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S-core

Storie von: arne, am 22.09.2012 ]

Es kann nicht nur daran gelegen haben, dass S-CORE ihren Schlagzeuger tauschen mussten. „Into The Deepest...“, das Drittwerk der Elsässer, erscheint erst fünf Jahre nach dem letzten Lebenszeichen der Franzosen. An der Mischung unbändiger Power und grooviger Brutalität halten S-CORE prinzipiell fest. Referenz¬seitig lassen sich nach wie vor Pantera, Machine Head und Sepultura anführen, doch Crowbar und Kingdom Of Sorrow sollte man heute ebenfalls nennen.

 
Gitarrist Bertos sieht die längere Wartezeit auf den Nachfolger von „Gust Of Rage“, das in Deutschland einst über Drakkar erschienen ist, entspannt: „Als wir mit S-CORE vor 15 Jahren gestartet sind, hätten wir nicht im Traum daran geglaubt, dass es uns nach so langer Zeit noch geben würde. Wir haben in mehrfacher Hinsicht einen langen Weg hinter uns gebracht, der von vielen Niederschlägen, aber auch einigen Höhepunkten gespickt war. Doch wir wussten, dass es nicht leicht sein würde, die Band zu etablieren und am Leben zu halten. Dafür haben wir gekämpft. Unser Feuer brennt nach wie vor und wird es noch lange Zeit tun. Obwohl wir all die Träume, die wir uns zu Beginn ausgemalten, längst erreicht haben, sind wir immer noch hungrig und wollen mehr. Wichtig ist allein, dass mit „Into The Deepest…“ jetzt endlich die neue Platte fertiggestellt ist.“

Das Drittwerk der fünf Musiker entwickelt sich massiv, breit orientiert und vom Tempo her etwas schleppender. Neben NeoThrash bietet es auch Sludge- und Post Metal-Passagen, die gut in den Kontext passen. Core-Zitate finden sich anno 2012 kaum mehr. Dennoch passt der zu hörende Sound zum Band-Namen S-CORE: „Unser Stil steht dem Grunde nach fest und bietet uns die Chance, mit vielen verschiedenen Gruppen aufzutreten“, meint der Gitarrist: „So haben wir es stets gehalten. Gerade kommen wir von einigen Gigs zurück, die wir mit der Grindcore-Kombo Inhumate und dem Deathcore-Act Absurdity gespielt haben. Die Unterschiedlichkeit von uns dreien hat uns und den Leuten gefallen. Jede Band wurde supportet und abgefeiert. Es ist doch toll, wenn verschiedene Stile und Ansätze auf einem Konzert zusammen kommen. Das sorgt für Abwechslung, die uns allen wichtig ist. Wenn man seit 1998 aktiv ist, lernt man neue Ansätze und Sounds zu schätzen. Das bedeutet aber nicht, dass man selbst auf Trends aufspringen oder seinen Stil anpassen muss. Aufgeschlossen und interessiert bleiben sollte man allerdings schon. Daneben bleiben wir allein wir selbst. Bisweilen nehmen wir Songs und Platten auf. Weitaus häufiger kann man uns live erleben.“ Wenn es um die Gruppe aus Straßburg zwischenzeitlich ruhiger wird, bedeutet das nicht, dass sie abzuschreiben ist. Aktiv und präsent sind S-CORE wenigstens im deutsch-französischen Grenzgebiet immer:

„Wir entstammen dem Underground und fühlen uns ihm verbunden“, verortet Bertos seine Gruppe. „Das Tolle ist es ja, dass der Metal im Underground immer existent ist. Manchmal wird er salonfähig und von einer größeren Hörerschaft entdeckt, doch zumeist bleibt man unter sich. Im nicht-professionellen Bereich ist das eigentlich immer so. Das Wichtigste für uns ist die Möglichkeit, mit unseren Songs aufzutreten, sie mit Anderen zu teilen und mit den Leuten anschließend einige Biere zu trinken. Es soll nicht pathetisch klingen,


doch als Mitglied einer Metal-Band lebt man schon ein wenig außerhalb der Norm. Mit seinen Band-Kollegen und Freunden teilt man dieselbe Leidenschaft und erlebt eine Menge Abenteuer. Wer eifert nicht gerne seinen Idolen nach? Ein Stück weit tun wir das mit S-CORE noch heute, auch wenn wir unsere Chancen realistisch einzuschätzen wissen. Auf der Bühne die Sau heraus zu lassen, ist ein toller Ausgleich zum Alltag und unglaublich erfüllend. So können wir unsere Aggressionen auf positive Art und Weise verarbeiten. Mit den Jahren sind wir dabei entspannter geworden. Im Alter von fast 40 sieht man die Dinge anders als mit 20. 100 Prozent geben wir aber noch heute, denn darunter läuft bei uns nichts. Das hat sich über die Zeit unseres Bestehens nicht verändert. Deshalb wüsste ich gegenwärtig nicht, warum das eines Tages anders sein sollte.“

Die Franzosen interessieren sich musikalisch für satte, walzende Härte und groovige Thrash-Vorstöße. Die Atmosphäre und Intensität der elf Songs sind detailreich ausgearbeitet und passen mit der Grundschwere der Platte gut zusammen: „Leute, die unseren Werdegang begleitet haben, werden bestätigen, dass sich unser Sound im Zeitverlauf kaum verändert hat“, erwidert der Gitarrist. „Wir hatten von Beginn an eine klare Vorstellung davon, wie wir klingen wollten und haben diese erst um- und dann fortgesetzt. Krasse Brüche oder Veränderungen führen dazu, dass man seine Identität verliert und Fans verprellt. In diese Gefahr laufen wir nicht, so dass etliche Leute uns seit vielen Jahren unterstützen. Scherzhaft sprechen wir bandintern von einem S-CORE-Trademark, dem sie verfallen sind. Verstehen kann ich sie: wer gute Riffs, brachiale Double-Bass-Parts und heftiges Geschrei hören will, ist bei uns genau an der richtigen Adresse.“

Doch so stark sich das Quintett auch zurückmeldet – aufgrund der langen Wartezeit bis zum Drittwerk wird es vielerorts wohl wieder von vorne anfangen müssen, die Leute von seinen Qualitäten zu überzeugen. Mit „Into The Deepest...“ haben die Elsässer immerhin starke und schlagkräftige Argumente auf ihrer Seite, so dass geneigte Hörer schnell Zugang finden werden: „Was unseren Sound anbelangt, sind wir keine Pionier-Band, doch das wollten wir auch niemals sein. Dennoch haben wir uns einen eigenen Stil erarbeitet, der vor allem während unserer intensiven Live-Show voll zur Geltung kommt“, äußert sich Gitarrist Bertos mit Stolz: „Auf der neuen Platte ist das, was uns auszeichnet, auch gut eingefangen. Man kann es fühlen. Es klingt nach einem Klischee, aber wir mussten dieses Album machen. S-CORE brauchten „Into The Deepest…“, und wir haben hart dafür geschuftet. Die Songs sind etwas langsamer, aber immer noch angriffslustig und lebendig. Als Band schätzen wir den Fakt, dass dieses Mal die komplette Gruppe am Songwriting beteiligt gewesen ist. Auch deshalb klingt unser neues Album so stark.“

 
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