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Zonaria

Storie von: arne, am 29.07.2012 ]

Im zehnten Jahr ihres Bestehens melden sich die Schweden von ZONARIA mit ihrem Drittwerk „Arrival Of The Red Sun“ zu Wort. Die Rezeptur darauf präsentiert sich weitgehend unverändert. Atmosphärischer Death Metal steht auf der Speisekarte, den das Quartett mit spritziger Brachialität und melodischen Zwischentönen würzt. Nach Touren mit Impaled Nazarene, Marduk, Vader, Satyricon und Nile wissen die Musiker aus Umeå ganz genau, was bei den Metal-Fans ankommt. Deshalb bemühen ZONARIA einen agilen Mix aus spröder Härte, technischen Feinheiten und melodischer Hymnischkeit.

 
„Unser Sound ist in seiner Durchmischung aus Brutalität und Eingängigkeit heute attraktiver – auch im Hinblick auf sein Live-Potenzial“, bestätigt es Gitarrist und Sänger Simon Berglund. „Nach mehr als 200 Shows und acht Touren muss das auch so sein, denn natürlich wollen wir mit den neuen Songs möglichst bald auf die Straße. In Kombination mit ausgesuchten älteren Stücken haben wir ein schlagkräftiges Repertoire, mit dem wir unsere Sicht auf den Death Metal weiter verbreiten möchten. Wir sind mit ZONARIA aktiv, weil wir den Metal lieben und mit ihm unterwegs sein wollen.“ Nach der Veröffentlichung von „The Cancer Empire“ im Herbst 2008 ist es um die Schweden zuletzt allerdings ruhiger gewesen:

„Es ist uns bewusst, dass wir uns nach der Zeit der Stille mit einem besonders starken Album zurückmelden müssen. Das ist der Preis, wenn man eine Pause einlegt, doch wir waren bereit, ihn zu zahlen. Jeder Sekunde des Albums höre ich die vielen Stunden harter Arbeit an und hoffe, dass auch die Hörer sie spüren werden. Seit der Veröffentlichung von „The Cancer Empire“ haben wir uns nicht nur auf die faule Haut gelegt, obwohl es kein weiteres Album gegeben hat.“ Dafür melden sich ZONARIA nun umso stärker zurück. Das Quartett achtet mehr denn je auf die Wiedererkennbarkeit, an der es in der Vergangenheit noch mangelte. Die Songs des Drittwerks besitzen allesamt klare Strukturen und Hooklines, und etliche Refrains fordern dazu auf, einzustimmen: „Anspruch ist natürlich gut, doch komplexer als jetzt auf „Arrival Of The Red Sun“ wird es bei uns nicht mehr werden“, äußert sich der Frontmann. „Jedenfalls wüsste ich nicht, warum wir künftig schneller oder technischer werden sollten. Als Songwriter und Musiker zu wachsen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man mehr Noten spielt und technisch abdreht. Uns sind heute Melodien und Groove wichtiger als früher, weil wir ihre Wichtigkeit und ihren Beitrag zum Gesamt-Sound sehen. Es steht für uns im Fokus, kompakt aufzuspielen und etwas anzubieten, dass sich nicht so leicht kategorisieren lässt.“



>Das Drittwerk des Quartetts ist headbang-tauglich angelegt, wobei ZONARIA markige Grooves im Wechsel mit satten Tempo-Salven setzen. Eine bombastische Anmutung entspringt dem wieder etwas dominanteren Einsatz des Keyboards: „Wir haben gelernt, Dinge zurück zu nehmen, die unserem Sound in ihrer Gewichtung nicht dienlich waren; etwa zusätzliche Chöre und übertrieben symphonische Parts“, erzählt Simon. „Auf unserem Debüt ist alles im Überfluss da gewesen, auch wenn es keinen Sinn machte. Auf „The Cancer Empire“ haben wir begonnen, bewusster zu arbeiten und Kontraste heraus zu arbeiten. Auf der neuen Platte gehen wir in dieser Richtung weiter. Die Songs sind abwechslungsreicher gehalten, und jeder von uns erhält Raum, sich individuell zu präsentieren, ohne aus dem verbindenden Rahmen zu fallen. Unser Stil hat sich kaum verändert, nur wird jetzt klarer, was wir wollen. Wie spielen definierter und durchdachter auf.“

Nimmt man all das Beschriebene zusammen, erhält man ein unterhaltsames Melo-Death-Werk am extremen Ende der Skala. Die bunte und bewusste Durchmischung von Tempo-Vorstößen, catchy Gitarren-Riffs und eingängigen Parts gefällt, denn ZONARIA blicken über den Tellerrand hinaus: „Im Kern sind wir Death Metal, der in der aggressiven Tradition Skandinaviens steht. Die polnische Szene hat mich allerdings auch stark beeinflusst, was mein Gitarrenspiel und den Einsatz der Vocals anbelangt. Was man weniger hört, ist unser aller Faible für Power Metal-Bands und die anmutige, dunkle Atmosphäre, die beispielsweise Rhapsody Of Fire besitzen. Die Wirkungsweise von Spannungsbögen und Stimmungen kann man sich auch sehr gut von instrumentalen Soundtracks abschauen. Die Unterschiedlichkeit der Songs zeichnet „Arrival Of The Red Sun“ aus. Ich könnte kein Album mehr schreiben, dass die ganze Zeit extrem nach vorne geht und nur Vollspeed kennt. Sicherlich gehen wir nicht so weit, Balladen auf der Platte zu haben, doch ansonsten findet sich bei uns viel Abwechslung.“

Das stimmt, und deshalb bleibt nur zu hoffen, dass ZONARIA in der Gunst der Hörer steigen und sich mit ihrem starken Drittwerk endlich nachhaltig etablieren werden.

 
 Links:
  zonaria.com
 
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