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Monuments

Storie von: arne, am 06.09.2012 ]

MIT VERTRAUEN UND INTERNET. Von MONUMENTS gibt es Stil-übergreifenden, experimentellen Metal moderner Prägung. Im Djent-Umfeld setzt sich „Gnosis“, das Debüt der Briten, ob seines partiell anderen Ansatzes vom Gros der Mitbewerber ab. Sänger Matt Rose hat daran entscheidenden Anteil, und es ist nur von Vorteil, dass der Frontmann aus einer Funk- und Soul-Ecke stammt. Komplex-abgedrehten Metal kann er aber auch, wie nachzuhören ist.

 
Der Titel des ersten Longplayers des Quintetts ist philosophisch zu verstehen und sagt viel über das Selbstverständnis von MONUMENTS aus. Die Londoner streben danach, eine höhere Ebene spirituellen Wissens zu erreichen, indem sie an sich selbst glauben und selbstbestimmt agieren: „Wir sind aus den Überresten von FELLSILENT entstanden“, erzählt Matt Rose, der erst spät für die Position am Mirko rekrutiert wurde. „Ursprünglich sollte es mit epischem, Groove-orientiertem Metal weitergehen, doch schnell hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die unter dem neuen Namen zu etwas Anderem führte. Seither ist viel passiert. Das Line-Up ist etliche Male durcheinander gewirbelt worden. Der Sound ist ebenfalls gewachsen und hat sich mehrfach verändert. Geblieben sind der besondere Spirit, auf dem die Band bis heute basiert, und der Wunsch, ein übergreifendes Konzept zu erschaffen, das Musik und Texte umfasst, soziale oder spirituelle Themen aufgreift und diese miteinander kombiniert.“

MONUMENTS empfehlen sich mit ihrem bärenstarken, technisch anspruchsvollen und zugleich flüssig umgesetzten Debüt direkt für einen Platz in der Speerspitze der aktuellen Djent-Welle. Da passt es, das die Briten bereits eine Europa-Tour mit PERIPHERY und TESSERACT gespielt haben und im Herbst zusammen mit ihren Label-Kollegen JEFF LOOMIS, VILDHJARTA und STEALING AXION unterwegs sein werden. Die Tour-Optionen und das Signing auf Century Media kommen nicht von ungefähr: „Wir sind noch immer verblüfft, wie stark das Internet wirken kann und wie begierig die Leute auf der ganzen Welt sind, Neues kennen zu lernen und zu pushen, wenn es ihnen gefällt. Unglaublich viele Leute haben uns geholfen“, zeigt sich Matt erfreut. „So war es uns möglich, Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen und auf die Beine und erste Touren zu kommen. Der DIY-Aspekt der Szene ist einer ihrer wesentlichen Katalysatoren. Praktisch jeder Musiker kann sich heute die Hard- und die Software kaufen, um selbst Songs zu produzieren und sie über das Internet zu verbreiten. Auf den verschiedenen Plattformen und über die diversen Kanäle findet man schnell Leute mit ähnlichen Vorlieben. Aus einer kleinen Gruppe eingeschworener Kenner und Liebhaber kann schon einmal eine Bewegung und ein Hype entstehen, wie es die Djent-Sparte erlebt hat.“

Stilistisch festgelegt ist „Gnosis“ aber nicht. Der Einstand von MONUMENTS wirkt sowohl ganzheitlicher und reifer als auch eigenständiger und verrückter als der überwiegende Teil der Platten aus dem neuen Extrem-Genre: „Wir selbst sehen es entspannt. Es besteht keine Notwendigkeit, uns zu einem bestimmten Genre zu bekennen oder uns nur auf eines zu beschränken“, meint der Sänger.



„Begriffe helfen den Leuten, sich mit einem Stil und seinen Vertretern zu identifizieren, doch am Ende ist Musik einfach nur Musik. Ganz unabhängig davon, wie man sie bezeichnet. Jeder Hörer versteht sie ohnehin anders. Wir begrüßen unterschiedliche Sichtweisen und tauschen uns gerne mit unseren Fans über ihre Eindrücke aus. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich Songs aufgefasst werden können und was in sie hinein interpretiert wird. Bezüglich unseres Sounds schätze ich gerade den Umstand, dass wir nicht festgelegt sind und immer das tun, was wir wollen. Bei uns kommen viele unterschiedliche Stile und Stilelemente zusammen, die wir nach Belieben neu gewichten können – oder wir integrieren ganz neue. Von Sing-a-long-Chören bis hin zu Heavy-Groove-Riffs ist nichts ausgeschlossen. Klänge aus anderen Kulturkreisen zu entdecken und uns in Richtung Weltmusik zu orientieren, wäre ebenfalls eine spannende Option.“

Für die Briten ist nichts ist ausgeschlossen. Die weitere Entwicklung des Londoner Quintetts gilt es im Auge zu behalten: „Als BLACK SABBATH in den 1960er Jahren aufkamen, dachte jeder, dass sie die härteste Band überhaupt sind und nichts Brutaleres möglich sei. Heute wissen wir, dass es doch ging. Deshalb sagen wir niemals nie“, holt Matt Rose aus. „Es ist wichtig, aufgeschlossen und interessiert zu bleiben und Vertrauen in seine Arbeit zu haben. Wer engstirnig ist und nur in einem kleinen Universum verbleibt, das sich um sich selbst dreht, vergibt leichtfertig Chancen und wird allenfalls einen kleinen Teil dessen erreichen, was eigentlich möglich ist.“ Demnach ist „Gnosis“ der Spiegel all der Eindrücke, die auf MONUMENTS eingeprasselt sind, und das sind eine Menge:

„Was die Einstellung zu unserer Musik anbelangt, fühlen wir uns PERIPHERY, TESSERACT, JOSHUA DAVIS, CHIMP SPANNER etc. verbunden, die mit einem ähnlichen Ansatz unterwegs sind, jedoch individuelle Akzente setzen“, ordnet der Sänger ein. „Im Rückblick kann ich nicht mehr genau sagen, wie sich das alles bei uns entwickelt und wer uns beeinflusst hat. Als Band teilen wir die Wertschätzung für MESHUGGAH und TOOL, aber auch für RAGE AGAINST THE MACHINE und INCUBUS, deren esoterische Schlagseite uns alle beeindruckt. Doch keiner von uns hört viel oder gar ausschließlich Metal. Unser Spiel und unsere Interessen sind frisch und von vielen Ideen beeinflusst, die aus jeder nur erdenklichen Richtung stammen. Bei uns ist nichts ausgeschlossen, denn es war von Beginn an unser Ziel, die Dinge anders zu machen. Wir versuchen, uns von Song zu Song zu steigern und unseren Blickwinkel immer wieder zu verändern. Mit der Arbeit an unserem zweiten Album haben wir bereits begonnen. Schon jetzt lässt sich sagen, dass es deutliche Veränderungen geben wird. Seid gespannt.“

 
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