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Sybreed

Storie von: arne, am 23.10.2012 ]

Um den metallisch-digitalen Hybrid, den SYBREED im Angebot führen, zu verstehen, sollte man eine Affinität für Melo-Death, Industrial und elektronische Akzente mitbringen. Zudem müssen potenzielle Hörer aufgeschlossen sein und sich selbst als entdeckungsfreudig bezeichnen. Andernfalls findet man keinen Zugang zu „God Is An Automaton“, der vierten Platte der Schweizer.

 
Das Quartett selbst verortet sein Schaffen als „Death Wave Metal“, was eine Mischung der Bands beschreibt, mit denen die Eidgenossen bereits getourt sind – In Flames, Threat Signal, Mnemic und Deathstars. Zwischen Death Metal und Industrial findet auch der neue Longplayer von SYBREED zu tollen Hymnen mit nachhaltiger Wirkung: „Für mich rekapituliert „God Is An Automaton“ all das, was wir in fast zehn Jahren erreicht und ausprobiert haben“, äußert Frontmann Benjamin. „Das Album ist gewissermaßen die Essenz unserer Band. Nach dem eher experimentellen „The Pulse Of Awakening“ wollten wir dieses Mal wieder geradliniger und stringenter vorgehen. Die Songs fallen schwergewichtiger aus, sind aber von den Strukturen her etwas simpler gehalten. Dennoch werden unsere Fans feststellen, dass alles klar nach uns klingt und wir dem treu bleiben, was man von uns kennt. Wie es jetzt weitergehen wird, kann ich noch nicht sagen, doch ich habe das Gefühl, das sich unsere Zukunft ein Stück weit anders anhören wird.“

Der Vortrag von SYBREED ist als ebenso poppig wie futuristisch und hart zu charakterisieren. Mal zieht das Quartett trocken klinisches Stakkato durch und teilt heftig aus. Mal wird es ungemein eingängig, fast schon seicht bis poppig. Zwischendurch ist vieles möglich – etwa MeloDeath-Passagen, brachiale Grooves oder prägnante Riffs: „Wir ziehen unsere Kreise und arbeiten beständig daran, unseren Aktionsradius zu erweitern“, sagt der Shouter. „Über die Jahre haben wir viele Touren gespielt und uns Reputation im Underground aufgebaut. Wir sind zufrieden und fühlen uns akzeptiert und anerkannt. Vor allem geht es uns ja um kreative Erfüllung und innere Zufriedenheit, und die verspüren wir. Dass SYBREED kommerziell nicht durch die Decke gehen, akzeptieren wir. Daran ändern können wir nichts, und ein Teil der Erklärung ist bei uns selbst zu suchen. Wir sind dickköpfig und spielen die Musik so, wie wir es für richtig erachten. Dabei richten wir uns nicht nach Trends und schlagen dem einen oder anderen Hörer vor den Kopf. Unbedingt massenkompatibel sind unsere Songs nicht, aber das sollen sie auch gar nicht sein. Unser Underdog-Status hat auch Vorteile. Wir bewahren uns den Freiraum, den größere Gruppen, die stärker im Fokus stehen, oftmals aufgeben, um konstant Platten zu verkaufen. Solche Erwägungen spielen bei uns keine Rolle.“

Beständig Musik zu schreiben und aufzunehmen ist für die Schweizer ebenso selbstverständlich wie das Atmen: „Wir müssen es tun, um am Leben zu bleiben. So wie wir als Menschen altern und reifen, verhält es sich auch mit dem Stil von SYBREED. Er schreitet voran und wandelt sich im Verlauf der Zeit. Die Grundlagen und unsere Motivation bleiben


dabei gleich, aber natürlich versuchen wir, uns immer weiter zu verbessern und neue Dinge auszuprobieren.“ Mit dem Einsatz von Keyboard-Sounds, Samples und Stimm-Effekten erweitern die Musiker ihr Spektrum, verleihen dem Sound einen eigenen Touch und sorgen für besondere Akzente, die für Differenzierung im Wettbewerbsumfeld sorgen: „Vielfältigkeit ist der Schlüssel zu unserem Schaffen als Band wie auch in der Kunst allgemein“, führt Benjamin aus. „Letztlich ist es Geschmacksfrage, was die Leute mögen und was nicht. Wir spielen das, was wir als spannend und hörenswert erachten. Mit gefällt es, nicht festgefahren zu sein oder einer einzigen Spielart verschrieben zu sein. Wir sind ein Gegenentwurf zum True-Metal. Leute, die sich selbst einschränken, vergeben Chancen. Das wäre nichts für uns. Wir müssen über die Stränge schlagen und uns immer wieder anders ausleben.“

Dennoch setzten die seit neun Jahren bestehenden Schweizer auf „God Is An Automaton“ auf klassische Strophe-Refrain-Strukturen und musikalische Reife, wie auch Benjamin zustimmt: „Unsere Einstellung bezüglich Band und Sound ist schon ein wenig old schoolig. Unsere Musik ist offenkundig im Metal der 1990er Jahre verortet. Die aggressive Schlagseite unserer Songs ist uns wichtig, doch wir übertreiben es mit ihr nicht. Der Stellenwert von Eingängigkeit, Melodien und Dramatik ist mindestens genauso hoch, ohne dass es theatralisch wird. Das vermeiden wir, indem wir bei Songwriting immer auch ein Auge auf die spätere Live-Wirkung haben. Deshalb weist unser viertes Album etliche Headbang-Passagen und catchy Chöre auf. Die Umsetzung einiger unserer früheren Tracks gestaltete sich auf der Bühne schwierig. Sie hatten teilweise zu viel Tempo und zu komplexe Strukturen. Deshalb ist dieses Mal alles songdienlicher und geradliniger gehalten. Schon als wir SYBREED gegründet haben, stand der Aspekt des Songwriting über technischen Fragestellungen und Attitüde. Uns ist es wichtig, intensive Atmosphären und kompakte Metal-Tracks mit klaren Strukturen und Wiedererkennungswert zu erschaffen. All unsere Platten sind in ihrem Kern geradeheraus gewesen. Das ist bei „God Is An Automaton“ vielleicht noch offensichtlicher.“

Dank eines inzwischen typischen Zusammenspiels von Härte, Melodien, Grooves und Pop-Appeal hat das Quartett längst zu eigenen Trademarks gefunden: „Ich hoffe doch, dass unsere Fans SYBREED mit einem klaren Sound identifizieren“, entgegnet Benjamin. „Der Kern unserer Songs und Platten ist gesetzt und soll wiedererkannt werden. Das heißt jedoch nicht, dass wir nicht auch überraschen und ausbrechen können. Diesbezüglich sind wir nicht festgefahren und nutzen die Freiheiten, die sich uns bieten.“

 
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