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Impending Doom

Storie von: arne, am 21.08.2012 ]

In den Staaten sind IMPENDING DOOM eine eingeführte und etablierte MetalCore-Kombo. Nach drei Platten für das christlich orientierte Facedown Records kooperiert das Quartett seit diesem Jahr mit eOne Music. Im kleinen und prominent besetzten Programm des Labels stehen die Kalifornier neben Schwergewichten der Marke Hatebreed, Throwdown, Chimaira und Darkest Hour.

 
Die europäische Lizenz des vierten Longplayers kommt via Golden Core. „Baptized In Filth“ setzt den Weg der Heavyweights nahtlos fort: „Wir haben uns 2005 als christliche Band gegründet und sind es bis heute geblieben“, benennt Frontmann Brook Reeves die Aufstellung seiner Gruppe. „Unsere Leidenschaft hat über die Jahre nicht nachgelassen. Vielmehr ist sie heute sogar noch stärker als sie es am Anfang gewesen ist. Es ist mir inzwischen noch wichtiger, den Glauben der Leute mit meinen Texten zu festigen und zu vertiefen und sie sich Jesus Christus nah fühlen zu lassen. Ich sehe es als Erfolg an, dass Kids auf den Shows zu uns kommen und uns berichten, dass wir ihnen Selbstbewusstsein in ihrem Glauben gegeben haben. Wenn meine Texte und unsere Musik das bewirken, haben wir es richtig gemacht.“

Angesichts der stark herausgestellten gottesfürchtigen Grundhaltung und der predigenden Ausrichtung der Texte ist es fraglich, wie groß das Potenzial für die Band außerhalb der Staaten ist. Für europäische Ohren klingen die Lyrics und Äußerungen des Shouters zumindest ungewohnt. Andererseits: Man versteht die Texte beim Hören nur selten. Unbedarfte Hörer, die sich mit ihnen nicht beschäftigen, werden sich kaum am propagierten Gedankengut stören: „Mit Ablehnung und Missverständnissen können wir umgehen“, erwidert Brook. „Das kratzt uns nicht. Was wir einfordern, sind Respekt und im besten Fall eine faire Chance. Ganz ähnlich ist es mit dem Stil. Von manchen werden wir vorbehaltlos abgefeiert. Andere können mit uns nichts anfangen. Man kann den Leuten nicht vorschreiben, wie sie uns verstehen oder einordnen. So lange überhaupt über uns gesprochen wird, ist alles gut. Nur, wenn man nicht stattfindet, muss man sich ernsthafte Gedanken machen. Hier in den Staaten läuft es aber gut für uns. Die Leute haben uns als Band kennen gelernt, bei der die Aussage wichtiger als die Musik ist. Musikalische Stile und Vorlieben kommen und gehen. Davon können wir uns nicht entkoppeln, und auch unser Sound verändert sich. Was bleibt und unverändert fortbesteht, sind die Texte, die immer aktuell sind und Gültigkeit besitzen.“

Musikalisch bietet der Vierer aus Riverside auf seinem „Baptized In Filth“ das gewohnte Programm: Schnelles Death-Riffing wechselt mit sägenden Grind-Parts, heftigen Breakdowns und dickem Mosh. Die Erfindung der tiefen Teller ist das nicht, doch IMPENDING DOOM werden der Deathcore- und MetalCore-Klientel gut reinlaufen: „Wir haben uns eines geschworen: In Bezug auf unsere Message werden wir niemals Kompromisse eingehen und sie niemals verwässern. Wir sind eine christliche Band und stehen dazu. Darüber hinaus werden wir immer wütend, aggressiv und heavy aufspielen, denn auch das ist bei uns geteilter Konsens, an dem wir nicht rütteln“, erklärt Brook Reeves: „Wir fühlen uns in unserer Aufstellung richtig wohl. Genau diese Musik wollen wir spielen.


Viele Gruppen sind aktuell mit einer sehr verträglichen Kante und einem hohen poppigen Einschlag unterwegs. Dieser Trend ist gegenwärtig angesagt, doch er wird vorbei gehen. Wir vertrauen auf die Kraft unserer dunklen und heftigen Tracks, die auch im jetzigen Umfeld ihre Hörer finden, und machen weiter, wie gehabt.“

Gruppen wie All Shall Perish, Whitechapel, frühe Job For A Cowboy & Co. mögen in der Ausgestaltung ihrer Platten variabler und vielschichtiger unterwegs sein, doch das Viertwerk der Kalifornier lässt hinsichtlich seiner Durchschlagskraft nichts zu wünschen übrig: „Wenn ich „Baptized In Filth“ neben unsere anderen Veröffentlichungen stelle und mit ihnen vergleiche, sehe ich nur geringfügige Unterschiede. Es ist ein nach vorne gerichtetes, vom Songwriting her reifes Werk, das sich unerbittlich seinen Weg sucht. Textlich gibt es keine Veränderungen. Bei uns dreht es sich um Jesus, und das ist es. Wer sich tiefergehend mit meinen Gedanken und Ansichten beschäftigen möchte, kann mich gerne auf einem Konzert ansprechen und sich mit mir austauschen. Nach sieben Jahren und vier Longplayern haben die Leute inzwischen eine gute Vorstellung davon, wofür wir stehen und was uns ausmacht. Jeder, der es wollte, hat sich eine Meinung über uns gebildet. Man mag uns entweder oder lehnt unsere Band ab. Beides ist okay, denn vor jedem, der sich überhaupt mit uns beschäftigt hat, habe ich Respekt.“

Die Musiker setzen derart konsequent auf die einschlägigen Standards zwischen Metal und Core, dass es am Ende trotz des fehlenden Überraschungswertes passt. Brook zeigt sich mit der Entwicklung seiner Gruppe und dem aktuellen Status zufrieden:

„Es wäre gelogen, zu sagen, man könne eine Band ans Laufen bringen, ohne Kompromisse einzugehen oder Opfer zu bringen. Das gilt sowohl in Bezug auf die Musik als auch die Gemeinschaft der fünf Leute, die IMPENDING DOOM sind. Die Frage ist nur, was man alles aufgibt, womit man sich arrangiert und womit nicht. Meiner Auffassung nach darf man nur dann nachgeben, wenn es wirklich sein muss. In einigen Bereichen ist das nie der Fall, etwa bei den Texten. Für seine Überzeugungen einzustehen, hilft dabei, die Spannung zu halten und sich klar zu positionieren. Die Aussage muss bei uns positiv sein. Ich will den Leuten mit auf den Weg geben, dass es einen höheren Sinn im Leben gibt. Man muss nur daran glauben und Vertrauen haben, um all das Böse und die Unwägbarkeiten, denen man begegnet, durchzustehen. Dieser Ausblick ist wichtig und treibt uns an. Wir überführen in Songs, woran wir selbst uneingeschränkt glauben und was die Basis unserer Leidenschaft ist. Die Leute müssen zumindest anerkennen, dass wir voll und ganz in dem aufgehen, was wir tun. Es gibt so viele Gruppen, die sich verstellen, anbiedern und den Leuten etwas vormachen. Da ist es doch gut, von IMPENDING DOOM tiefempfundene, aufrichtige Musik und Texte geboten zu bekommen.“

 
 Links:
  facebook.com/impendingdoom
 
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