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Ektomorf

Storie von: arne, am 25.08.2012 ]

Die Ungarn fahren seit Jahren ein beachtliches Programm. Sowohl, was ihre Tour-Aktivitäten als auch ihre Veröffentlichungsfrequenz anbelangt. Die Akustik-Platte von EKTOMORF ist gefühlt erst letzte Woche erschienen, da steht mit „Black Flag“ schon ein neuer Longplayer im normalen gestromten Gewand in den Startlöchern.

 
Zoltan Farkas & Co. beherrschen ihren Sound bekanntlich aus dem Effeff und halten sich an das eigene Erfolgsrezept. Inwieweit bzw. wie deutlich man die Parallelen zu Soulfly, Sepultura und Machine Head sieht, liegt in den Ohren des Hörers, doch der Mix aus NeoThrash und Groove-Metal klingt jederzeit vertraut und kommt treffsicher: „Was die Ausrichtung und den Sound meiner Band anbelangt, ist alles gut“, äußert sich der Gitarrist und Sänger. „Ich bin voll zufrieden und stolz auf das, was wir tun. Anders ist es, wenn ich mir anschaue, was meine früheren Helden heute treiben. Das mag ich nicht mehr sonderlich und kann damit wenig anfangen. Deshalb schaue ich inzwischen allein auf uns und mache das, woran ich Spaß habe und was sich richtig anfühlt.“ Genau so kennt man das osteuropäische Outlet seit Jahren. EKTOMORF haben sich ihren Platz in der Gunst der Genre-Fans mit Leidenschaft und ihrem straffen Pensum hart erkämpft, denn sie wissen, was sie wollen:

„Jeder hat das Recht, das zu hören, was er für gut befindet. Man kann niemandem vorschreiben, eine Band zu mögen, ohne dass das wirklich der Fall ist“, so der Mastermind. „In meiner eigenen Welt ist kein Platz für MetalCore, Deathcore, Whatever-Fuckin‘-Core. Ich störe mich daran, dass viele dieser Bands und Musiker glauben, schnell und verfrickelt aufzuspielen, sei gleichbedeutend damit, heavy zu sein. Das ist nicht der Fall! Und ohne Leidenschaft und Aufrichtigkeit geht es ebenfalls nicht. Das ist ein weiterer Aspekt, der mir heutzutage zu häufig abhanden kommt. Bei uns ist die Liebe zu dem, was wir tun, die Motivation, die uns antreibt, und ich denke, das hört und spürt man auch. Deshalb halten wir uns allein an das, was wir lieben und wofür man uns kennt. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt und zu lange im Metal unterwegs, um eine Verbindung zu zuckersüß gesungenen Refrains und dieser modernen Prahl- und Dicke-Hose-Attitüde zu finden. Ich denke nicht, dass ich engstirnig bin, doch damit kann ich einfach nichts anfangen. Und dann diese Bands, die mit Pig Squeals und gefühlt 10.000 Strings antreten, um den Geschwindigkeitsrekord zu brechen. Damit möchte ich nichts zu tun haben. Für uns geht es um handfeste Wut, Hass und Schmerz. In 18 Jahren haben wir das etabliert, was EKTOMORF ausmacht. Natürlich gibt es immer wieder kleine Veränderungen, doch die zugrunde liegenden Gefühle und die Leidenschaft bleiben immer dieselben.“







Mit „Black Flag“ öffnet sich ein weiteres Kapitel zwischen stampfenden Rhythmen und Grooves, aggressiven Riffings und sozialkritischen Vocals, die die Aggressionen der Musiker schüren: „Unsere Songs spiegeln meine Einstellung zum Leben und meine Überzeugungen wider“, so Zoltan. „Worüber sonst sollte ich auch schreiben? EKTOMORF ist mein Leben. Mein Leben ist EKTOMORF. Beim Songwriting lasse ich mich von meinem Bauchgefühl leiten. Dabei ist nichts ausgeschlossen. Heavy Riffs passen ebenso gut zu uns wie akustische Momente. Egal, ob Screams oder Gesang, solange es in den Kontext passt und sich stimmig anfühlt, hat es einen Platz bei uns. Für die neue Platte gab es keinen fertigen Plan. Seit unserem Akustik-Album spiele ich genauso häufig auf der Akustik- wie auf der E-Gitarre. Überhaupt spiele ich seit einiger Zeit mehr Gitarre als jemals zuvor, und das pusht meine Kreativität enorm. Es bereitet mir viel Spaß, zu jammen und an Ideen zu arbeiten. Bevor man sich versieht, ist ein neuer Song fertig.“

Die Ungarn präsentieren sich auf „Black Flag“ so, wie man sie auf ihren Konzerten erlebt: couragiert, leidenschaftlich und auf den Punkt gebracht. Jenseits der Diskussion um die offensichtliche Nähe zu den bereits genannten NeoThrash-Größen wird das Album seinem Anspruch vollends gerecht – und denen des Gitarristen und Frontmanns: „Ich schreibe alle Songs alleine. Dann nehme ich in meinem Studio Gitarren und Gesang auf und programmiere das Schlagzeug am Computer. Anschließend schicke ich das Ergebnis zu Tue Madsen und tausche mich mit ihm über seine Eindrücke aus. Erst dann trommle ich die Band zusammen und wir starten mit dem Proben. Unser Proberaum und Studio befinden sich in meinem Haus, so dass ich immer und jederzeit arbeiten kann. Dieses Prozedere hat sich eingespielt und bewährt.“

Neben den barschen Screams und herben Attacken sorgen eingängiger Clean-Gesang und clevere Melodie-Parts für Wiedererkennung auf der neuen Platte der Ungarn. Identifizieren kann man sich mit dem Vortrag von EKTOMORF ein weiteres Mal problemlos, weil das Material stark und von Beginn an irgendwie auch vertraut klingt: „Mit dem Album stehen wir wieder außerhalb des Wettbewerbs dessen, was aktuell und angesagt ist“, ordnet Zoltan Farkas ein. „Es ist so, wie es immer ist. „Black Flag“ ist aufrichtig und heavy. Der Sound ist druckvoll und so, wie er sein soll. Jedenfalls muss eine Produktion nach meinem Geschmack genau so klingen. Mit dem erweiterten Anteil an Melodie und den eingestreuten Clean-Vocals sollte jeder Fan etwas anfangen können. Das Album insgesamt bleibt ja dennoch hart und kompromisslos.“

Versteckte Hintergedanken gibt es dem Band-Kopf zufolge nicht. Er hat abschließend nur eine Aufforderung: „Hört die Platte und habt Spaß!“

 
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