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Beyond All Recognition

Storie von: arne, am 10.09.2012 ]

Hinter dem, was die Schweden von BEYOND ALL RECOGNITION Dubcore getauft haben, verbirgt sich die Verbindung von Dubstep und MetalCore. Der Modern-Crossover des jungen Quintetts entwickelt sich auf dem Debüt-Album „Drop=Dead“ spritzig, heftig und ausgewiesen Party-tauglich.

 
Natürlich muss Napalm Records Marketing-seitig den innovativen Ansatz der schwedischen Newcomer anpreisen, doch selbst Korn haben auf ihrem aktuellen Album „The Path Of Totality“ bereits mit Dubstep-Komponenten und sonstiger Elektronik gearbeitet. Etliche Core-Gruppen setzen seit geraumer Zeit auf elektronische Additive, etwa die deutschen Kollegen von We Butter The Bread With Butter. Diese Verweise sollen die Leistung der schwedischen Musiker aber nicht schmälern. Unterhaltungswert bringt „Drop=Dead“ allemal mit:

„Dank dieser Band musste ich meine Komfortzone verlassen und gehe als Schlagzeuger beständig bis an meine Leistungsgrenze“, erzählt Edwin Jansson, der vor zwei Jahren zur Gruppe gestoßen ist: „Wir gehen vielen verrückten Ideen nach, die uns immer wieder zwingen, Dinge zu versuchen, die eigentlich unmöglich scheinen. Da verschwimmen schnell Grenzen, denn häufig geht es in sehr spezielle Richtungen. Wir wissen vorher selbst nie, ob es funktionieren wird oder nicht und wagen darüber auch keine Prognose. Andernfalls würden wir wohl erst gar nicht starten. Besondere Inspirationsquellen haben wir nicht. Wir selbst sind uns kreativ genug und würfeln all das zusammen, was ein spannendes Ergebnis verspricht. Bei jeder Probe betreten wir unerforschtes Neuland. Das macht für mich den Reiz unserer Band aus. Nicht festgelegt zu sein und keinen definierten Regeln unterworfen zu sein, bringt auch Spaß mit sich, doch zumeist ist es harte Arbeit. Der Entdeckerdrang stachelt uns an, und wir lassen uns von ihm mitreißen. Wir sind ebenfalls gespannt, wohin uns die Band und unsere Ideen noch führen werden.“

Wenn die erste Platte von BEYOND ALL RECOGNITION läuft, ist man ob der starken Stampfer, fiesen Grooves und insgesamt Party-tauglichen Core-Sounds interessiert bei der Sache: „Dubcore ist ein vergleichsweise junges Genre. Wir sind überzeugt davon, dass wir unsere Hörer finden werden, doch wie groß die potenzielle Hörerschaft ist, kann ich nicht abschätzen“, äußert der Drummer. „Dubstep und MetalCore für sich betrachtet existieren in zwei separaten Welten, die beide populär sind und viele Fans auf sich vereinen. Beides miteinander zu verbinden, ist unserer Auffassung nach eine gute und vielversprechende Idee, sogar eine Win-Win-Situation. Es bleibt abzuwarten, wie die breite Hörerschaft auf unseren Stil-Mix reagieren wird. So oder so musste es zur Verbindung von Dubstep und MetalCore kommen, denn sie drängt sich förmlich auf. Dubstep steht für Breakdowns aus elektronischer Musik und ein intensives Gefühl aus Chaos und Energie. Dieselben Charakteristika kann man auch auf den MetalCore anwenden. Beides passt demnach ganz natürlich zusammen.“

Mit der Verortung des Auftritts der Schweden könnten viele Hörer im ersten Moment Probleme haben. Ob bzw. wann sich ein eigenes Subgenre etabliert haben wird, bleibt abzuwarten: „Wir selbst sprechen von Dubcore, aber natürlich ordnen uns viele Leute dem MetalCore zu“, bestätigt Edwin Jansson:


„Dem vehement zu widersprechen, ist wenig sinnvoll, da unser Sound zu 50 Prozent auf dem MetalCore basiert. Metal ist zudem ein wichtiger Bestandteil unseres Selbstverständnisses. Mit ihm fing für uns alles an. Das ist die Szene, aus der wir stammen. In der Musik geht es aber immer weiter. Schon morgen können Bands mit einem Sound um die Ecke kommen, an den man heute noch gar nicht denkt. Es liegt an uns Künstlern, mutig zu sein und Neues auszuprobieren. Bestehende Stile zusammen zu führen, wie wir es tun, ist ein naheliegender Ansatz. Im Ergebnis stehen Songs, die einige Leute überraschen und andere irritieren werden. Nicht jeder wird „Drop=Dead“ mögen, was völlig okay ist. Das hat schließlich Tradition. Was populär wird und sich durchsetzt, entscheiden die Leute unabhängig von den ersten Reaktionen, die ein neuer Stil nach sich zieht. Zur Erinnerung: ohne Rock gäbe es keinen Metal.“

Der Dubcore scheint eine realistische Chance zu haben, sich zu etablieren. BEYOND ALL RECOGNITION glauben fest daran, wie auch an die Qualität ihres Debüts: „Wir wissen, welcher Sound gut zu uns passt, doch natürlich entwickelt er sich noch immer weiter. Es gibt so viele Ansätze, die wir noch ausprobieren müssen und die einen Versuch lohnen. Weshalb sollten wir jetzt schon stoppen und uns mit dem zufrieden geben, was wir bislang erreicht haben? Das läuft unserem Ansatz zuwider, und überhaupt gibt es uns erst kurze Zeit. Die Leute kennen uns noch gar nicht. Unabhängig davon streben wir danach, das nächsthöhere Level zu erreichen.“ Die Anlage des Debüts der Schweden basiert auf dem Anspruch, mit jedem einzelnen Stück Grenzen zu überwinden:

„Wir wollen die beiden Stile, die unseren Sound speisen, möglichst stimmig und unerwartet miteinander verbinden“, erzählt Edwin Jansson: „Das Stück ,Smoke And Mirrors‘ ist in dieser Hinsicht hervor zu heben. Dubstep und MetalCore erhalten Raum, ihre individuellen Stärken zu präsentieren, sorgen dann aber auch gemeinsam für Stimmung und Intensität. Jenseits der stilistischen Verschiebungen ist das Stück durch ein gleichbleibendes Heavy-Feeling bestimmt, das den Erfolg unserer Arbeit bestätigt. Nur wenn unser Dubcore ausgewogen zusammengesetzt ist, erzielt er die größtmögliche Wirkung. Wann immer wir einen neuen Song fertiggestellt haben, sind wir elektrifiziert und begeistert. Unsere Mission ist es, zu beweisen, dass es in unserer Musik keine Limits gibt.“

Noch stehen BEYOND ALL RECOGNITION am Anfang ihrer Karriere, doch der Einstand ist schon einmal vielversprechend: „Mit „Drop=Dead“ definieren wir das, was die Leute für die nächste Zukunft mit unserer Band verbinden“, weiß der Schlagzeuger: „Wir haben bereits eine Menge erreicht, doch für uns ist das Debüt erst der Startpunkt. Bei der Arbeit an den Songs haben wir viel gelernt. Nun wissen wir, wo wir ansetzen können, um noch besser zu werden. Wir wollen heftiger und noch dynamischer aufspielen und haben uns bereits neue Ziele gesteckt. Gegenwärtig arbeiten wir schon daran, sie zu verwirklichen. Wir sind nie zufrieden.“

 
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