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Serpentine Path

Storie von: arne, am 26.09.2012 ]

Mit SERPENTINE PATH hat sich Relapse gleich in mehrfacher Hinsicht Schwergewichte gesignt. Das Quartett rekrutiert sich aus drei Mitgliedern von Unearthly Trance (Shouter Ryan Lipynsky, Bassist Jay Newman und Drummer Darren Verni) sowie Gitarrist Tim Bagshaw, der sich seine Sporen mit Electric Wizard und Ramesses verdient hat. Die New Yorker schaffen trotz ihres zähflüssigen Sounds schnell Tatsachen. Der 7Inch „Erebus“, die vor einigen Monaten über Parasitic Records das Licht der Welt erblickte, folgt bereits ein erster Longplayer.

 
Mit ihrem selbstbetitelten Debüt rennen SERPENTINE PATH bei ihrer Klientel offene Türen ein. Der düstere Doom-Sound der früheren Betätigungsfelder der Musiker wird fortgeführt und ausgebaut. Man hat es hier allerdings nicht „nur“ mit einer Doom-Kombo zu tun. Die Relapse-Kapelle integriert in ihre Songs bewusst auch rudimentäre Death-Passagen, die den bedrohlichen Charakter und das Volumen des Acht-Trackers enorm steigern: „Ich denke schon, dass die Leute überrascht sein werden“, äußert sich Gitarrist Tim Bagshaw: „Aufgrund der beteiligten Musiker und ihrer Vorgeschichte erwarten viele Leute wohl nicht einen derart bösartigen und heftigen Sound. Mit unseren früheren Bands ist SERPENTINE PATH nicht zu vergleichen. Schon Ryan’s Vocals sind verzerrter und heftiger, als sie es jemals gewesen sind. Bei Unearthly Trance pendelte sein Spektrum zwischen Gesang und Geschrei. Nun dreht er die Härte voll auf und tritt noch dazu deutlich variabler in Erscheinung. Die psychedelischen Einflüsse, die man bei Electric Wizard und Ramesses gefunden hat, spielen bei uns überhaupt keine Rolle mehr. SERPENTINE PATH tendiert vielmehr in Richtung eines schleppenden Death Metal. Parallelen in den Riffs und dem Schlagzeugspiel möchte ich gar nicht abstreiten, doch in der Summe ist diese Band für uns etwas völlig Neues und Aufregendes.“

Mit der regen Downtempo-Szene rund um den Big Apple sieht Tim die neue Gruppe dabei nicht verbunden: „Es ist richtig, dass es hier in New York/New Jersey seit jeher eine aktive Szene gibt, doch als Teil dieser verstehe ich uns nicht. SERPENTINE PATH stehen hinsichtlich Einstellung und Sound lediglich zu einer Band aus der Gegend hier in Bezug, und das sind Winter. Diese Gruppe hat auf uns alle einen nachhaltigen Eindruck ausgeübt. Vielleicht lassen sich auch noch Evoken anführen. Sie haben ihren atmosphärischen Funeral Doom perfektioniert und sind ein Stück weit einzigartig. Ähnliches zu erreichen, ist auch das Ziel unserer Band.“ Unheilvolle Wirkung verfehlen die Songs der vier Musiker nicht. Die tief gestimmten Gitarren und rohen Riffs rufen Gefühle der Unruhe und Gefahr hervor, was beabsichtig ist, wie das einstige Mitglied von Electric Wizard und Ramesses verrät:

„Unsere selbstbetitelte Platte klingt vor allem düster und vernichtend. Genau das ist unser Anspruch gewesen, mehr wollten wir nicht erreichen. Unser Bassist Jay hat die Songs selbst aufgenommen, so dass sich das Ergebnis sehr genau mit dem deckt, was wir uns vorgestellt haben. Die Gesamtheit der Songs sollte heavy und grauenerregend klingen; extrem ausfallen und dennoch zugänglich


sein. Das, was wir geschaffen haben, in Worte zu fassen, fällt mir schwer, doch zumindest die „fucking heavy“ Attitüde sollte genau so kommen, wie sie sich jetzt darstellt.“ Die kleine Drone-Kante, die sich die New Yorker gönnen, stützt die skizzierte Ausrichtung. In der Wahl der Mittel mögen sich die vier Musiker bescheiden zeigen, doch sie sind erfahren genug, um aus dem überschaubaren Input ein Maximum an Durchschlagskraft und Brachialität heraus zu holen:

„Alle unsere Stücke basieren auf ursprünglichen Instinkten“, erläutert Gitarrist Tim Bagshaw. „Das ist die Ebene, auf der wir uns treffen. Nur wenig wird ein zweites Mal angefasst oder reflektiert, wenn es um unsere Musik und die Texte geht. Nur so können wir sicher stellen, dass die Songs roh und unverfälscht klingen. Das lässt sich an ,Compendium Of Suffering’ vielleicht am besten nachempfinden, denn die Stimmung dieses Tracks ist besonders brutal und furchteinflößend. Aus diesem Grund ist es für uns alle unser Lieblingssong, wenn man das überhaupt so sagen kann. Angesichts des „Weltuntergangs-Feelings“ unserer Stücke klingt das wenigstens eigenartig.“ Apropos, gemeinsame Vorlieben: SERPENTINE PATH sind auf Basis regionaler Nähe und jahrelanger Freundschaft der Beteiligten entstanden: „Unearthly Trance sind über die Jahre sowohl mit Electric Wizard als auch mehrfach mit Ramesses getourt. Deshalb kennen wir uns schon ewig. Dass irgendwann ein gemeinsames Projekt entstehen würde, ist da keine Überraschung. Es passierte einfach.“

…und auch die auf dem Debüt umgesetzten Stimmungen haben geteilte Erfahrungen zur Grundlage, wie Tim verrät: „Wir haben in uns hinein gehört und das zusammen getragen, was heraus wollte. Anstelle in der Folge eingängiger oder songdienlicher zu werden, haben wir den Schweregrad und die Durchschlagskraft der Songs verstärkt, um die rohe Atmosphäre bestmöglich zur Geltung zu bekommen. Die interne Band-Chemie ist untrüglich und intuitiv geteilt. Wir alle hören seit Jahren und Jahrzehnten dieselbe Art von Musik und haben dieselben Vorlieben. Der Verständigungsprozess erfolgte deshalb schnell und ohne große Worte. Einflüsse von außerhalb der Gruppe spielen für uns überhaupt keine Rolle. Wir bewegen uns in unserem eigenen Universum.“

Deshalb ist es wohl umso wichtiger gewesen, dass Bassist Jay Newman den ersten SERPENTINE PATH-Longplayer selbst aufgenommen und gemischt hat. So konnten er und die übrigen Beteiligten sicherstellen, dass die gemeinsame Vision ohne Verwässerungen umgesetzt wird. Vor dem Downtempo-Monstrum, das dabei entstanden ist, kann man fast Angst bekommen.

 
 Links:
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