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The Sorrow

Storie von: arne, am 12.11.2012 ]

Harte Strophen, verträgliche Refrains mit Clean-Gesang, viel melodisches Riffing sowie clever eingestreute Breakdowns und Mosh-Sequenzen: THE SORROW wissen um die starken Momente ihres modernen Metal-Sounds und darum, wie sie ihre Stärken am besten ausspielen können.

 
Nach drei Platten für Drakkar sind die Österreicher nunmehr bei Napalm Records untergekommen. Vielleicht hätten THE SORROW die Selbstbetitelung für ihren vierten Longplayer aufheben sollen, anstatt das Drittwerk unter eigenem Namen zu veröffentlichen. Andererseits: „Misery Escape“ steht musikalisch nicht für einen Neustart. Im MetalCore-Programm des Quartetts aus Vorarlberg geht es unverändert weiter: „Uns ist es nach wie vor egal, als was und wie man uns bezeichnet“, äußert Gitarrist Andi zu Beginn des Gespräches. „Wir selbst verstehen uns bis heute nicht als „richtige“ Metal-Band. Unsere Musik hat so viele verschiedene Einflüsse, dass man das nicht behaupten kann. Wir sind vier Jungs, die einfach gerne einen harten und emotionalen Sound spielen.“

…und diesen auch selbstbewusst vertreten und in die Fläche tragen. Das Tour-Pensum des Vierers ist beachtlich, und immer wieder spielt er auch Konzerte, die kein Selbstläufer sind: „Im Osten Europas geht es schon ein bisschen mehr ab, aber wir haben nicht das Gefühl, dass es große Unterschiede macht, wo wir auftreten. Auf Festivals oder bei Support-Shows ist das eher ein Thema. Fällt man stilistisch auch nur ein bisschen aus dem Rahmen, kann es schon sein, dass es keinen interessiert. Wir sind aber auch schon eines Besseren belehrt worden. Diesbezüglich fällt mir insbesondere eine Show in Bamberg ein. Wir haben vor Megadeth und Slayer gespielt. Die Leute konnten zunächst gar nichts mit uns anfangen. Als der erste Song zu Ende war, standen da 4.000 Leute, die keinen Ton von sich gaben. Aber wir haben den Auftritt professionell durchgezogen und am Schluss gab es dann doch noch Applaus.“

Zwischen Komplettverweigerern und treuer Fan-Unterstützung erleben THE SORROW die ganze Breite der möglichen Reaktionen, wobei der Zuspruch überwiegt: „Das Feedback auf unsere Shows ist meistens positiv“, so der Gitarrist. „Klar gibt es manchmal Leute, die nicht so drauf anspringen, wie eben bei der Slayer-Show, aber was soll es. Wir haben auch viele „ältere Fans“, die in voller Metal-Montur auf unsere Shows kommen. Bei uns ist es gut gemischt, wenn man es übergreifend betrachtet. Feedback ist für uns immer wichtig. Egal, ob es positiv oder negativ ausfällt. Wir wollen die Leute mit unseren Songs berühren und wissen, ob uns das gelingt oder nicht. Wenn uns Fans posten, dass ihnen der eine oder andere Song in schweren Zeiten geholfen hat, dann ist das das schönste Kompliment für uns.“

Die Österreicher lassen keine Möglichkeit aus, auf sich aufmerksam zu machen und nehmen mit ihrem vierten Album „Misery Escape“ einen neuerlichen Anlauf. Hörer, die mit THE SORROW bereits einen Sound verbinden, werden ihre Einschätzung bezüglich der Band bestätigt finden. Für Neueinsteiger gibt es einen stimmig ausbalancierten MetalCore mit hohem Eingängigkeitswert:


„Wie immer wollten wir die uns bestmögliche Platte machen und einfach gute Songs schreiben“, fasst der Gitarrist den eigenen Anspruch in Worte. „Auf dem Album gibt es zudem die eine oder andere Überraschung. Es klingt reif, erwachsen und episch. Trotzdem erkennt man darin zu 100 % THE SORROW.“ Diese Selbsteinordnung bringt es auf den Punkt. Andi & Co. tragen dick auf und setzen einmal mehr auf die erprobten Strickmuster, die bereits alle früheren Platten geprägt haben, inklusive ausgiebigen Gesangs:

„Es gibt doch nichts Besseres als guten Clean-Gesang“, entgegnet der Musiker darauf angesprochen, dass viele Kollegen inzwischen wieder härter und ohne ausschweifendes Singen unterwegs sind. „Ich meine jetzt nicht die ganzen Autotune-Bands, die dafür gesorgt haben, dass Clean-Vocals ganz schön nerven können. Mätze hat einfach eine gute Stimme, und die soll im Vordergrund stehen. Wir haben uns aber nicht gesagt, dass wir mehr Clean-Vocals machen müssen, um so mehr Platten zu verkaufen oder etwas in der Art. Wenn es sich gut und richtig anfühlt, haben wir sie eingesetzt. Dafür gibt es kein festes Schema.“ Das Ergebnis fällt lebendig und unterhaltsam aus. Es darf unterstellt werden, dass auf „Misery Escape“ die Art von Songs zu hören ist, auf die auf Konzerten die stärksten Reaktionen erfolgen. Rein musikalisch ist das Quartett noch klarer in die Extreme gegangen und erschafft schöne Kontraste. Die Songs fallen etwas härter, aber dennoch melodisch und griffig aus: „Genau so sollte es werden. Wir wollten härter und zugleich melodischer klingen und haben auch zum ersten Mal tiefere Stimmungen genutzt, um die Songs schwergewichtiger wirken zu lassen. Wichtig war es uns zudem, Refrains zu schreiben, die emotional und ehrlich klingen.“

Noch beim Recording haben THE SORROW justiert und verfeinert, verrät Gitarrist Andi: „Die Aufnahmen haben sich fast ein Jahr lang hingezogen. Es war zum Teil sehr mühsam, aber wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Bei der Pre-Production hatten wir ungefähr 90 % der Songs fertig. Als wir dann ins Studio gingen, haben wir noch lange mit unserem Produzenten Sky van Hoff (the Barracks Studios) an den Songs gefeilt. Er hat ein unglaubliches Verständnis für Harmonien. Dazu kommt, dass er ein super Gitarrist ist und uns, was das Gitarrenspiel angeht, Einiges beigebracht hat. Wir wollten einen brachialen aber gleichzeitig auch angenehmen Sound für die Platte. Das hat Sky gut umgesetzt. Soundtechnisch waren wir noch nie so zufrieden wie jetzt mit „Misery Escape“. 2012 war ein schweres aber auch gutes Jahr für unsere Band. Wir haben viele coole Shows und Festivals gespielt und eine Platte gemacht, auf die wir echt stolz sind. Jetzt können wir es kaum erwarten, bis sie in die Läden kommt.“

Im Stil von Kalibern wie Killswitch Engage, Caliban, Trivium etc. gibt es von den Österreichern Songs, die für MetalCore-Fans wie geschaffen sind.

 
 Links:
  facebook.com/thesorrowofficial
 
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