Said Live“ anbelangt, präsentieren sich MORS PRINCIPIUM EST bei genauerem Hinsehen traditionsbewusst und doch auch zukunftsgerichtet. Das drückt bereits der Titel des Albums aus:

„Die Leute sollen mitnehmen, dass die Band noch immer aktiv ist und wir zurück sind. Ville hatte die Idee zum Titel schon zu einem frühen Zeitpunkt, als die Zukunft ganz und gar nicht positiv ausgesehen hat. Heute ist bekannt, dass MORS PRINCIPIUM EST überlebt hat, doch damals war das noch nicht sicher.“ Umso schöner ist, dass die Melo-Death-Kapelle nun wieder vital und spielfreudig auftritt und sich mit einem bärenstarken vierten Album im aktiven Dienst zurück meldet. Die Gast-Features der beiden Gitarristen Jona Weinhofen (Bring Me The Horizon, I Killed the Prom Queen) und Ryan Knight (The Black Dahlia Murder) sind kleine i-Tüpfelchen bei der ohnehin souveränen und furiosen Rückkehr von MORS PRINCIPIUM EST.

 
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